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Politik

Bundesgesundheits­ministerium will Regeln für Heilpraktiker verschärfen

Montag, 12. November 2018

/Björn Wylezich, stockadobecom

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will nach einem Medienbericht verbieten, dass Heilpraktiker Patienten mit selbstgemixten Arzneien und fragwürdigen Frischzellen-Therapien behandeln. Dazu seien gesetzliche Regelungen auf dem Weg, berichten die Süddeutsche Zeitung und der Sender NDR.

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„Patienten müssen sicher sein können, dass ihnen Arzneimittel nicht schaden“, sagte Spahn der Zeitung. „Deshalb werden wir Herstellung, Verkauf und Anwendung von Frischzellen verbieten. Und deshalb sollen verschreibungspflichtige Arzneimittel künftig nur noch im Ausnahmefall von Heilpraktikern hergestellt werden dürfen.“ Geplant ist, das Arzneimittelgesetz entsprechend zu ändern. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #725920
Syntaxie
am Freitag, 15. Februar 2019, 11:44

@ doc.nemo

Sie haben sich hier wohl triggern lassen. Landläufig bezeichnet man das auch wohl als "Kasper gefrühstückt"
Ein Streifen von dem Zeug wurde bei irgendeiner Gelegenheit unkommentiert mal auf den Tisch gelegt, eingesteckt und am frühen Abend mal eine von mir getestet. Ich mißhandel und vergifte mich doch nicht dauerhaft selbst mit solchen Zeug !
Den Rest in den vorherigen Kommentaren dazu haben Sie nicht gelesen und erfaßt, oder ?
Dann lesen Sie mal bitte aufmerksam
:)
Avatar #88255
doc.nemo
am Freitag, 15. Februar 2019, 09:23

@Syntaxie

Sie haben eine (1?) Tablette Citalopram eingenommen und die Behandlung dann wegen Nebenwirkungen abgebrochen? Da sind Sie von Ihrem Psychiater wohl nicht richtig über die Pharmakotherapie einer Depression aufgeklärt worden.
Avatar #725920
Syntaxie
am Donnerstag, 14. Februar 2019, 12:39

@ Prakticus

Ich hatte selbst vorl längerer Zeit mal eine Citalopram eingenommen.
Der Effekt war zornigkeit und physische Mißempfindung, die sich sehr schwer in Worte fassen läßt. Etwa so als hätte man Sand unter der Haut.
Solches Zeug macht also prinzipiell aggressiv, bewirkt im psychologischen Sinne nicht nachvollziehbare Verhaltens- o. Wesensveränderung.
Die Wirkung war wohlgemert einfach Zorn. Keine Wut wegen gräßlicher physischer Mißempfindung.
Die psychologischen Aspekte für Depressionen werden konsequent mißachtet und den Betreffenden wird eingeredet, daß ein zu geringes Botenstoffniveau die Ursache wäre. Äußere Umstände, z.B. famliär bedingt etc. werden in keinster Weise angegangen. Daran wird also absolut nichts geändert. Was bleibt ist also Synapsenwucherung und Abhängigkeit, über die sich die Industrie freut.
Mir ist ein Fall bekannt geworden, der die Schwachsinnigkeit solcher "Medikamente" verdeutlicht:
Der Wahn, daß der Freund einer jungen Frau eine andere Frau hätte mit welcher er auch schon ein Kind hätte usw. war das Resultat. Schwangerschaft praktisch ausgeschlossen. Sie selbst fiel aus für Familiengründung. Und bereits Jahre vorher hatte die Betreffende akausale Angst vor Vergiftung im Elternhaus mit Essensverweigerung. Daraufhin (kausal) kam sie in die Jugendpsychiatrie und wurde dort tatsächlich erstmals vergiftet.
Das selbe Funktionsprinzip wie beim "Deja Vu" Phänomen bewirkte die vorherige Angst.
Elternhaus, Jugendpsychiatrie u. weitere Ärzte später haben einer jungen Frau (und ihrem späteren Freund) mit aufgeschwatztem Zeug das Leben ruiniert.
Avatar #79783
Practicus
am Mittwoch, 13. Februar 2019, 20:27

@Syntaxie

Das ist da eher zwiespältig: Man weiß genau, WAS die SSRI im synaptischen Spalt machen, was niemand weiß ist, warum das genau gegen Depressionen wirkt. Mit einem elektrischen Kreislauf ist das jedenfalls nicht vergleichbar, schließlich sind Serotoninmoleküle keine Elektronen
Avatar #725920
Syntaxie
am Mittwoch, 13. Februar 2019, 00:11

@ Praktikus

Die detailierte Funktionsweise von SSRI (Antidepressiva) interessiert wohl ähnlich wenige, wie die Vorgänge in Gleichrichterdioden
(el. Rücklaufsperren), die nur Schwachsinnige in Signalwechselstromverbindungen einsetzen würden, um damit ein erhöhtes el. Potenzial z.B. am Eingang eines Audio-Verstärkers zu erreichen, wenn die Audiosignalquelle nicht genug liefert.
"Chemische Rücklaufsperren" und das Potenzial an postsynaptischen Verbindungen; Aus synaptischem Spalt austretende Botenstoffe bedeuten Übertragungs- bzw. Leistungsgrenze erreicht. Das forciert die Bildung zusätzlicher Synapsen. Völlig undifferenziert und nutzlos. Nach Absetzen/Entzug epileptische Anfälle. Übelstes Suchtgift !
Der Abbau ungenutzter Synapsen wird "gestört".
Hirnentwicklung, Umstrukturierung, Reifung in der Jugend ... ?
Avatar #79783
Practicus
am Dienstag, 12. Februar 2019, 22:11

@Mitdenker

Aber da gibt es wenigstens eine Vorstellung von der möglichen Wirkungsweise (schließlich wirken Antikonvulsiva und Antidepressiva) - um die Existenz von "Qi" oder die Wirkung von "Potenzierung" zu erklären, muss dagegen erstmal die gesamte Physik widerlegt werden
Avatar #79783
Practicus
am Dienstag, 12. Februar 2019, 22:02

@Mitdenker

Aber da gibt es wenigstens eine Vorstellung von der möglichen Wirkungsweise (schließlich wirken Antikonvulsiva und Antidepressiva) - um die Existenz von "Qi" oder die Wirkung von "Potenzierung" zu erklären, muss dagegen erstmal die gesamte Physik widerlegt werden
Avatar #759489
MITDENKER
am Dienstag, 12. Februar 2019, 16:12

Wirkmechanismus unklar - na und?

Unsere "Evidenzfreaks" fordern lautstark, dass der Wirkmechanismus eines Medikaments erwiesen sein MUSS (Kritik an Homöopathie etc,) und verkennen, dass das gerade in der Schulmedizin nach dem Prinzip "Unbekannt - na und?" gesehen wird. Bei vielen häufig verordneten Präparaten ist derselbe unklar, eine Aufzählung würde hier den Speicherplatz überfordern. Kleine Beispiele: SSRI (Psychopharmaka), sogar bei den unumstrittenen Antiepileptika ist alles unklar, Zitat:

"Antiepileptika (Antikonvulsiva)

Diese Medikamente werden in erster Linie zur Behandlung der Epilepsie eingesetzt. Sie haben aber auch eine stimmungsstabillisierende Wirkung und können deshalb zur Vorbeugung erneuter Krankheitsphasen bei bipolaren und schizoaffektiven Störungen zum Einsatz kommen. Ihr genauer Wirkmechanismus ist dabei noch weitgehend unbekannt."

