NewsMedizinZervix­karzinom-Screening: Selbsttest erkennt HPV und andere sexuell übertragene Erreger
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Zervix­karzinom-Screening: Selbsttest erkennt HPV und andere sexuell übertragene Erreger

Freitag, 9. November 2018

/wip-studio, stockadobecom

Chapel Hill/North Carolina – US-amerikanische Gynäkologen haben Frauen mit geringem Einkommen, die bisher kein Interesse am Zervixscreening gezeigt hatten, Selbsttests per Post zugeschickt. Bei den Frauen, die die Tests zurückschickten, stimmten die Ergebnisse laut Obstetrics & Gynecology (2018; doi: 10.1097/AOG.0000000000002964) häufig mit dem späteren ärztlichen Untersuchungsbefund überein. 

Das Zervixkarzinom-Screening gehört zu den beliebtesten Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung. In der Vergangenheit war ein Abstrich von der Zervixoberfläche notwendig, um nach einer Pap-Anfärbung (im Labor) nach verdächtigen Zellen zu suchen. Heute kann das Zervixkarzinom-Screening auch durch die Untersuchung des zerviko-vaginalen Sekretes auf onkogene HP-Viren durchgeführt werden. 

Die Entnahme des Sekretes ist relativ einfach. Sie kann deshalb im Prinzip auch von der Frau selbst durchgeführt werden. Andrea Des Marais von der Gillings School of Global Public Health in Chapel Hill/North Carolina und Mitarbeiter haben untersucht, ob der Test von jungen Frauen angenommen wird, die bisher nicht an der Früherkennung teilgenommen hatten. Die Nichtteilnahme ist wesentlich dafür verantwortlich, dass in den USA jährlich 4.100 Frauen am Zervixkarzinom sterben. 

Um die Zuverlässigkeit des Tests zu untersuchen, wurden die Frauen zu einem Termin eingeladen. Dort sollten sie zeigen, ob sie die Entnahme des Vaginalsekrets korrekt durchführen können. Anschließend wurde eine gynäkologische Vorsorgeuntersuchung durchgeführt. 

Wie Des Marais berichtet, nahmen 193 Frauen an allen 3 Tests teil. Beim Heimtest wurden in 12,4 % der Proben onkogene HP-Viren nachgewiesen. Bei der Durchführung in der Klinik lag der Anteil bei 15,5 % und in den ärztlichen Abstrichen bei 11,4 %.

Die Ergebnisse von Selbsttest und ärztlicher Untersuchung stimmten laut Des Marais häufig überein. Der von den Frauen durchgeführte HPV-Test sei in allen Fällen positiv ausgefallen, in denen später in Gewebeproben der Zervix eine zervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN 2 oder höher) gefunden wurde. 

Der von den Frauen durchgeführte Abstrich kann auch genutzt werden, um nach weiteren sexuell übertragbaren Erkrankungen zu suchen: In der Studie wurde (teilweise erfolgreich) nach  Chlamydia trachomatis, Neisseria gonorrhoeae, Trichomonas vaginalis und Mycoplasma genitalium gesucht.

Die Akzeptanz des Selbsttests war laut Des Marais hoch. Die meisten Frauen hätten die Anleitungen für die Testdurchführung verstanden (93,6 %) und fast alle (96,3 %) wären bereit, die Selbsttests in Zukunft weiter durchzuführen. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. Juni 2020
Alexandria – Eine breite Testung auf Mutationen, die mit einem erhöhten Krebsrisiko assoziiert sind, kann zu ungerechtfertigten Operationen führen. So unterzogen sich einige Frauen des
Nach Gentest zu oft die Eierstöcke raus
5. Juni 2020
Alexandria - Die systematische Lymphadenektomie im Beckenbereich gefolgt von einer Hysterektomie ist ein übliches Vorgehen beim frühen Zervixkarzinom. Ein Teil des Stagings erfolgt also operativ.
Schonendes Staging: Sentinel-Node beim frühen Zervixkarzinom der kompletten pelvinen Lymphadenektomie nicht unterlegen
26. Mai 2020
Warschau −Ein negativer Befund in einer Koloskopie könnte nach den Erfahrungen der polnischen Darmkrebsvorsorge in den Annals of Internal Medicine (2020; DOI: 10.7326/M19-2477) auch über das
Studie: Sorgfältige Koloskopie kann länger als 10 Jahre vor Darmkrebs schützen
25. Mai 2020
Berlin – In seinem Abschlussbericht zu der Frage, ob Männern ohne Verdacht auf Prostatakrebs innerhalb der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) in Deutschland ein Prostatakarzinom-Screening mittels
Früherkennung des Prostatakrebses sollte nicht beim PSA-Test haltmachen
20. Mai 2020
Berlin – In Deutschland haben derzeit 324 Ärzte bundesweit eine Abrechnungsgenehmigung für die Abklärungskolposkopie im Rahmen des neuen Zervixkarzinomscreenings. Darauf hat die Kassenärztliche
Mehr Ärzte dürfen Abklärungskolposkopie vornehmen
20. Mai 2020
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) empfiehlt Patienten, nicht nur bei akuten Beschwerden einen Arzt aufzusuchen, sondern auch
Warnung vor dem Aufschieben von Früherkennungsuntersuchungen
14. Mai 2020
Berlin – Angebote zur Darm­krebs­früh­erken­nung werden in Deutschland weiterhin nur zögerlich wahrgenommen. Das zeigt eine Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland.
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER