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Genetische Datenbank entschlüsselt Entwicklung von Spermien

Mittwoch, 7. November 2018

Spermien mit DNA /ktsdesign, adobe.stock.com
Eine genetische Roadmap für Spermien wurde mithilfe der Sequenzierung von in Keimzellen exprimierten Genen erstellt. /ktsdesign, adobe.stock.com

San Antonio – Eine neue digitale Genexpressionsbibliothek zeigt, wie Spermien sich entwickeln. Die Daten der University of Texas in San Antonio (UTSA) könnten die Forschung zur Unfruchtbarkeit einen Schritt weiter bringen, heißt es in der Publikation in Cell Reports (2018; doi: 10.1016/j.celrep.2018.10.026).

Die Forscher Brian Hermann haben eine umfassende Gendatenbank mit Zelltypen aufgebaut, die Mäuse und Männer für die Spermienproduktion benötigten. Sie unter­suchten mehr als 62.000 Zellen und identifizierten 11 verschiedene Genex­pressionsprofile. Dabei entdeckten sie sogar neue Zelltypen, für die bisher nur wenige Daten vorlagen. Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, welche Gene in Stammzellen ein- oder ausgeschaltet werden, bevor sich daraus letztendlich Spermien entwickeln.

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Hermann erklärt, man habe dabei einen Ansatz gewählt, der die Genexpression auf Einzelzellebene erfasst. „Das war bisher nicht möglich und behindert den Fortschritt bei der Heilung männlicher Unfruchtbarkeit“, sagt der Biologieprofessor und Direktor des UTSA Genomics Core. Bisherige Methoden haben sich auf die Analyse von Zellgruppen gestützt.

Die Genexpressionsbibliothek könnte dazu beitragen, Diagnosen bei unfruchtbaren Männern anhand der Unterschiede in Genexpressionsmustern von fruchtbaren Männer zu verbessern. Die Gendaten könnten auch als Grundlage für eine neue Generation der Empfängnisverhütung bei Männern dienen. Die Forscher gehen noch einen Schritt weiter: Möglicherweise wäre es sogar möglich, Sperma außerhalb des Körpers zu entwickeln. © gie/aerzteblatt.de

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