Also lasst mal die Kirche im Dorf u. kümmert Euch um die Evidenzbasierung schulmedizinischer und NEBENWIRKUNGSREICHER Medikamente. Danach reden wir weiter.
Avatar #79783
Practicus
am Montag, 3. Dezember 2018, 14:56

Leider

hat die Bundesärztekammer mit der neuen Muster-WBO der wissenschaftlichen Medizin einen Bärendienst erwiesen.
Obwohl weiterhin keinerlei Hinweise auf die Wirkungsweise von Potenzierung oder das Vorhandensein von "Qi", Akupunkturpunkten oder Meridianen vorliegen, sollen Ärzte vor Anwendung (und natürlich Abrechnung) von magisch-mystischen Leistungen der Homöopathie oder Akupunktur kostenpflichtige, langdauernde "Ausbildungen" samt Prüfung absolvieren, deren Inhalt so sinnvoll ist wie das Auswendiglernen des Düsseldorfer Telefonbuchs!
praktiker können sich bezüglich der Wirksamkeit ihrer Behandlungen darauf berufen, dass ja offensichtlich auch die Bundesärztekammer diese Methoden für wirksam hält und deren Erlernen ja keine akademische Qualifikation erfordert...
Oder noch schlimmer: "Den Ärzten geht es doch nur ums Geld
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Sonntag, 2. Dezember 2018, 23:50

Warum streiten wir hier?

Die Diskussion die hier um die Rolle des Heilpraktikers geführt wird, hat aus meiner Sicht zwei wesentliche Aspekte. Erstens geht es um die Abgrenzung zwischen Arzt und Heilpraktiker, zweitens geht es um die Haltung der Heilpraktiker zur Alternativmedizin.

Zu Punkt eins: Hier geht es primär um die gesetzlichen Rahmenbedingungen, also um das Heilpraktikergesetz. Bereits in meinem vorigen Beitrag sagte ich, HEILEN ist wesentlich mehr als nur die THERAPIE, dazu gehören auch die Diagnostik incl. möglicher Differentialdiagnosen, die Indikationsstellung für die Therapie, die Verlaufskontrolle und die Abschätzung der Prognose. Zu dem Zeitpunkt der Entstehung des Heilpraktikergesetzes konnte sich ein Arzt z.B. nach dem Studium als praktischer Arzt niederlassen. Heutzutage ist mindestens der Facharzt für Algemeinmedizin notwendig. Was ich damit sagen möchte? Die Schulmedizin hat sich in den letzten Jahrzehnten weiter entwickelt, selbst sechs Jahre Studium sind derzeit für eine Niederlassung nicht ausreichend, heutzutage gilt der Facharzt als Standard. Wie soll der Heilpraktiker in seiner kurzen Ausbildungszeit das erforderliche Wissen für die Niederlassung bekommen? Andere Heilberufe haben deshalb nicht das HEILEN in der Berufsbezeichnung, sondern z.B. den THERAPEUTEN (z.B. der Physiotherapeut mit seinen drei Jahren Ausbildung) oder die PFLEGE (z.B. Altenpflege). Das Heilpraktikergesetz hat als Überschrift „die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung“, also ohne Approbation. Dies impliziert aber alle Aspekte des Heilens (siehe oben), die kurze Verbotsliste (z.B. das Verbot der Behandlung von Infektionskrankheiten) mag zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Gesetzes ausreichend gewesen sein, in der jetzigen Zeit ist das einfach ein Anachronismus. Eine Änderung der Berufsbezeichnung in ...Therapeut ist längst überfällig, nicht nur um die richtige Relation zum Arztberuf, sondern auch um die richtige Relation z.B. zum Physiotherapeuten zu haben. Es gibt eine Berufsordnung für Heilpraktiker, aber alles was dort steht hat empfehlenden Charakter. Weder gibt es eine Kammerpflicht noch gibt es Sanktionen bei fehlender Weiterbildung. Diese bislang wenig reglementierte Komfortzone für Heilpraktiker sorgt natürlich für Frustration bei den anderen Heilberufen gerade unter dem Aspekt, dass Heilpraktiker bisher den gesamten Heilungsprozess betreuen dürfen.
https://www.heilpraktiker.org/files/seiteninhalt/inhaltsseiten/c_fuer_heilpraktiker/ca_berufsziele/ca-02-berufsordnung/ca-02-01-berufsordnung-2008-final.pdf

Zu Punkt zwei: In der Alternativmedizin gibt es eine Reihe von Therapiekonzepten mit teilweise haarsträubenden theoretischen Erklärungen. Es ist egal, ob es sich hier um Bachblüten, Homöopathie, Schüsslersalze oder die ganzen energetischen Heilverfahren handelt. Es gibt nirgendwo einen Beweis, dass die Wirkung dieser Verfahren über einen Placeboeffekt hinaus geht. Wer Menschen behandelt, sollte die Kontrolle über die verwendeten Therapien haben. Diese Kontrolle ist aber nur beim Verständnis des wahren Wirkmechanismus gegeben, erst wenn der ganze esoterische Ballast abgeworfen wird und das Ritual als Wirkmechanismus verstanden wird, erst dann kann der Heilpraktiker in das System der Heilberufe integriert werden. Esoterische Schmuddelecke oder seriöser Heilberuf, wie der Beruf des Heilpraktikers seitens der Ärzteschaft wahrgenommen wird, hängt entscheidend von der Antwort auf diese Fragestellung ab. Diese Diskussion wird auch innerhalb der Ärzteschaft geführt wie die aktuelle Musterweiterbildungsordnung zeigt. Das ist ein objektives Problem bei all diesen ritualbasierten Alternativtherapien, für die maximale Wirkung benötigt der Behandler die Macht der Suggestion, und das geht nur, wenn der Behandler an diese Behandlung GLAUBT. Die Kehrseite des GLAUBENS ist der KONTROLLverlust über die Behandlung, für die Kontrolle ist eine intellektuelle Distanz zur verwendeten Therapie erforderlich. Maximale Wirkung oder maximale Kontrolle, beides zusammen geht nicht und zumindest intuitiv muss sich jeder Arzt und jeder Heilpraktiker dieser Frage stellen. Wer als Heiler den gesamten Heilungsprozess betreut, für den ist nach meiner Ansicht diese Kontrolle unbedingt erforderlich, für einen Therapeuten welcher auf Zuweisung arbeitet, sind Zugeständnisse vorstellbar. Eine öffentlich geführte Auseinandersetzung der Heilpraktiker mit dieser Problematik ist mir bisher nicht aufgefallen. Auch deshalb würde eine Änderung der Berufsbezeichnung in Ritualtherapeut dieser Auseinandersetzung viel von ihrer Schärfe nehmen. Egal wie der Ritualtherapeut innerlich zu seiner Therapiemethode steht, nach außen würde nur das Ritual als therapeutische Leistung verkauft. Niemand könnte sich dann später über die Vorspiegelung falscher Tatsachen beschweren. Wenn ein Patient unbedingt an diesen Hokuspokus glauben will, so ist das dann seine Privatangelegenheit. Für zusätzliche Therapien aus der Naturheilkunde oder Physiotherapie wären dann Zusatzweiterbildungen erforderlich.

