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Politik

In den Gesundheitsämtern fehlt der Ärzte-Nachwuchs

Freitag, 9. November 2018

/dpa

Hannover – Ärztinnen und Ärzte aus Gesundheitsämtern haben heute in Hannover für bessere Arbeitsbedingungen in ihren Behörden demonstriert. In den vergangenen Jahren seien die Stellen im öffentlichen Gesundheitsdienst um etwa 30 Prozent reduziert worden, sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert.

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Zudem könnten freigewordene Stellen wegen der deutlich schlechteren Bezahlung als im Krankenhaus oder beim medizinischen Dienst nicht neu besetzt werden. Der Unterschied betrage 1.000 Euro im Monat. Die Mediziner im öffentlichen Dienst sind unter anderem für Hygienekontrollen und Schuleingangsuntersuchungen zuständig.

Vor der Demo in Hannover hatte der Bundesverband zu Kundgebungen in Gießen, Fellbach bei Stuttgart und Dresden aufgerufen. Die Aktion "Aktive Mittagspause" macht am 23. November Station in Dortmund. Am 10. Dezember soll es gemeinsam mit dem Marburger Bund eine Abschlusskundgebung in Berlin geben © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #88255
doc.nemo
am Montag, 12. November 2018, 08:17

Eine Lösung ist möglich, aber nicht in Sicht

Eine Angleichung der Arztgehälter wäre ein Peanut angesichts der geringen Anzahl an Ärzten im ÖGD. Aber die öffentlichen Arbeitgeber scheuen wie der Teufel vor dem Weihwasser davor zurück, weil sie eine Sogwirkung befürchten: wenn die Ärzte mehr Geld bekommen, wollen auch die (meist gleich eingruppierten) Lehrer mehr, dann die anderen Beamten mit akademischer Ausbildung, danach Amtsleiter, sonstige Führungskräfte usw, bis schließlich alle deutlich mehr Geld fordern. Für die Ärzte sollte es vorläufig aber heißen "Dienst nach Vorschrift": Gesetzliche Aufgaben werden aufgrund des Personalmangels nicht mehr erfüllt. Doch dafür wäre Rückgrat vonnöten, und das besitzen die meisten Amtsärzte aus Sorge um ihre Karriere nicht.
Avatar #88767
fjmvw
am Samstag, 10. November 2018, 12:14

Schwanz wedelt mit Hund

oder wie soll man es sonst bezeichnen, wenn sich Mitarbeiter des ÖGD über die Unfähigkeit ihres Arbeitgebers echauffieren, freie Stellen zu besetzen? Es gibt ein ganz einfaches Mittel, um offene Stellen zu besetzen: Angemessene Bezahlung der Stelle. Mit angemessener Bezahlung kann man alle Stellen besetzen. Nur wer nicht angemessen bezahlen will, hat ein Proble seine Stellen zu besetzen.

Wie abgewirtschaft hat ein System, bei dem sich nicht die Verantwortlichen (also gewählte Politiker und die Spitzen der Verwaltung) sondern die selbst davon Betroffenen um eine Lösung bemühen (müssen, weil es sonst niemand tut)?
LNS

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