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Medizin

Vielversprechender Impfstoff gegen Chikungunya-Viren sicher und verträglich

Mittwoch, 7. November 2018

Dieses digital eingefärbte Transmissionselektronenmikroskopbild (TEM) zeigt zahlreiche Chikungunya-Viruspartikel. Jedes Virion hat einen Durchmesser von ungefähr 50 nm. /CDC, Cynthia Goldsmith James A. Comer und Barbara Johnson
Dieses digital eingefärbte Transmissionselektronenmikroskopbild (TEM) zeigt zahlreiche Chikungunya-Viruspartikel. Jedes Virion hat einen Durchmesser von ungefähr 50 nm. /CDC, Cynthia Goldsmith James A. Comer und Barbara Johnson

Rostock – Erstmals hat ein Impfstoffkandidat gegen das Chikungunya-Virus erfolgreich eine Phase-2-Studie mit 263 Teilnehmern abgeschlossen. Forschern der Universitäts­medizin Rostock ist es zusammen mit dem Wiener Biotechnologie­unternehmen Themis gelungen, Antikörper gegen Chikungunya bei 86,4  bis 100 % der Geimpften nach 2 Injektionen nachzuweisen. Die Verträglichkeit, Sicherheit und die Immunogenität des Impfstoffes konnten in der Studie, die im Lancet publiziert wurde, ebenfalls nachgewiesen werden (2018; doi: 10.1016/S0140-6736(18)32488-7).

Chikungunya-Viren sind die Erreger einer schweren Tropenkrankheit, die mit Fieber und starken Schmerzen einhergeht und zu Langzeitbehinderungen führen kann. Gegen die Erkrankung gibt es keine spezifische Therapie.

Der neu entwickelte MV-CHIC-Impfstoff unterscheidet sich von den bisherigen Impfstoffkandidaten. Er basiere auf einem Masernvirus-Vektor. In diesen haben die Forscher Chikungunya-Strukturantigene kloniert. „Das Masernvirus selbst wirkt als starker Vermittler der Immunantwort gegen Chikungunya“, erklärt der Erst­autor Emil Reisinger von der Unimedizin Rostock. Vermehrt sich das Masern-Impfvirus, werden auch die Chikun­gunya-Antigene exprimiert; es bilden sich neutralisierende Antikörper gegen das Chikungunya-Virus.

Da es keine spezifische Therapie gegen das Chikungunya-Fieber gibt, komme einer Impfung besondere Bedeutung bei der Bekämpfung der Erkrankung zu, sagt der Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie. Seit den 1970er-Jahren wurden etwa 8 Impfstoffkandidaten, zum Beispiel formalininaktivierte und abgeschwächte Lebendimpfstoffe gegen Chikungunya-Virusinfektionen entwickelt. „Einige davon sind schlussendlich gescheitert, da virusspezifische Nebenwirkungen wie Arthralgien die weitere Entwicklung beeinträchtigt haben“, sagte der Tropenmediziner und verweist auf eine Studie im American Journal of Tropical Medicine Hygiene 2000.

Derzeit werden 5 der 8 Impfstoffkandidaten, zum Beispiel mit virusähnlichen Partikeln, in Phase-1-Studien getestet. Dabei gebe es in Abhängigkeit, ob mit oder ohne Adjuvans, unterschiedlich ausgeprägte Immunantworten auf die Impfstoffe, erklärt der Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie.

Die Ergebnisse der Phase-2-Studie zum MV-CHIC-Impfstoff seien eine gute Ausgangsposition für die nächste Stufe der Erprobung, sagte Themis-Vorstand Erich Tauber. Die Studie beweise auch die Fähigkeiten des Masernvirus als Vektor und bringe damit die Wissenschaft einen Schritt näher an eine flächendeckende Impfung gegen die schwerwiegende Erkrankung. Wie lange es dauern werde, bis die Impfung flächendeckend angewandt werden kann, konnte Reisinger nicht sagen. Eine Phase-3-Studie soll aber in Kürze beginnen, sagte er dem Deutschen Ärzteblatt.

Das Chikungunya-Fieber ist eine durch Aedes-Mücken übertragene Virusinfektion, die sich in den letzten Jahren stark ausgebreitet hat. Es trete vorwiegend in tropischen und subtropischen Regionen auf, in denen laut Reisinger rund 1,3 Milliarden Menschen leben. Auch Reisende seien von der Erkrankung betroffen. Bei einem Ausbruch in der Karibik in den Jahren 2013 bis 2015 seien rund 3 Millionen Verdachtsfälle registriert worden. Chikungunya-Infektionen verlaufen mit hohem Fieber, Ausschlägen und Gelenk- und Muskelschmerzen. „Vor allem die Gelenkentzündungen können als Langzeitbehinderungen über Monate bis Jahre bestehen bleiben“, sagte der Tropenmediziner. © gie/dpa/aerzteblatt.de

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