Die zwei Probleme im Verhältnis zwischen Ärzten und Heilpraktikern (unzureichende Abgrenzung der Heilpraktiker zu den anderen Heilberufen und fehlende Abgrenzung der Heilpraktiker zur Alternativmedizin) hängen miteinander zusammen. Formell ist der Gesetzgeber für die gesetzlichen Rahmenbedingungen und für die Abgrenzung der Heilberufe zuständig. Aber solange bei der Gretchenfrage „esotherische Schmuddelecke oder seriöser Heilberuf“ es an klaren Aussagen seitens der Beteiligten fehlt, solange werden Versuchsballons gestartet wie jüngst mit der Aussage der FDP zur Abschaffung des Heilpraktikers. Und nur als kleiner Denkanstoß, der Heilpraktiker ist ein deutscher Sonderweg. Ich sehe null Chancen, den Heilpraktiker in ein europäisches System der Heilberufe zu integrieren. Andererseits gibt es auch in Europa einen Bedarf an Placebotherapien. Ein Ritualtherapeut hätte nach meiner Einschätzung zumindest eine Chance auf eine europäische Anerkennung.
Avatar #49132
Geue
am Sonntag, 18. November 2018, 10:26

HEILPRAKTIKERGESETZ

Nun, St. Rex bemüht sich nachhaltig um die Qualifizierung der Heilpraktiker u. um die Verbesserung des Gesetzes. Die Heilpraktiker mischen sich nicht so sehr in die Belange der Ärzte ein, die können das selbst zusammen mit dem Gesetzgeber regeln, aber sei's drum. Er wird schon eine gute Absicht haben...

Eine kurze Antwort:

1) Der Vergleich der Ausbildungszeiten HP's - Ärzte hinkt, da die Ärzte auch viel mehr MACHEN können u. dürfen. Heilpraktiker unterliegen vielen Beschränkungen (div. Infektionskrankheiten, keine gynäkol. Erkrankungen, keine Operationen etc. etc), von daher braucht man diese Wissensgebiete m.E. auch nur zu streifen.

2) Die Ausbildungsinhalte sind KEIN wissenschaftlicher Unsinn (nicht immer so arrogant argumentieren), sondern es geht primär um Schulmedizin, schlicht um die Prüfung zu bestehen. Es werden ja nur schulmed. Inhalte geprüft. Nochmal: Die THERAPEUTISCHEN BEFÄHIGUNGEN muss sowohl der Psychologe als auch der HP parallel oder nach der "Grundausbildung" erlernen. Das ist dann kein "Unsinn", sondern umfasst je nach Gusto: Akupunktur, Homöopathie, Phytotherapie, Osteopath. Techniken, Chiropraktik etc.

3) Das Killer-Standardargument wird durch Wiederholung nicht richtiger: Dass der "unterlassenen richtigen Therapien". HIER DIE REALITÄT: Beim HP sind zu 95% schulmed. austherapierte chronische Patienten, die vorher u. parallel beim Arzt waren bzw. sind. Welcher Patient geht schon erst zum HP u. NICHT erst zum Hausarzt bzw. z.B. zum Orthopäden? Dann kann man nett weiterphilosophieren: Wenn es so viel Über- und Falschtherapie gibt, wäre das mitunter ganz sinnvoll :-). Siehe hierzu den aktuellen SPIEGEL, Leitartikel von Jörg Blech; sehr informativ geschrieben!
Das Nicht- oder Falschtherapieren geschieht bei den Ärzten viel öfter. Nur mal ein Mini-Beispiel: Ihr kennt sicher die Stern-Rubrik "Die Diagnose". Da geht es nur darum, dass irgendwelche schlauen Spezialisten herausfinden, was die vorher behandelnden Docs alles nicht erkannt u. falsch therapiert haben. Dazu gibt es sicher auch Studien, aber ich bin jetzt zu faul, die alle rauszusuchen.
Diagnostik kann u. macht der HP auch, viele HPs haben ein Labor oder mehrere (Blut, Stuhl); also wird da nicht anders diagnostiziert als beim Hausdoc. Wer lediglich Diagnosen auspendelt macht einen Fehler, aber das ist sicher die Minderheit.

4) Dass einige Formulierungen im HP-Gesetz altbacken und "out of date" klingen - keine Frage. Das hat jedoch mit richtigen INHALTEN nichts zu tun.

Fazit: Man überlasse eine Überarbeitung des Gesetzes u. gegebenenfalls der Ausbildung getrost denen, die es angeht: Den HP-Verbänden u. dem Gesetzgeber. Die Ärzte haben sicher genug mit ihren eigenen Angelegenheiten zu tun.
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Samstag, 17. November 2018, 00:38

Wenn zwei das Gleiche tun,

dann ist das nicht dasselbe. Das Propagieren von Naturheilverfahren bringt diese Diskussion nicht weiter. Im Gegensatz zur Alternativmedizin bilden die Naturheilverfahren eine der historischen Wurzeln der Schulmedizin. Viel wichtiger ist die Frage, ob die Personengruppen, die therapeutische Maßnahmen durchführen, wirklich wissen was sie tun.

Wenn eine Personengruppe eine Ausbildung von ca. einem Jahr hat, und ein Teil der Ausbildungsinhalte ist wissenschaftlicher Unsinn, dann sind Zweifel an der Sachkompetenz dieser Personengruppe angebracht. Durch Alternativmedizin, welche nun einmal die Domäne der Heilpraktiker darstellt, können Patienten gefährdet werden.

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/70774/FDA-warnt-(erneut)-vor-homoeopathischen-Zahnungsgels-oder-tabletten

Gefahren entstehen für Patienten nicht nur durch die Risiken einer Therapie, sondern auch durch das Verzögern oder Unterlassen einer notwendigen Therapie. Gerade hier hat der begleitende Therapeut eine außerordentlich hohe Verantwortung.

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/97150/Standardkrebstherapie-bei-komplementaermedizinischen-Neigungen-nicht-vernachlaessigen

Genau dies ist der entscheidende Unterschied zwischen einem Heilpraktiker und einem Hausarzt. Ein Heilpraktiker ist bestenfalls für die eigene Therapieempfehlung verantwortlich, der Hausarzt ist zusätzlich Diagnostiker und damit der entscheidende Lotse im Gesundheitssystem. Einem Arzt kann bei grobem Fehlverhalten die Approbation entzogen werden, und dies ist richtig so. Das Heilpraktikergesetz sieht bei Fehlverhalten zwar Strafen vor (offensichtlich war den Machern dieses Gesetzes das Umherziehen ein besonderer Dorn im Auge), ein Entzug der Erlaubnis ist dort aber nicht vorgesehen.

Deshalb muss die Frage in aller Eindringlichkeit gestellt werden, warum ist eine Einschränkung der Regeln für Heilpraktiker überhaupt notwendig? Weil die Mehrdeutigkeit des Begriffs HEILpraktiker (in Analogie zu KinderHEILKUNDE, FrauenHEILKUNDE oder AugenHEILKUNDE) bewusst fehlgedeutet wird als praktischer HEILKUNDLER im Sinne eines Hausarztes light. Die heftigen Reaktionen in diesem Forum können auch so interpretiert werden: Diese Fehldeutung ist kein Versehen, sondern wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells.

