NewsAuslandWHO legt Leitlinie zur somatischen Versorgung psychisch Kranker vor
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

WHO legt Leitlinie zur somatischen Versorgung psychisch Kranker vor

Freitag, 9. November 2018

/Syda Productions, stockadobecom

Genf – Menschen mit schweren psychischen Störungen – mittelschwere bis schwere Depressionen, bipolare Störungen, Schizophrenie und andere psychotische Störungen – haben in der Regel eine Lebenserwartung, die zehn bis 20 Jahre kürzer ist als die der allgemeinen Bevölkerung. Darauf weist die Welt­gesund­heits­organi­sation WHO hin. Die Mehrheit dieser vorzeitigen Todesfälle sei auf somatische Erkrankungen zurück­zuführen. Ein Grund dafür sei, das Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen im Allgemeinen einen schlechteren Zugang zu Vorsorge, Diagnostik und Therapie hätten.

Um dieser Ungleichheit entgegenzuwirken, hat die WHO nun evidenzbasierte Leitlinien für das Management körperlicher Zustände bei Erwachsenen mit schweren psychischen Störungen veröffentlicht. Die neuen Leitlinien enthalten Empfehlungen für die Behandlung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, die an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, HIV/Aids, Tuberkulose und Hepatitis B und C leiden, sowie von Menschen mit Tabakabhängigkeit, Alkohol- und Substanzmissbrauch sowie Übergewicht.

Anzeige

Die Leitlinien richten sich laut der WHO in erster Linie an Angehörige des Gesund­heitswesens, die Dienstleistungen für Menschen mit schweren psychischen Störungen auf allen Ebenen erbringen – in Einrichtungen der primären Gesundheitsversorgung, Facheinrichtungen und Krankenhäusern. „Politische Entscheidungsträger und Gesundheitsplaner auf lokaler und nationaler Ebene, Manager von Programmen für psychische Gesundheit und Menschen mit schweren psychischen Störungen und ihren Familien werden sie ebenfalls für nützlich halten“, hieß es aus der WHO.

Die Organisation kündigte an, regelmäßig Feedback von den Ge­sund­heits­mi­nis­terien einzuholen, um die Auswirkungen und den Nutzen der Leitlinien zu bewerten und Bereiche zu ermitteln, in denen Verbesserungen erforderlich sind. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

11. Dezember 2018
Berlin – Mit der psychotherapeutischen Sprechstunde wurde eine Möglichkeit geschaffen, die Versorgung von Menschen mit psychischen Beschwerden zu steuern. Dieses Fazit zieht die
Psychotherapeutische Sprechstunde steuert die Versorgung
7. Dezember 2018
Aarhus – Kinder und Jugendliche, die wegen schwerer Infektionen im Krankenhaus behandelt wurden, erkrankten in einer bevölkerungsweiten Kohortenstudie aus Dänemark in JAMA Psychiatry (2018; doi:
Infektionen könnten bei Kindern das Risiko auf psychische Erkrankungen erhöhen
6. Dezember 2018
Berlin – Mit mehr als 68.500 (Stand heute, 15.15 Uhr) Zeichnungen hat die Petition der Psychotherapeutenverbände an den Bundestag gegen die Verschlechterung des freien Zugangs zur
Petition der Psychotherapeuten zum Termin- und Servicegesetz erreicht Quorum vor Zeichnungsende
4. Dezember 2018
München – Zehn Jahre nachdem erste Betriebe eine Sprechstunde zur psychischen Gesundheit eingerichtet haben, hat sich dieses Versorgungsangebot laut der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und
Sprechstunden zur psychischen Gesundheit im Betrieb bewähren sich
3. Dezember 2018
Leipzig – Rund ums Thema Depression können sich Betroffene und Angehörige jetzt auf einer interaktiven Webseite austauschen. Ziel sei es, einen offenen Umgang mit Depression zu fördern und so
Plattform für Erfahrungsaustausch über Depressionen
22. November 2018
Berlin – Eine jahrelange Beratung im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) ist beendet: Mit der Anerkennung des Nutzens und der medizinischen Notwendigkeit der systemischen Therapie bei Erwachsenen als
Gemeinsamer Bundes­aus­schuss erkennt Nutzen der systemischen Therapie an
22. November 2018
Bristol – Kinder und Jugendliche, die körperlichen und seelischen Misshandlungen, Mobbing, sexuellem Missbrauch, häuslicher Gewalt oder emotionaler Vernachlässigung ausgesetzt waren, berichteten in
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER