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Junge Ärzte wehren sich gegen Öko­nomi­sierung der Weiterbildung

Mittwoch, 7. November 2018

/flairimages, stock.adobe.com

Berlin – Wirtschaftliche Zwänge in den Kliniken bedrohen zunehmend die Qualität der Weiterbildung. Das kritisiert der Ausschusses der Assistenzärzte im Hartmannbund (HB). Hauptursache für die Defizite in der Weiterbildung zum Facharzt ist nach ihrer Überzeugung der zunehmende ökonomische Druck an den Krankenhäusern in Deutschland. „Was nützt uns eine ausgefeilte Weiter­bildungs­ordnung, wenn die tatsächliche Umsetzung der Weiterbildung in vielen Kliniken unzureichend ist“, sagte Wenke Wichmann, Sprecherin des Ausschusses

Ein Beispiel gibt Theodor Uden, Assistenzarzt und Mitglied im Geschäftsführenden Vorstandes des HB: „Wenn zum Beispiel Weiterbildungsassistenten in einigen Häusern nur sehr eingeschränkt zu Operationen eingeteilt werden, weil Oberärzte oder erfahrene Fachärzte diese Prozedur schneller und somit am Ende kostengünstiger durchführen können, dann beschreibt dies nur eine Facette einer fatalen Entwicklung“, sagte er. 

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Gegen den Druck der Öko­nomi­sierung fordert der HB eine Koalition aller Beteiligten aus Politik, Krankenhausbetreibern und Ärzteschaft. „Ziel müsse es  dabei sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Etablierung einer echten und umfassenden Weiterbildungskultur in den Kliniken ermöglichen“, hieß es aus dem HB-Ausschuss.  

Auf die zunehmende Öko­nomi­sierung in der Medizin hat auch das Bündnis Junge Ärzte (BJÄ) immer wieder hingewiesen: „Aufgrund des ökonomischen Druckes leidet darunter am allermeisten der Grundpfeiler einer qualitativ hochwertigen Versorgung, die zeitaufwendige Weiterbildung der Ärzte. Dies wird sich in den nächsten zehn bis 20 Jahren in einem drastischen Qualitätsrückgang der medizinischen Versorgung der Bevölkerung bemerkbar machen“, warnt das Bündnis in einem Positionspapier zur Arbeitsverdichtung im deutschen Gesundheitssystem.

Für Medizinstudierende und junge Ärzte führten diese Aspekte zu einer abnehmenden Attraktivität des deutschen Gesundheitssystems als Arbeitgeber und in der Folge zu einer Abwanderung aus der ambulanten oder klinischen Versorgung. „Der daraus resultierende Mangel an ärztlichem Nachwuchs verschärft die Defizite in der ärztlichen Versorgung zusätzlich“, warnt das BJÄ. © hil/aerzteblatt.de

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