Im aktuellen Rechtswesen gilt der Grundsatz, alles was nicht explizit verboten ist, das ist erlaubt. Zum Heilen gehören nun einmal die Diagnostik (entweder selbst oder durch andere als Leistung erbracht), die Indikationsstellung und die Bewertung des Verlaufs und der Prognose. Die Ausbildung des Heilpraktikers ist ausreichend für die sachgerechte Durchführung von Ritualen, aber ist sie auch ausreichend für all die anderen Aspekte, die mit der Heilkunde verbunden sind? Die Therapiefreiheit des Facharztes kann durch die langwierige Ausbildung gerechtfertigt werden. Wieviel Therapiefreiheit kann man im Vergleich dazu mit einer einjährigen Ausbildung begründen? Hier liegt die Aufgabe des Gesetzgebers, das Heilpraktikergesetz muss überarbeitet werden, die Ausbildung und die Ansprüche an einen Heilberuf müssen in Einklang gebracht werden. Dies ist möglich durch eine klar definierte Positivliste an erlaubten Tätigkeiten, durch eine deutliche Verbesserung der Ausbildung oder durch eine Richtigstellung des Tätigkeitsbereichs durch eine Änderung der Berufsbezeichnung (mein persönlicher Vorschlag ist wie gesagt der Begriff Ritualtherapeut).

Der Beruf des Arztes ist durch die langen Ausbildungszeiten, durch die Kammerpflicht und Fortbildungspflicht hoch reglementiert. Dies ist richtig so, hier geht es um unser höchstes Gut, um unsere Gesundheit. Das eine andere Berufsgruppe ohne vergleichbare Ausbildung und ohne vergleichbare Reglementierung hier aktiv werden darf, ist eine Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes. Selbstverständlich haben die Patienten das Recht selbst zu entscheiden, wohin sie gehen. Ich persönlich habe größte Zweifel, ob all die Patienten, die zum Heilpraktiker gehen, wirklich wissen, welche Qualifikation ihr Gegenüber hat. Voraussetzung dafür ist eine selbsterklärende Berufsbezeichnung ohne die Möglichkeit der Fehldeutung.

Abschließen möchte ich meine Ausführungen mit §2 Absatz 2 des Heilpraktikergesetzes, welcher exemplarisch für den Zustand dieses Gesetzes ist:
„(2) Wer durch besondere Leistungen seine Fähigkeit zur Ausübung der Heilkunde glaubhaft macht, wird auf Antrag des Reichsministers des Innern durch den Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung unter erleichterten Bedingungen zum Studium der Medizin zugelassen, sofern er seine Eignung für die Durchführung des Medizinstudiums nachweist.“
Wenn ein Heilpraktiker mit Berufserfahrung und ehrlichem Engagement den Arztberuf ergreifen möchte, dann sollte dies gefördert werden. Dies ist gut und richtig. Aber was hat in einem aktuell gültigen Gesetz der Bundesrepublik ein „Reichsminister“ zu suchen? Kann ein Gesetz mit derartigen sprachlichen Altlasten noch als geltendes Recht durchgehen?
Avatar #49132
Geue
am Freitag, 16. November 2018, 10:35

"Häuflein der Kritiker"

PS: Das "Häuflein" ist schmerzhafterweise die Mehrheit; nicht nur der Bevölkerung sondern auch der Ärzteschaft, ich zitiere aus dem Rundbrief eines bekannten Arztes bzw. den Ihnen sicher bekannten Doc Montgomery:

"Wie haben sich die deutschen Ärzte denn nun zur Weiterbildung in Homöopathie positioniert? Der Präsident der Bundesärztekammer sagte vor dem Ärztetag: “Es ist eine Tatsache, dass Homöopathie vielen Menschen hilft. Wichtig ist, dass es jemand macht, der weiß, wann sie nicht mehr helfen und dann auf normale schulmedizinische Verfahren umsteigen kann”, sagte Montgomery, “ich sehe die Homöopathie als eine komplementäre Medizin. In Verbindung mit guter medizinischer Ausbildung ist sie sinnvoll.” In einer Umfrage sprechen sich über 85 % der Ärzte (und das waren sicher nicht nur Homöopathen, sondern auch viele Schulmediziner) für den Erhalt der homöopathischen Weiterbildung aus. Eine schallende Ohrfeige für die Münsteraner Extremisten! Sie sind nicht nur extrem weit von jeglicher Kenntnis regulatorischer Prozesse bei der Heilung entfernt, sie kennen sich nicht nur nicht in der menschlichen, sondern auch nicht in der ärztlichen Psyche aus.

Sie können sich einfach nicht vorstellen, dass vernünftige Menschen eine „unwissenschaftliche Methode“ wollen. Und noch weniger können sie sich vorstellen, dass ein großer Teil ihrer Kollegen mit derselben wissenschaftlichen Ausbildung wie sie selbst haben, so etwas sogar praktizieren. Und sie können sich erst recht nicht vorstellen, dass Kollegen, die möglicherweise gar nichts von der Homöopathie halten, sogar für den Erhalt der Homöopathie stimmten, weil sie sich nicht von schulmedizinischen Taliban vorschreiben lassen wollen, was sie zu tun und zu lassen haben.

Ein herzliches Dankeschön nach Münster!"

Dem ist nichts hinzuzufügen u. damit beende ich die hoffentlich nicht ganz fruchtlose Diskussion u. arbeite weiter.
Avatar #49132
Geue
am Freitag, 16. November 2018, 10:19

STUDIENLAGE

Oha, es scheint ein "Wagnis" zu sein sich an die Öffentlichkeit zu wagen. Schade, ich dachte wir befinden uns in einer Demokratie.
Zum Thema Studienlage einige Fakten statt Hetze:
https://www.zqp.de/pflegebeduerftige-profitieren-von-naturheilverfahren/

Und ich zitiere die INTERNISTEN IM NETZ:
"Die Wirksamkeit vieler Naturheilverfahren konnte inzwischen genauso belegt werden wie Therapien der Schulmedizin. Dazu gehören wissenschaftliche Untersuchungen wie beispielsweise Messungen an einer festgelegten Zahl von Patienten, die unter gleichen Bedingungen gültig und wiederholbar sind.
QUELLE:
https://www.internisten-im-netz.de/fachgebiete/komplementaermedizin/sind-naturheilverfahren-wirksam.html
Oder die evidenzbasierte Schweizer HTA-Studie:
https://www.informationen-zur-homoeopathie.de/?p=696

Auch die legendäre CHARITE ist sicher kein Hort der Heilpraktiker/"Ritualtherapeuten":
http://www.hochschulambulanz-naturheilkunde.de/die_ambulanz/

Das könnte man noch seitenlang so fortsetzen. Aber wer nicht wahr-nehmen WILL, wird auch niemals überzeugt werden...
Avatar #88255
doc.nemo
am Freitag, 16. November 2018, 09:07

Danke an Practicus und Staphylococcus rex...

