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Medizin

Strabismus: Kinder von Raucherinnen schielen häufiger

Donnerstag, 8. November 2018

/dpa

Wuhan/China – Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft rauchen, entwickeln häufiger einen Strabismus. Dies kam in einer Metaanalyse in Acta Ophthalmologica (2018; doi: 10.1111/aos.13953) heraus. 

Der Strabismus ist die häufigste Augenerkrankung in der Kindheit. Unbehandelt führt sie meistens zu einer lebenslangen Sehschwäche, Amblyopie, auf einem Auge. Neben genetischen Ursachen, die sich in einer familiären Häufung zeigen, werden Störungen in der Schwangerschaft als Auslöser vermutet. Frühere Studien haben gezeigt, dass Frühgeburten und ein niedriges Geburtsgewicht das Risiko auf einen Strabismus erhöhen. Auch Tabakrauchen, das eine Frühgeburt auslösen kann, wird seit Längerem als Risikofaktor diskutiert.

Ein Team um Zuxun Lu von der zentralchinesischen Technischen Universität in Wuhan hat jetzt die Ergebnisse von 11 früheren Studien ausgewertet, darunter 2 aus Deutsch­land. Auf der Basis von 94.953 Kindern, davon 4.833 mit Strabismus, kommt Lu zu einem eindeutigen Ergebnis: Das Rauchen von Müttern während der Schwangerschaft war mit einem um 46 % erhöhten Risiko auf einen Strabismus verbunden. Die Odds Ratio von 1,46 war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,32 bis 1,60 statistisch signifikant.

Das Risiko steigt bereits bei weniger als 10 Zigaretten am Tag um 17 % (Odds Ratio 1,17; 1,06-1,29) und bei mehr als 10 Zigaretten am Tag um 79 % an (Odds Ratio 1,79; 1,39-2,31). Eine solche Dosis-Wirkungs-Beziehung ist in epidemiologischen Studien immer ein Hinweis auf eine Kausalität, die allerdings nicht als erwiesen gelten kann. Es fehlen unter anderem genaue Vorstellungen zu den Mechanismen, über die die Schadstoffe aus dem Tabakrauch die Entwicklung der Sehkraft stören und die Achsenfehlstellung der Augen auslösen. © rme/aerzteblatt.de

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