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Medizin

Einige Faktoren haben größeren Einfluss auf Herzinfarktrisiko bei Frauen

Mittwoch, 14. November 2018

/anetlanda, stockadobecom

Oxford – Bluthochdruck, Rauchen und Diabetes erhöhen das Risiko eines Herzinfarkts bei beiden Geschlechtern, aber sie haben bei Frauen mehr Wirkung als bei Männern. Das berichten Wissenschaftler um Elizabeth Millett vom The George Institute for Global Health der Universität Oxford im British Medical Journal (2018; doi: 10.1136/bmj.k4247).

Die Forscher analysierten Daten von fast einer halben Million Menschen, die in der britischen Biobank registriert sind. Die in der Studie erfassten 471.998 Menschen hatten keine Vorgeschichte von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie waren 40 bis 69 Jahre alt, 56 % von ihnen waren Frauen.

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Über einen Zeitraum von 7 Jahren hatten 5.081 Menschen ihren ersten Herzinfarkt, davon 29 % Frauen. Die Inzidenz des Herzinfarkts betrug bei Frauen laut den Forschern 7,76 pro 10.000 Personenjahre, verglichen mit 24,35 pro 10.000 Personenjahre bei Männern. Männer waren also erwartungsgemäß einem höheren Risiko für Herzinfarkte ausgesetzt.

„Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen erhöhten das Risiko eines Herzinfarkts bei beiden Geschlechtern, aber ihre Auswirkungen waren bei Frauen viel größer“, berichten die Forscher. Das Rauchen erhöhte das Risiko einer Frau für einen Herzinfarkt um 55 % mehr, als es das Risiko bei einem Mann erhöhte, während der Bluthochdruck das Risiko einer Frau für einen Herzinfarkt um zusätzliche 83 % im Vergleich zu seiner Wirkung bei einem Mann erhöhte.

Typ-2-Diabetes, der in der Regel mit schlechter Ernährung und anderen Lebensstil­faktoren verbunden ist, hatte einen um 47 % größeren Einfluss auf das Herzin­farktrisiko einer Frau im Vergleich zu einem Mann, während Typ-1-Diabetes bei einer Frau einen fast 3-mal größeren Einfluss hatte.

„Die zunehmende Prävalenz von lebensstilassoziierten Risikofaktoren in Verbindung mit der alternden Bevölkerung dürfte dazu führen, dass Frauen künftig eine insgesamt ähnlich hohe Rate von Myokardinfarkten wie Männer aufweisen, was zu einer erheblichen zusätzlichen Belastung der Gesellschaft und der Gesundheitsressourcen führt“, warnen die Autoren. © hil/aerzteblatt.de

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