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Medizin

Gesunder Lebensstil reduziert Schlaganfallrisiko auch bei genetischer Belastung

Freitag, 9. November 2018

/kab-vision, stockadobecom

Cambridge – Menschen mit einem hohen genetischen Schlaganfallrisiko können ihre Chance auf einen Schlaganfall durch einen gesunden Lebensstil reduzieren. Das berichtet ein internationales Wissenschaftlerteam im British Medical Journal (2018; doi: 10.1136/bmj.k4168).

Die Forscher um Loes Rutten-Jacobs entwickelten einen genetischen Risikoscore, der auf 90 Genvarianten basiert, von denen bekannt ist, dass sie mit Schlaganfällen von 306.473 weißen Männern und Frauen in der britischen Biobank assoziiert sind – einer Datenbank mit biologischen Informationen einer halben Million britischer Erwachsener.

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Die Teilnehmer der Beobachtungsstudie waren zwischen 40 und 73 Jahre alt und hatten keine Vorgeschichte von Schlaganfall oder Herzinfarkt. Die Einhaltung eines gesunden Lebensstils basierte auf 4 Faktoren: Nichtrauchen, einer Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Fisch, einem Body-Mass-Index unter 30 – also nicht übergewichtig oder fettleibig – und regelmäßiger körperlicher Bewegung. Die Forscher werteten Krankenhaus- und Sterberegister aus, um Schlaganfallereignisse über einen durchschnittlichen Zeitraum von 7 Jahren zu identifizieren.

Das Schlaganfallrisiko war bei den Menschen mit hohem genetischen Risiko 35 % höher als bei denjenigen mit geringem genetischem Risiko, unabhängig vom Lebensstil. Ein ungünstiger Lebensstil war jedoch mit einem um 66 % erhöhten Schlaganfallrisiko im Vergleich zu einem günstigen Lebensstil verbunden, und dieses erhöhte Risiko war innerhalb jeder genetischen Risikokategorie vorhanden.

Ein hohes genetisches Risiko in Kombination mit einem ungünstigen Lebensstilprofil war mit einem mehr als 2-fach erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden, verglichen mit einem geringen genetischen Risiko und einem günstigen Lebensstil.

„Diese Ergebnisse verdeutlichen den Nutzen einer gesunden Lebensweise, unabhängig vom genetischen Risiko“, sagen die Forscher. Beim Lebensstil seien das Rauchen und Übergewicht die wichtigsten Faktoren, so die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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