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Vermischtes

TK etabliert kombiniertes Offline/Online-Therapie­angebot gegen Tinnitus

Dienstag, 13. November 2018

/dpa

Hamburg – Ein neues Behandlungspaket für Tinnituspatienten hat die Techniker Krankenkasse (TK) vorgestellt. Für die „Tinni­tracks Basis-The­rapie“ hat die Krankenkasse gemeinsam mit dem Start-up-Unternehmen Sonormed, dem Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte und der Schön-Klinik Vereinbarungen zur „Besonderen Versorgung“ geschlossen. Das Angebot ist zunächst in fünf Bundesländern verfügbar: Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Zur Teilnahme muss ein HNO-Arzt in einer Einganguntersuchung die Tinnitusdiagnose bestätigen und in einer körperlichen Untersuchung vor Ort die Teilnahmevoraus­setzungen überprüfen. Der Arzt muss dafür an dem TK-Angebot teilnehmen.

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Die Patienten bekommen vom HNO-Arzt dann einen Tinnitracks-Aktivierungscode. Über eine Smartphone-Applikation (App) erhalten die Patienten bei Eingabe des Aktivierungscodes Aufklärung und praktische Beratung zum Thema Tinnitus. Dabei werden Patienten mit konkreten Maßnahmen und etablierten Techniken vertraut gemacht, die ihnen im Alltag mit dem Tinnitus helfen sollen, heißt es von der TK. Beantwortet werden Fragen wie: Wie schlafe ich gut? Was tue ich bei Stress? Wie stört mich der Tinnitus weniger?

Reichen die Inhalte der App nicht aus, können die Patienten darüber hinaus eine Videosprechstunde in Anspruch nehmen. Dort könnten Betroffene unter anderem mit dem Arzt besprechen, was sie tun können, wenn der Tinnitus wieder mehr Raum im Alltag einnimmt, so die TK.

Die Videosprechstunde erfolgt über ein Angebot namens MindDoc der Schön-Klinik. „Mit MindDoc verfügt die Schön-Klinik bereits seit vielen Jahren über sehr gute Erfahrungen mit videokonferenzbasierter Psychotherapie bei Patienten mit Depression und Essstörungen. Wir freuen uns, unsere Expertise jetzt auch Tinnituspatienten anbieten zu können“, sagte Bernhard Backes, therapeutischer Leiter von MindDoc.

Nach einem Jahr Tinni­tracks Basis-The­rapie wird der Patient wieder vom HNO-Arzt untersucht. Das Angebot ist für die Betroffenen kostenfrei.

Klaus Rupp, Leiter des Versorgungsmanagements der TK, sprach von einem weiteren Baustein im digitalen Versorgungsportfolio. Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte begrüßte das neue Angebot ebenfalls. „Tinnitus ist ein komplexes Krankheitsbild, das oft mit einer langen Leidensgeschichte der Patienten verbunden ist. Mit dem Beratungsansatz steht nun eine weitere Behandlungsoption zur Verfügung“, sagte dessen Präsident Dirk Heinrich.

Die TK bietet bereits seit 2015 ein App-basiertes Hörtraining für Tinnituspatienten an. Das Angebot, das dem störenden Ton im Ohr mit der Lieblingsmusik des Patienten zu Leibe rückt, ist bundesweit verfügbar. In Abgrenzung zur Basis-Therapie firmiert es künftig unter dem Namen „Tinnitracks Neuro-Therapie“. © hil/aerzteblatt.de

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