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Medizin

Zwanghaftes Muskeltraining: Junge Männer riskieren oft gesundheitliche Folgen

Freitag, 9. November 2018

Normale Männer, die Muskeln wie die von Ronaldo oder anderen Profisportlern anstreben, riskieren häufig gesundheitliche Folgen. /dpa

Trondheim/Boston – Junge Männer, die sich verstärkt mit ihrem Muskelaufbau beschäftigen, haben ein signifikant höheres Risiko für Depressionen, trinken häufiger Alkohol am Wochenende und machen eher Diäten, obwohl keine Fettleibigkeit vorliegt. Die Daten stammen aus einer Studie der Norwegian University for Science and Technology (NTNU) und der Harvard University, die im International Journal of Eating Disorders publiziert wurde (2018; doi: 10.1002/eat.22943).

Viele junge Männer wünschen sich mehr Muskeln: „Ich denke an anabole Steroide.“ „Ich glaube nicht, dass meine Brust muskulös genug ist.“ „Ich fühle mich schuldig, wenn ich ein Training verpasse.“ Diese und ähnliche Aussagen wurden von 2.460 amerikanischen Männern im Alter von 18 bis 32 Jahren abgegeben, die an der Studie teilgenommen hatten.​

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Die deutlichste Korrelation ergab sich dabei für die Verwendung von Muskelaufbau­produkten: Wer nach mehr Muskeln strebte, hatte eine 4-fache Wahrscheinlichkeit, legale und illegale Substanzen zu nutzen, wie etwa Anabolika (OR = 4,49; 95-%-CI = 3,74-5,40; p < 0,0001).

Im vergangenen Jahr machte mehr als jeder 3. Studienteilnehmer eine Diät. Diese hatte jedoch nichts mit Fettleibigkeit zu tun. Die Studie zeigt auch, dass 10 % der Männer an einer gestörten Körperwahrnehmung leiden. Sie halten sich trotz Normalgewicht für zu dick und möchten abnehmen. Homo- und bisexuelle Männer zeigten im Vergleich zu heterosexuellen Männern ein höheres Streben nach Muskulatur. Die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper hatte dabei nichts mit dem Bildungsgrad zu tun. Hochgebildete Menschen waren mit ihrem Körper nicht zufriedener als jeder andere, heißt es in der Studie.

„Das Problem entsteht, wenn die Körper von Profisportlern wie Ronaldo zum Ideal normaler junger Männer werden, die Arbeit, Studium und Familie haben“, sagt Erstautorin Trine Tetlie Eik-Nes. Dieses unrealistische Körperbild für Männer stelle ebenso eine Herausforderung dar, wie dünn sein und schmale Taillen für Frauen.

Muskeln wirken wie Kosmetik

Schon frühere Studien haben gezeigt, dass Jungen, die entweder übergewichtig oder dünn und eher langweilig sind, das größte Risiko haben, als junge Männer Körperbildstörungen zu entwickeln. Die Studie bestätigte diese Idee, dass der Wunsch nach einem muskulösen Körper nichts mit dem Gewicht zu tun haben muss.​

Laut Eik-Nes werden Muskeln zu einer Art Kosmetik für muskelbesessene Männer. Sie bauen nicht ihre Kraft auf, um schneller Ski zu fahren, sich beim Fußball zu steigern oder ihre Gesundheit zu verbessern. „Sie trainieren, ohne dass das Training etwas mit der Muskelfunktion zu tun hat. Das ist ein großer Unterschied“, sagt die Erstautorin von der NTNU.

Da Kultur und Vorbilder in der westlichen Welt weitgehend gleich seien, geht Eik-Nes davon aus, dass norwegische Männer ähnlich antworten würden wie die amerikanischen Teilnehmer der Studie. © gie/aerzteblatt.de

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Avatar #747329
Dr.Random
am Montag, 12. November 2018, 15:15

Die Überschrift ist falsch.

"Junge Männer riskieren mit zwanghaftem Muskeltraining oft gesundheitliche Folgen"
Impliziert das das Muskeltraining selbst zu gesundheitlichen Folgen führt. Richtig wäre:
"Zwanghaftes Muskeltraining ist mit riskanten Verhaltensweisen vergesellschaftet"
Klingt deutlich weniger spannend aber stimmt wenigstens mit dem überein was in Artikel steht.
LNS

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