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Vermischtes

Onlineumfrage zur Zeitumstellung befürwortet dauerhafte Winterzeit

Mittwoch, 7. November 2018

Eine Uhr wird eine Stund zwischen Sommer und Winter verstellt. /by-studio, stock.adobe.com
/by-studio, stock.adobe.com

Bochum – Die EU-Kommission hat im Sommer dieses Jahres vorgeschlagen, ab kommendem Jahr den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit abzuschaffen. Nachdem die EU und die DAK eine Umfrage zur Zeitumstellung durchgeführt haben, folgt jetzt auch die Knappschaft mit einer Onlineumfrage. Im Gegensatz zu den Umfragen der EU und der DAK votierte diesmal der Großteil für eine dauerhafte Winterzeit.

Aufgerufen zu der Umfrage hatte die Krankenkasse Mitte Oktober. Mehr als 10.000 Personen haben seitdem abgestimmt. „Dass sich so viele Menschen an der Umfrage beteiligt haben, zeigt, wie sehr das Thema Zeitumstellung die Menschen beschäftigt und dass die Abschaffung schnell umgesetzt werden muss. Ich wünsche mir, dass die Politik sich das Ergebnis zu Herzen nimmt und die Meinung der Bevölkerung bei ihrer Entscheidung berücksichtigt“, betont Bettina am Orde, Geschäftsführerin der Knappschaft.

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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hatte sich bereits für eine dauerhafte Sommerzeit ausgesprochen und sich somit dem Votum der EU-Abstimmung angeschlossen.

Pro und Contra: Sollte die Winterzeit abgeschafft werden?

Brüssel – Am 12. September legte die EU-Kommission einen Gesetzesvorschlag vor, nach dem im März 2019 zum letzten Mal verpflichtend alle EU-Staaten die Zeit umstellen müssen. Sobald das Europaparlament und die EU-Staaten dem Vorschlag zustimmen, können alle EU-Länder selbst entscheiden, ob sie dauerhaft in der Sommer- oder in der Winterzeit bleiben wollen.

Winterzeit entspricht biologischem Tagesrhythmus

68 Prozent der Teilnehmer stimmten für die dauerhafte Winterzeit, 32 Prozent für die Beibehaltung der Sommerzeit. Neurologe Berthold Jonas begrüßt das Ergebnis, weil die Zeitumstellung einen künstlichen Eingriff in den Biorhythmus darstelle. „Viele meiner Patienten – und mich inbegriffen – haben zur Zeit der Umstellung mit Beschwerden wie Schwindel, Tagesmüdigkeit oder psychischer Labilität zu kämpfen“, erklärt der Experte der Knappschaft und ergänzt, dass diese Probleme bei der Umstellung auf die Sommerzeit noch viel häufiger in Erscheinung treten würden. „Das mag daran liegen, dass eine Stunde Schlaf fehlt, anderseits ist aber auch denkbar, dass die verstärkten Beschwerden durch die unübliche Zeitform auftreten. Denn die Winterzeit entspricht eher dem biologischen Tagesrhythmus und sollte daher aus meiner Sicht künftig vorherrschen.“

Ob und wann das Ende der Zeitumstellung kommt, bleibt abzuwarten. Die EU-Kommission plant, die Zeitumstellung bereits im kommenden Jahr abzuschaffen. Voraussetzung ist allerdings, dass Europaparlament und EU-Staaten dem Vorschlag zustimmen. Das könnte jedoch schwierig werden. Zuletzt gab es Berichte über Widerstand unter den Mitgliedsländern. © gie/EB/aerzteblatt.de

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Avatar #105266
Dr.Felsch
am Donnerstag, 8. November 2018, 09:05

Beschwerden durch Sommerzeit?

Die Menschen fühlen sich nach der jährlichen Umstellung auf die Sommerzeit unwohl, weil sie eine Art Jetlag bekommen. Das ist auf den Akt der Umstellung zurückzuführen, nicht auf die um eine Stunde versetzte Sommerzeit. Ansonsten müßte ein Großteil der Menschen in Ländern mit breiten Zeitzonen krank werden, wenn sie an dessen Rändern und damit außerhalb des postulierten biologischen Rhythmus' leben. Das ist meines Wissens nicht der Fall. Ich wünsche mir die dauerhafte Beibehaltung der Sommerzeit.
LNS

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