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Erstes Verfahren in den Niederlanden wegen Sterbehilfe

Freitag, 9. November 2018

/patcharaporn1984, stock.adobe.com

Den Haag – Die niederländische Justiz hat erstmals seit der Legalisierung der Sterbehilfe in dem Land vor 16 Jahren ein Verfahren gegen eine Ärztin wegen der Tötung einer Demenzpatientin eingeleitet. Das Verfahren richte sich gegen die Ärztin eines Pflegeheims, die im April 2016 bei einer dementen 74-Jährigen Sterbehilfe geleistet habe, teilte die Staatsanwaltschaft heute mit. Wann der Prozess in Den Haag beginnt, wurde nicht mitgeteilt.

Von der Patientin lag demnach eine schriftliche Erklärung vor, dass sie sterben wolle. Es sei aber unklar, ob die demenzkranke Frau diesen Wunsch zum Zeitpunkt ihres Todes immer noch gehabt habe. Die Staatsanwaltschaft führte aus, die Patientin habe zwar mehrmals geäußert, dass sie nicht mehr leben wolle, aber auch mehrfach gesagt, dass sie nicht sterben wolle.

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Die Ärztin ließ nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders NOS durch einen Sprecher erklären, ihrer Auffassung nach habe sie in dem Fall umsichtig gehandelt. Sie begrüße aber grundsätzlich „weitere Leitlinien zu der Frage nach den Wünschen“ von Patienten, die ihren Willen nicht mehr klar formulieren können.

Die Staatsanwaltschaft verwies in ihrer Erklärung auf eine Untersuchung des Regional­komitees zur Überwachung der Sterbehilfe. Darin wurde bemängelt, dass die Demenz­patientin ihren Willen für den Fall einer unheilbaren Erkrankung mehrere Jahre vor ihrem Umzug in das Pflegeheim festgehalten hatte und die Verfügung „unklar und widersprüchlich“ formuliert gewesen sei.

Die Niederlande hatten 2002 als eines der weltweit ersten Länder die Sterbehilfe für Schwerkranke unter strengen Auflagen und ärztlicher Aufsicht legalisiert. Laut Gesetz müssen mindestens zwei Ärzte bescheinigen, dass das Leiden des Patienten unerträglich ist und keine Aussicht auf Besserung besteht. Im vergangenen Jahr nahmen laut offizieller Statistik 6.585 Niederländer Sterbehilfe in Anspruch. Das entspricht 4,4 Prozent aller Sterbefälle in dem Land. © afp/aerzteblatt.de

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