...für die argumentative Unterstützung. Das Häuflein der Kritiker, die sich an die Öffentlichkeit wagen, ist doch ziemlich übersichtlich. Kein Wunder, denn vor allem auf dem Gebiet der Homöopathie haben die medialen Angriffe auf ihre Kritiker in den letzten Monaten erheblich an Aggressivität zugenommen. Ich bin es inzwischen leid, den Hardcoregläubigen immer wieder die wissenschaftliche Studienlage darzulegen - es interessiert sie nicht. Trotzdem werde ich weiterhin meine Stimme gegen Pseudomedizin und Aberglaube erheben.
Avatar #49132
Geue
am Donnerstag, 15. November 2018, 23:45

BEFINDLICHKEITSSTÖRUNGEN

Man merkt, dass St. Rex vom Heilpraktiker-Beruf keine Ahnung hat. Aber er redet mit. Darf er, wir haben ja Meinungsfreiheit. Er schreibt z.B., dass der Heilpraktiker hauptsächlich Befindlichkeitsstörungen behandeln würde. Die Kritik am Heilpraktiker entzündet sich jedoch daran, dass man die Patienten vor den Heilpraktikern SCHÜTZEN MÜSSE (das vorgeschobene Argument des Patientenschutzes). Also was soll dann dieses Standardargument, wenn - wie S.REX ausführt - der Heilpraktiker eh nichts falsch machen kann. Amüsant, diese logischen Brüche.
Der Patient hat jedoch bereits entschieden u. will zum Heilpraktiker, aber einige Supergescheite wissen halt besser was für ihn das Richtige ist.
Wie gesagt, umgekehrt wird ein Schuh daraus, der Patient rennt ZUERST zum Schulmediziner, weil es dort nichts kostet. Schließlich ist er ja in einer gesetzlichen Krankenkasse, die bezahlt, auch wenn die Therapie jahrelang nichts bringt. Wenn das nicht hilft, geht er in seiner Not dann zum Heilpraktiker, der soll es dann richten. Wenn es nach einigen wenigen Sitzungen nicht hilft, dann ist der Patient weg. So schauts aus.
Auch deshalb landen die chronisch Kranken oft beim Heilpraktiker, dem soll noch etwas einfallen. Insofern ergänzen sich die Berufsstände ganz gut, die Notfallmedizin ist z.B. beileibe keine Domäne des Naturheilkundlers. Bei den chronischen Erkrankungen punktet er recht gut u. das sogar nach Studienlage:
https://www.praxiskuepper.de/content/homoeopathie/belege-der-wirksamkeit-der-homoeopathie/
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Donnerstag, 15. November 2018, 22:04

Wo ist der Platz des Heilpraktikers?

Offensichtlich weckt die Diskussion um die Rolle des Heilpraktikers im Gesundheitssystem Emotionen und offensichtlich ist diese Diskussion schon lange überfällig.

Schauen wir einfach nach wie lang die jeweilige Ausbildung dauert: Die Ausbildung zum Heilpraktiker kann in Vollzeit z.B. in 10 Monaten abgeschlossen werden: http://hpischule.de/kurse/heilpraktiker-vollzeitstudium/
Die Lehrinhalte sind teilweise medizinisches Grundwissen, teilweise rechtliche Rahmenbedingungen, einige Elemente aus der Phytotherapie und der Physiotherapie, aber auch das ganze Paralleluniversum an pseudowissenschaftlichen Ritualen wie Irisdiagnostik oder Homöopathie und andere Rituale.

Im Vergleich dazu dauert die Ausbildung zum Physiotherapeuten drei Jahre im Direktstudium und hat folgende Lehrinhalte:
https://www.medfachschule.de/Seiten_physiotherapie-ausbildung-ausbildungsinhalte.aspx

Das Studium der Humanmedizin dauert im Vergleich dazu sechs Jahre plus weitere fünf bis sechs Jahre für die Facharztausbildung (erst als Facharzt darf man wirklich selbstständig tätig sein).

Ist es so abwegig von der Dauer der Ausbildung (im Direktstudium, um vergleichbar zu bleiben) auf die fachliche Qualifikation und damit auf den Platz in der Hierarchie der Heilberufe zu schließen? Der Begriff des Heilpraktikers ist nun einmal mehrdeutig. Der Berufsstand des Heilpraktikers hat diesen Begriff nicht erfunden ( https://de.wikipedia.org/wiki/Heilpraktikergesetz ), aber er hat auch nie etwas getan, um die Mehrdeutigkeiten klar zu stellen. In der heutigen Zeit ist das Heilpraktikergesetz ein Anachronismus. Es ist nicht nur ein sprachlicher Widerspruch, wenn jemand die Heilkunde ausübt, ohne eine Approbation zu besitzen. https://de.wikipedia.org/wiki/Approbation_(Heilberufe)
Es ist vor Allem ein Widerspruch zwischen der Berufsbezeichnung HEILpraktiker (weil die HEILkunde sonst nur nach Approbation möglich ist) und den fachlichen Anforderungen an diese Berufsbezeichnung. Dieser Widerspruch kann auf zwei Arten gelöst werden: Entweder durch eine höhere Qualifikation (z.B. ein richtiges Studium) oder durch eine Änderung der Berufsbezeichnung. Mein Vorschlag RITUALTHERAPEUT mag nicht so vornehm klingen wie Heilpraktiker, aber es wäre eine ehrliche und passende Berufsbezeichnung.

Die emotionale Reaktion einiger Forenteilnehmer zeigt aber auch, dieser Widerspruch ist auch ein Widerspruch zwischen der Selbstwahrnehmung und der fachlichen Qualifikation. Ein Facharzt braucht etwa zwölf Jahre bis zum Abschluss seiner Ausbildung und muss während des gesamten Berufslebens alle fünf Jahre seine Weiterbildungen durch ein Zertifikat bestätigen lassen. Trotzdem habe ich gelegentlich am Ende des Arbeitstages Zweifel, ob ich alles perfekt gemacht habe. Und dann gibt es Leute, die nach einer einjährigen Kurzausbildung berufen sind, Diagnosen zu stellen und invasive Therapien nach eigenem Ermessen durchzuführen? Und dafür wird auch noch der Begriff des Pluralismus missbraucht? Sorry, aber wenn ich im Mathe-Unterricht meinem Lehrer erklärt hätte, zwei plus zwei ist gleich fünf, dann hätte auch der Hinweis auf politischen Pluralismus nichts an der Note geändert. Und was den Hinweis auf die unterschiedlichen Haftpflichtprämien betrifft, Ärzte behandeln nun einmal schwerkranke Patienten mit Therapien, welche Risiken und Nebenwirkungen beinhalten. Dagegen behandeln Heilpraktiker in der Regel Patienten mit Befindlichkeitsstörungen, und die verwendeten Rituale sind lediglich eine Fokussierungshilfe, um die Selbstheilungskräfte des Patienten zu aktivieren. Das bedeutet, ein Vergleich der Haftpflichtprämien ist ein Apfel-Birnen-Vergleich aus der untersten didaktischen Schublade und hat in einer seriösen Diskussion nichts zu suchen.

Im Übrigen hat mein Beitrag nichts mit einer Hassbotschaft zu tun. Ich bezweifle nicht im Geringsten den therapeutischen Wert eines guten Rituals. Dass die Ritualtherapie fast ausschließlich durch Heilpraktiker durchgeführt wird, hat einen einfachen Grund, eine Tablette ist genau so wirksam wie ein gutes Ritual. Das Ritual hat weniger Nebenwirkungen, aber es braucht menschliche Arbeitszeit und ist somit teurer als die Tablette. Einzig aus diesem Grund wird die sprechende Medizin durch die Ärzteschaft vernachlässigt, nicht weil sie schlecht wäre, sondern nur weil die Kassen nicht bereit sind, den Aufpreis für die menschliche Arbeitszeit zu bezahlen.

Das wiederum bedeutet, es gibt in der jetzigen Zeit sehr wohl einen Platz für einen Ritualtherapeuten. Dieser Platz ist aber wesentlich bescheidener als der Platz des Heilpraktikers. Auf Befindlichkeiten beim Thema Selbstwahrnehmung einiger Zeitgenossen kann ich dabei keine Rücksicht nehmen, schließlich ist die Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen einer Behandlung eine ärztliche Kernaufgabe.

