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Medizin

Alkaloide aus Lianen töten Pankreaskrebszellen in vitro

Dienstag, 20. November 2018

Von der Pflanze zum Wirkstoff – Ancistrolikokin E3 aus der Liane Ancistrocladus likoko hemmt das Wachstum und die Koloniebildung von Bauchspeicheldrüsenkrebszellen. /Severin Muyisa Suresh Awale

Würzburg – Ein Wirkstoff aus einer tropischen Regenwald-Liane hemmt das Wachstum von Bauchspeicheldrüsenkrebszellen. Das haben Forscher vom Institut für Organische Chemie der Universität Würzburg und Toyama und vom Institute of Natural Medicine der Universität Toyama in Japan entdeckt. Die Ergebnisse wurden im Journal of Natural Products publiziert (2018; doi: 10.1021/acs.jnatprod.8b00733).

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der tödlichsten Krebsarten, mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von weniger als 5 %. Weil die Krebszellen sich so aggressiv vermehren, verbrauchen sie im Tumorgewebe viel Nährstoffe und Sauerstoff. Während die meisten Zellen in einer solchen Mangelsituation absterben würden, überleben Bauchspeichel­drüsen­krebszellen, indem sie eine Signalkaskade auslösen, die sich Akt/mTOR nennt.

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Einige Forscher suchen daher gezielt nach Wirkstoffen, die diesen Signalweg unterbrechen. Substanzen, die unter „Hungerbedingungen“ auf Krebszellen bevorzugt toxisch wirken, bezeichnet man als Antiausteritäts-Verbindungen.

Alkaloide mit Antiausteritäts-Potenzial

Suresh Awale und Gerhard Bringmann haben mit ihren Teams schon vor einiger Zeit mehrere strukturell außergewöhnliche Alkaloide mit Antiausteritäts-Potenzial entdeckt. Diese Wirkstoffe stammen aus Pflanzen, die im kongolesischen Regenwald beheimatet sind.

Nun ist den Forschern aus Würzburg und Japan mit der Isolierung und Struktur­aufklärung von Ancistrolikokin E3 aus Zweigen der Liane Ancistrocladus likoko die Identifizierung einer weiteren neuen Substanz gelungen, die im Labor vielver­sprechende Wirkeigenschaften gegen PANC-1-Bauchspeicheldrüsenkrebszellen zeigen konnte.

Ancistrolikokin E3 veränderte die Morphologie der Krebszellen (siehe Abbildung, rechts oben), die letztlich zu deren Tod führte. Zudem hemmte die Substanz die Wanderung von Krebszellen und deren Koloniebildung (siehe Abbildung, links unten). Das könnte helfen, die Streuung des Krebses und damit die Bildung von Metastasen zu unterbinden, vermuten die Autoren der Studie.

Die Studien zeigen, dass die zellabtötende Wirkung durch Ancistrolikokin E3 auf einer Hemmung des Akt/mTOR- und des Autophagie-Signalweges beruht. Ancistrolikokin E3 und andere strukturverwandte Alkaloide könnten daher zur Entwicklung neuer Antikrebsmittel basierend auf der Antiausteritäts-Strategie führen, die auch gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs helfen, so die Hoffnung der Forscher. © idw/gie/aerzteblatt.de

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