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Ausland

US-Behörde geht verschärft gegen Boom von E-Zigaretten vor

Freitag, 16. November 2018

/dpa

Washington – Die US-Aufsichtsbehörde FDA geht verschärft gegen den boomenden Konsum von aromatisierten E-Zigaretten unter Jugendlichen vor. Wie die Behörde gestern mitteilte, strebt sie striktere Auflagen für den Verkauf dieser Produkte in Geschäften an. Auch sollen im Onlinehandel rigorosere Alterskontrollen durchgesetzt werden. Ferner kündigte die FDA an, auf ein Verbot von konventionellen Zigaretten mit Mentholgeschmack sowie von aromatisierten Zigarren hinwirken zu wollen.

Die jetzt verkündeten Maßnahmen gegen E-Zigaretten fallen allerdings hinter frühere Erklärungen der FDA zurück. Noch im September hatte Behördenchef Scott Gottlieb mitgeteilt, dass er ein generelles Verbot von aromatisierten E-Zigaretten prüfe. Den Verkauf von E-Zigaretten aller Art an Minderjährige hatte die FDA bereits vor zwei Jahren verboten. Dennoch hat sich ihr Konsum unter Jugendlichen laut Gottlieb „epidemisch“ ausgebreitet.

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Nach einer jetzt von ihm veröffentlichten Umfrage nahm der Konsum von E-Zigaretten zwischen 2017 und 2018 unter Oberschülern um 78 Prozent zu, unter Mittelschülern um 48 Prozent. Insgesamt 3,6 Millionen dieser Schüler qualmen demnach inzwischen die elektrischen Zigaretten – das sind 1,5 Millionen mehr als noch im vergangenen Jahr. Gottlieb sieht den Konsum von E-Zigaretten als Weg in die Nikotinsucht. „Ich werde nicht zulassen, dass eine Generation von Kindern durch E-Zigaretten abhängig von Nikotin wird“, erklärte er.

E-Zigaretten simulieren das Rauchen, ohne Tabak zu verbrennen. Dabei werden Flüssigkeiten, sogenannte Liquids, verdampft. Der entstehende Nebel wird inhaliert. Wie Tabakzigaretten enthalten aber auch die meisten E-Zigaretten den Suchtstoff Nikotin. Der Geschmack von Obst und Süßigkeiten, mit denen sie oft versetzt sind, macht sie für viele Jugendliche besonders attraktiv.

Auch in Europa sind die E-Zigaretten heftig umstritten, in Deutschland ist der Verkauf an Minderjährige ebenfalls verboten. Viele Mediziner warnen, auch das in der angeblich harmlosen Tabakalternative enthaltene Nikotin könne süchtig machen. Befürworter der E-Zigaretten beschreiben sie dagegen als Mittel, um von der Tabaksucht loszukommen oder diese zu verhindern.

Der jetzt von der FDA verkündete Plan sieht unter anderem vor, dass aromatisierte E-Zigaretten künftig nur noch in solchen Läden oder Ladenbereichen verkauft werden dürfen, zu denen Minderjährige nicht zugelassen sind. Für den Onlineverkauf strebt die Behörde zusätzliche Standards für die Kontrolle des Alters der Käufer an.

Von den neuen Restriktionen ausgenommen bleiben vorerst E-Zigaretten mit Menthol- und Minzegeschmack. Gottlieb begründete dies damit, dass solche E-Zigaretten unter Erwachsenen populärer seien als unter Jugendlichen. Auch wolle er die Situation vermeiden, dass Konsumenten von E-Zigaretten zu Tabakprodukten mit Mentholgeschmack wechselten, weil E-Zigaretten mit diesem Geschmack schwerer erhältlich seien.

Allerdings kündigte Gottlieb an, dass er auf ein Verbot der in den USA überaus beliebten regulären Zigaretten mit Mentholgeschmack hinarbeiten wolle. Der entsprechende Regulierungsprozess für diese Art von Tabakzigaretten kann sich aber –im Unterschied zu den geplanten Restriktionen für E-Zigaretten – jahrelang hinziehen, und sein Erfolg ist nicht unbedingt garantiert. Ähnlich kompliziert ist das Verfahren für das vom FDA-Chef angestrebte Verbot aromatisierter Zigarren. © afp/aerzteblatt.de

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