Und in einem Punkt muss ich Practicus widersprechen. Der Berufsstand des Heilpraktikers kann nicht einfach abgeschafft werden. Diese Menschen haben Geld in ihre Ausbildung investiert und haben einen Anspruch auf Besitzstandswahrung. Diese Besitzstandswahrung bezieht sich aber nur auf das Recht der Berufsausübung. Die Besitzstandswahrung bezieht sich nicht auf die formelle Berufsbezeichnung. Eine Diskussion um die Abschaffung des Heilpraktikers ist von Beginn an zum Scheitern verurteilt und somit Zeitverschwendung. Eine Änderung der Berufsbezeichnung ist dagegen schwierig, aber nicht unmöglich. Eine Abschaffung des Heilpraktikers würde unzufriedene Patienten zurück lassen, eine Umbenennung in Ritualtherapeut würde ihnen helfen, sich im Dschungel der medizinischen Angebote besser zurecht zu finden.
Avatar #49132
Geue
am Donnerstag, 15. November 2018, 13:13

Hasssreden

Was Staphylococcus Rex so von sich gibt sind nichts als intellektuell getarnte HASSREDEN. Da ist's nicht weit zu Pegida & Co.
Den Anderen (hier die Heilpraktiker) schlecht machen und als "Hochstapler" abwerten ist die Devise. Viele ach so gebildete und studierte Mitmenschen glänzen keineswegs durch die Tugenden eines wirklich gebildeten Zeitgenossen. Da fehlt es schlicht an der Sachlichkeit und sogar an der Kinderstube. Die als Wissenschaftlichkeit getarnte Rechthaberei feiert fröhlich-schaurig Urständ.
Wenn die Heilpraktiker ebenso vorgehen würden, dann gäbe es einen "Münsteraner Appell" mit dem Ziel die Ärzteschaft abzuschaffen, Argumente wären in etwa: Wenn Ärzte streiken gibt es in diesem Bereich in dieser Zeit vergleichsweise weniger Todesfälle (näheres dazu siehe Suchmaschinen), medizinische Behandlung ist die dritthäufigste Todesursache, das Weißbuch Patientensicherheit verweist auf 20.000 vermeidbare Todesfälle pro Jahr (allein in Krankenhäusern) - und stellt gegenüber wieviele Todesfälle Heilpraktiker pro Jahr verursachen etc. etc.
Eine solche Initiative gibt es jedoch (noch) nicht, offenbar gilt hier "Leben und Leben lassen" bzw. der Wert der konstruktiven u. sachlichen Kritik statt des persönlichen Abwertens des Anderen.
Ich zitiere als mein Fazit Bundespräsident Steinmeier: Es gebe nicht mehr die Haltung, dass auch der andere recht haben könnte, beklagte der Bundespräsident. „Dabei lebt Demokratie doch gerade von der Bereitschaft, auch anderen zuzuhören, sich selbst und die eigene Position zu überprüfen und in Respekt vor anderen Positionen nach Lösungen im Streit der Interessen zu suchen.“
Avatar #755385
engeltina
am Donnerstag, 15. November 2018, 10:46

....

Der Herr Spahn.... Welches Wissen hat dieser Mann den auf sein Fachgebiet? Wieso verschärfen? Wieso ist der Begriff Heilpraktiker eine Täuschung? Weil das Wort Heilen drin vorkommt.... Ohmann man kann auch alles verkausalisieren. Dann bleiben wir bei Naturheilkunde. Leider dürfen wir hier in Deutschland keine Medizin selber herstellen. Könnte ja helfen *IronieOff*. Ich bin auch der Meinung, daß der Beruf "Arzt" auch geprüft und verschärft werden sollte. Viele haben doch vergessen, was dieser Beruf ist. Alle stehen unter Druck und werden vertraglich durch Krankenkassen und der Pharma dustrie erpresst. Die Pharmaindustrie macht Menschen nicht gesund. Und die künstlich hergestellte Medizin beruft sich nun einmal aus der Natur. Indigene Völker leben wesentlich gesünder wie wir und nehmen alles was ihnen die Natur bietet. Die haben keine Volkskrankheiten. Ärzte haben vergessen das ihr Beruf noch nicht so lange exestiert. Da waren die Herrschaften im alten Orient uns "zivilisierten" Europäer weit voraus. Und nur durch bahnbrechende neugierige Mediziner, die sich beschäftigt haben, wo die Ursachen bestimmter Erkrankungen herkommen, können sich Ärzte heute ausruhen und lieber Tabletten verschreiben. Hildegard von Bingen ist Revolutionär auf dem Gebiet der Naturheilkunde. Vieles davon ist heute noch aktuell. Die heutigen Mediziner sollten sich mal viel lieber mit der Thematik der Naturheilkunde befassen, bevor man Äußerungen ablässt, Das Ärzte bessere Mediziner sind oder eher heilen können. Was ja in der Definition auch falsch ist. Und ja der Heilpraktiker wird durch EU gefördert und kann bis zu 16.000 Euro kosten. 2 Jahre Schule und dann macht man vor einem Ärzteausschuss eine Prüfung. Damit ist man aber nicht fertig. Man muss den Heilpraktiker stets erweitern und befüllen, um sein Tätigkeitsgebiet zu erweitern und mit Wissen zu befüllen. Würden Ärzte sich mit Heilpraktikern zusammen setzen und vielleicht gemeinsam über Krankheiten und des Heilens austauschen, könnten beide Berufsgruppen davon profitieren. Was sollte daran falsch sein? Die Schulmedizin macht heute gravierende Fehler und das muss geändert werden. Und das hat nichts mit Fachkräfte Mangel oder zu wenig Personal zu tun. Nach der Approbation, passiert nur noch wenig in der Schulmedizin. Dann arbeitet der Arzt vielleicht 40/45 Jahre in eigener Praxis und muss nichts mehr tun und ruht sich auf seine Ausbildung aus. Ab und an nimmt man dann an einem Seminar oder Kongress teil und das Wars. Das ist BEDENKLICH!!
Avatar #755379
Grace
am Donnerstag, 15. November 2018, 09:37

#Nicht verschärfen - abschaffen! @Practicus

Klingt nicht so, als wüssten Sie genau, wie eine Überprüfung durch den Amtsarzt beim Gesundheitsamt aussieht! Für eine "Hygiene-Bescheinigung", wie Sie die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde bezeichnen, müssten Heilpraktiker-Anwärter nicht monate- oder jahrlang Anatomie, Physiologie und Pathologie büffeln! Nebenbei bemerkt: Mit Ihrer unverschämten Äußerung beleidigen Sie zudem alle Amtsärzte, die ja den Kopf dafür hinhalten, wenn sie einen Prüfling diese schwere Prüfung bestehen lassen! Sind die Amtsärzte denn in Ihren Augen alle "Hallodris", denen völlig wurscht ist, wen Sie auf die Menscheit loslassen? Ein Amtsarzt ist ein Arzt! und er wird nicht von den von Ihnen als sogenannte "Hygiene-Regel-Anwender" bezeichneten Prüflingen gezwungen, ihren in jungen Jahren geleisteten Eid des Hippokrates mal eben zu vergessen und irgendwelchen dahergelaufenen "Hygiene-Befolgern" die Ausübung der Heilkunde zu erlauben. Es reicht! Immer wieder wird unzulänglich öffentlich erklärt, das Heilpraktiker nix können und wissen müssen, um so eine Überprüfung vor dem Amtsarzt zu bestehen. Das ist eine Beleidung für alle Amtsärzte!
Avatar #49132
Geue
am Donnerstag, 15. November 2018, 07:47

