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Informations­kampagne zu Antibiotika­resistenzen

Mittwoch, 14. November 2018

/Tobias Arhelger, stock.adobe.com

Berlin/München – Antibiotika sind ein wertvolles Gut und sollten nur zum Einsatz kommen, wenn sie wirklich nötig sind. Darauf haben jetzt Vertreter von „ARena“ hingewiesen, einem Forschungsprojekt gegen Antibiotikaresistenzen.

„Häufig werden sie aber verschrieben und eingenommen, obwohl sie gar nicht benötigt werden“, sagte Joachim Szecsenyi, Geschäftsführer im Aqua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen, anlässlich der beginnenden Weltantibiotikawoche der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO). Das Institut ist der sogenannte Konsortialführer des Projektes. 

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„Um für das Thema zu sensibilisieren, wollen die ARena-Beteiligten noch stärker in der Öffentlichkeit für einen bewussten Umgang mit Antibiotika werben“, erklärte Veit Wambach, Vorstandsvorsitzender der Agentur deutscher Arztnetze, die Partner in dem Projekt ist. Die Öffentlichkeitskampagne setzt Poster ein und informiert über die Internetseite www.antibiotika-alternativen.de.

Dort steht auch ein Film mit dem Titel „Husten, Schnupfen – Antibiotika?“ bereit. „Denn gerade in der jetzt beginnenden Erkältungszeit fragen Patienten verstärkt nach Antibiotika, obwohl diese in den meisten Fällen gar nicht wirksam sind“, so Wambach. An der Kampagne beteiligen sich verschiedene Ärztenetze zum Beispiel mit Infoständen, Aktionen in den Arztpraxen und Patientenschulungen. 

Unterstützung leistet auch die AOK Bayern, die ebenfalls ARena-Partner ist. „Die Informationen sollen verdeutlichen, dass es im Einzelfall für den Patienten besser ist, auf Antibiotika zu verzichten“, so Martin Steidler, Bereichsleiter Versorgungs­management der AOK Bayern.

Neben einem verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika mahnt die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB), zum Beginn der Erkältungszeit über einen Impfschutz nachzudenken. „Jeder Einzelne ist gefordert, Infektionskrankheiten bei sich und in seiner Familie zu verhindern und dadurch Antibiotika einzusparen“, erklärte Lutz Bader, Fachreferent Hygiene der KVB.

Impfungen zum Beispiel gegen Influenza oder gegen Pneumokokken seien ein wichtiger Baustein, weil sie auch zur Vermeidung von Antibiotikatherapien beitrügen. „Somit verhindern Impfungen gegen Erkrankungen durch Viren und Bakterien indirekt auch eine weitere Zunahme der Resistenzprobleme. Nicht zuletzt deshalb raten wir im ARena-Projekt dazu, alle öffentlich empfohlenen und von den Krankenkassen finanzierten Schutzimpfungen durchführen zu lassen“, so Bader.

„ARena – Antibiotika-Resistenzentwicklung nachhaltig abwenden“ bündelt Maßnahmen, um einem sorgsamen Umgang mit Antibiotika und dem rationalen Einsatz insbesondere von Breitspektrum-Antibiotika Vorschub zu leisten. Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundes­aus­schuss fördert das Projekt mit 5,1 Millionen Euro. Es läuft bis Ende 2019.

Ein weiteres Projekt startete im Jahr 2016:  RESIST (Resistenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegsinfektionen).  Ziel ist, die nicht indizierte Verordnung von Antibiotika zu verringern und den leitliniengerechten Einsatz von Breitbandantibiotika zu verbessern. Schwerpunkt des Projektes ist die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten.

Projektpartner sind der Verband der Ersatzkassen (vdek) und seine sechs Mitgliedskassen sowie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und acht Kassenärztliche Vereinigungen.Zwischenergebnisse werden für Ende 2018 erwartet. Insgesamt sind bis Mitte 2019 Daten von acht Abrechnungsquartalen für die Evaluation vorhanden. © hil/aerzteblatt.de

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