Mumpitz

Nun, immerhin räumt der Kollege ein, dass die Akupunktur eine Wirkung hat. Und die Homöopathie. Somit sind wir nach Jahrzehnten immerhin ein Stückchen weiter, auch wenn die Skeptikergemeinde diese wirksamen Therapien am besten verdammen will u. den Anwender auf dem Scheiterhaufen sehen will. Der vordergründig gescheite Beitrag von Practicus ist jedoch in sich unlogisch: Wieso sollte eine HEILWIRKUNG eine Täuschung sein? Ok, wir sagen dann zum Patienten: "Sie haben sich getäuscht, sie sind nicht gesund, sondern immer noch krank".
Weiterbildungen beinhalten weitaus gefährlichere Täuschungen (Vioxx, Lipobay, Contergan, um nur einiges zu nennen), also keine Angst.
Frage an Praktikus: Wieviel (in % um es einfacher zu machen) Evidenzgrad 1a-Therapien/Medikation wenden Sie an? 100%? Dann verschreiben sie fast nichts. Ich zitiere: "Ärztliche Entscheidungen basieren weit seltener auf neuesten medizinischen Forschungsergebnissen als erhofft. 30 bis 40 Prozent der Patienten werden nicht so versorgt, wie es dem wissenschaftlichen Forschungsstand (Evidenz) entspricht und ein Viertel der Patienten erhält eine Therapie, die überflüssig oder sogar schädlich ist." Darauf macht das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) aufmerksam. Schuld daran sei „eine immer weiter klaffende Lücke zwischen Wissen und Praxis“, sagt Edmund Neugebauer, Professor für Chirurgische Forschung an der Privatuniversität Witten-Herdecke und Vorsitzender des DNEbM."
Dann dürften Sie nicht Impfen, Krebs nicht mit Chemotherapie behandeln etc. etc. (da gibt es keine Doppelblindstudien, aus ethischen Gründen).
Also locker bleiben, Medizin ist keine Naturwissenschaft sondern Erfahrungsmedizin. Mich faszinieren nicht die - meist pharmafinanzierten - Doppelblindstudien, sondern der Umstand WIE z.B. Völker u. Heiler dahinter kamen, wobei pflanzliche Mittel etc. helfen. Hut ab davor, denn mit Versuch u. Irrtum kommt man nicht dahinter. Da amüsiert mich stets der Begriff der "Evidenzblasierung".
By the Way: Das es üble Ausartungen der chin. Medizin gibt und die Medikamte sehr gut auf giftige Rückstände (Pestizide etc.) untersucht sein sollten, ist unbestritten. Jedoch paßt man da schon auf, z.B. in der TCM-Klinik in Bad Kötzting.
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Mittwoch, 14. November 2018, 23:21

Nicht abschaffen – umbenennen!

Das Hauptproblem mit dem Beruf des Heilpraktikers ist aus meiner Sicht, dass die aktuelle Berufsbezeichnung förmlich zum Missbrauch einlädt. Ein Heiler ist in meiner Wahrnehmung ein Arzt, und ein Praktiker ist dabei derjenige Arzt, welcher für die Grundversorgung zuständig ist. Das heißt, die wahren Heilpraktiker sind die niedergelassenen Hausärzte. Und alle Anderen, die diesen Namen als Berufsbezeichnung führen, sind in Wirklichkeit Hochstapler. Auch wenn diese Berufsbezeichnung legal ist, so ist sie noch lange nicht richtig. Warum klagt z.B. der Hartmannbund i.S. des Markenrechts nicht auf Unterlassung?

Genau in dieser sprachlichen Zweideutigkeit liegt das Geschäftsmodell vieler Heilpraktiker. Als Heiler fühlen sie sich dazu berufen, eigenständige Therapieentscheidungen zu treffen und als Praktiker haben sie eine natürliche Distanz zu den wissenschaftlichen Methoden der Schulmedizin. Wenn man sich die Lehrinhalte der Heilpraktikerausbildung anschaut, so haben die meisten verwendeten Methoden eine große Gemeinsamkeit: Das Ritual als Therapeutikum. Wenn man all das weglässt, was nach den Vorstellungen von Herrn Spahn verboten werden soll, dann ist der verbleibende Rest genau dies: Der Heilpraktiker ist in Wirklichkeit ein RITUALTHERAPEUT. Nicht mehr und nicht weniger. Und wenn ein Ritual dabei hilft, Schmerzmittel einzusparen, dann ist dies in Ordnung. Hauptsache, es geschieht nicht unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Mit der Namensänderung lösen sich automatisch die meisten aktuellen Probleme. Es ist offensichtlich, was ein Ritualtherapeut ohne Zusatzausbildung machen darf und was nicht und es ist offensichtlich, welchen Platz er in der Hierarchie der Heilberufe hat.

Es gibt übrigens einen wichtigen Unterschied zwischen Schulmedizin und Ritualtherapie. Für die Schulmedizin ist der kulturelle Hintergrund des Patienten in der Regel irrelevant. Dagegen ist der kulturelle Hintergrund wesentlich für den Erfolg der Ritualtherapie.

Was die Qualitätssicherung betrifft, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Leitlinien kann und wird es für Rituale nicht geben. Rituale dagegen sind in historischen Texten festgeschrieben, ansonsten kümmert sich die EU um die entsprechenden Normen:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/81841/Klares-Signal-gegen-europaeische-Gesundheitsnormen
Avatar #79783
Practicus
am Mittwoch, 14. November 2018, 21:11

#Mumpitz

Niemand bezweifelt, dass Akupunktur eine Wirkung hat. Die ist aber weitgehend unabhängig davon, ob und wo gestochen wird, Genauso, wie Homöopathie "wirkt" - ob nun das mühsam repertorisierte Mittel verabreicht wird oder nicht (gilt auch für Bachblüten, Anthroposophie etc). Das Wirkprinzip ist eine Täuschung der PatientInnen, verstärkt durch eine Selbsttäuschng der Behandelnden.
Es gibt weder "Qi" noch "Punkte" noch "Meridiane" noch irgendeinen Effekt der "Potenzierung" oder sonstiger magisch-mystischer Hestellungsprinzipien von "Arzneien" diverser Heilslehren.
Die von den "Fachgesellschaften" mit Unterützung (schämt euch!) der Ärztekammern angebotenen und "anerkannten Weiterbildungen" sind so sinnvoll wie das Auswendiglernen des Düsseldorfer Telefonbuchs, bringen den Protagonisten aber eine Menge Geld!
Zur Kritik von #Geue
In der Chirurgie ist es halt sehr schwierig, lege artis eine Kontrollgruppe zu bilden. Patienten müssten dabei zustimmen, möglicherweise nach dem Zufallsprinzip einer Scheinoperation oder keiner Behandlung untezogen zu werden. Ex post Verläufe behandelter und unbehandelter Patienten zu vergleichen, ist eben keine "RTC", wie sie für den Evidenznachweis gefordert wird.
Bei der Akupunktur gibt es ebenfalls das Problem, dass es einfach keine auf Behandlerseite korrekt verblindeten "Studien" gibt! Insoweit sind Studien zur Akupunktur gundsätzlich statistischer MÜLL.
Es gibt natürlich Methoden, Akupunktur und Hömöopathie etc so zu verblinden, dass TATSÄCHLICH weder Patienten noch Behandelnde wissen, ob Verum oder Placebo appliziert wird - diese werden nur nirgends durchgeführt. Einerseits will sich keiner den Ast absägen, auf dem er sitzt, andererseits will niemand mit Verstand kostbare Forschungsgelder für Untersuchungen ausgeben, die offensichtlichen Unfug als solchen entlarven sollen.
Die Phytotherapie der TCM entspricht etwa der Wirksamkeit der europäischen Klostermedizin - ansonsten ist die echte "traditionelle chinesische Medizin" eine der Hauptursachen der Ausrottung von Nashörnern, Löwen und Tigern, sonst nichts!
Avatar #49132
Geue
am Mittwoch, 14. November 2018, 15:28

Mumpitz

PS: Etwas Nachilfe für Doc.Nemo: Die chin. Medizin wird wohl mehr von Ärzten als von der Heilpraktikerschaft ausgeübt; die Wikipedia weiß in solchen Fragen mehr (ich zitiere):

Die traditionelle chinesische Medizin ist mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum verbreitet. Sie hat eine Reihe von ärztlichen Gesellschaften hervorgebracht.
Die „Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur“ (DÄGfA e.V., gegründet 1951) ist eine der größten Fachgesellschaften auf dem Gebiet der Naturheilkunde und die älteste deutsche Akupunkturgesellschaft.
Die "Deutsche Gesellschaft für Akupunktur und Neuraltherapie" (DGfAN e.V., gegründet 1971), hervorgegangen aus der Arbeitsgemeinschaft Reflexmedizin der DDR integriert die chinesische Medizin in ihr reflextherapeutisches Gesamtkonzept.
Das gesamte Feld chinesischer Therapien, insbesondere auch die Phytotherapie, deckt die Societas medicinae Sinensis ab (SMS - Internationale Gesellschaft für Chinesische Medizin e.V.).
Der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Fachgesellschaft „Forschungsgruppe Akupunktur“ ist die fachärztliche Fort- und Weiterbildung auf dem Gebiet der Akupunktur und die Entwicklung und Durchführung großer klinischer Studien.[42] So war die Forschungsgruppe maßgeblich an der Konzeption und Durchführung der GERAC-Studien beteiligt.[43

Und die berühmte GERAC-Akupunktur-Studie wurde an u. von der Ärzteschaft durchgeführt. Also bitte keine Kollegenschelte, Ärzte machen doch keinen "Mumpitz"!
Avatar #49132
Geue
am Mittwoch, 14. November 2018, 15:07

Paralleluniversumsbewohner

Naja, die Meldung ist nicht sachgerecht oder moderner formuliert: FAKE NEWS. "Verschreibungspflichtige Arzneimittel" durften NOCH NIE von Heilpraktikern hergestellt werden. Und die Herstellung/Mischen von NICHT verschreibungspflichtigen Medikamenten ist sowieso auch nicht legal, die müssen vom Heilpraktiker rezeptiert und in der Apotheke hergestellt werden. Da gab es sogar schon einmal jur. Ärger wegen in der Praxis selbstgemischter Bachblüten; wirklich eine verurteilungswürdige Untat, die Leben kosten könnte!
Da hätte ich schon etwas mehr Sachkenntnis erwartet. Aber stattdessen wird lieber auf die Heilpraktiker im Allgemeinen eingedroschen, scheint ja überaus lästige Konkurrenz zu sein.
A propos "Mumpitz" und chin. Medizin, die Studienlage ist erdrückend, hier nur einige davon (den Rest einfach selbst auf Pubmed nachschauen): https://www.tcm-med.com/studien-ueber-die-wirksamkeit-der-traditionellen-chinesischen-medizin/
By the Way: Wo ist denn die vielbeschworene Evidenzbasierung der Schulmedizin? Nicht einmal in der Chirurgie haben wir die (Zitat aus dem ÄRZTEBLATT):
"Derzeit sind für weniger als 15 Prozent aller Fragen in der Chirurgie Daten aus randomisierten kontrollierten Studien verfügbar. Für eine EbM in Deutschland sind der Aufbau und die Förderung einer multizentrischen Studienkultur notwendig.
Bei den Medikamenten schaut's noch schlechter aus (siehe beispielsweise Prof. Götzsche, Cochrane-Institut etc).
Fazit: Mumpitz?
Gesundheitstipp von mir: Wer im Glashaus sitzt sollte das permanente Steinwerfen unterlassen.
Avatar #92096
baldur
am Dienstag, 13. November 2018, 16:37

Na ja....

"Deshalb werden wir Herstellung, Verkauf und Anwendung von Frischzellen verbieten. Und deshalb sollen verschreibungspflichtige Arzneimittel künftig nur noch im Ausnahmefall von Heilpraktikern hergestellt werden dürfen." Zita Spahn
Avatar #99598
Clemens-X
am Dienstag, 13. November 2018, 13:33

Ärzteblatt verfälscht die Darstellung!

Spahn hat bei seinem Vorstoß nicht speziell auf Heilpraktiker abgezielt, sondern auf alle, die Arzneimittel selbst herstellen und dann am Menschen anwenden wollen. Angesichts der im Ärzteblatt tendenziell massiv gegen den Heilpraktikerberuf voreingenommenen Stimmung (siehe die Diskussion betr. Münsteraner Kreis usw.) wundert mich diese klare Verfälschung nicht mehr.
Bestätigt wird meine Ansicht durch die bisher hier zu lesenden Kommentare, die mit einer sachlichen Auseinandersetzung nichts zu tun haben.

Clemens M. Hürten
Heilpraktiker der Psychotherapie
Avatar #88255
doc.nemo
am Dienstag, 13. November 2018, 08:18

Da hilft nur kräftige Lobbyarbeit

Nachdem der Traditionelle Chinesische Mumpitz Eingang in die ICD-11 gefunden hat, könnte die Heilpraktikerzunft versuchen, ihr Paralleluniversum ganz offiziell mit der ICD-12 oder ICD-13 adeln zu lassen. Es müsste nur genug Geld fließen...
Avatar #79783
Practicus
am Montag, 12. November 2018, 22:17

Nicht verschärfen - abschaffen!

Wer sich beruflich der Heilkunde widmen will, muss Medizin oder Psychologie studieren und darf danach ein Staatsexamen ablegen, das ihn für den Umgang mit unserem höchsten Gut qualifiziert.
Wozu brauchen wir selbstberufene Pseudo-Ärzte, die sich schon heute auf eine "staatliche Prüfung" berufen, die den Anschein einer "staatlichen Qualifikation" ermöglicht.
Die Heilpraktiker-Überprüfung ist doch eher mit der "Hygiene-Bescheinigung" vom Gesundheitsamt vergleicbar als mit einer medizinischen Prüfung!
Avatar #710227
elke-hartmann-praxis@t-online.de
am Montag, 12. November 2018, 20:35

Interessant!

Ein Patient wollte erst kürzlich von mir eine Unterschrift, damit er für die Ausbildung vom Arbeitsamt Förderung bekommt.
KEIN WITZ! DAS WIRD MIT STEUERGELDERN GEFÖRDERT.
Die KV sagte geht sie nix an, die Kammer auch und von MEDI kam keine Antwort...
Traurig.
Avatar #755207
Haferanke
am Montag, 12. November 2018, 20:27

Spahn und Heilpraktiker

Der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter will Heilpraktikern Tätigkeiten verbieten, die sowieso verboten sind.
Information vor Pressemitteilung erhellt.


Avatar #755207
Haferanke
am Montag, 12. November 2018, 20:22

Spahn und Heilpraktiker

Der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter will Heilpraktikern Tätigkeiten verbieten, die sowieso verboten sind.
Information vor Pressemitteilung erhellt.


LNS

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