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Ärzteschaft

Bundes­ärzte­kammer beschließt neue Weiterbildungs­ordnung

Freitag, 16. November 2018

/dpa

Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat den Weg zur vollständigen Neuausrichtung der ärztlichen Weiterbildung freigemacht. Die dafür notwendige Gesamtnovelle der (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung (MWBO) für Ärzte hat der BÄK-Vorstand jetzt ein­stimmig beschlossen. Das neue Regelwerk bildet die Grundlage, auf der sich künftig Mediziner in ganz Deutschland zum Facharzt weiterbilden lassen können.

Kompetenzbasiert und flexibel, Inhalte statt Zeiten – das sind die wichtigen Kenn­zeichen der neuen Weiter­bildungs­ordnung. Darin sind die zu erwerbenden Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten aufgeteilt in „Kognitive und Methoden­kompetenzen“ sowie in „Handlungskompetenzen“. Sie werden den folgenden vier Kategorien zuge­ordnet: Inhalte, die der Weiterzubildende zu beschreiben hat; Inhalte, die der Weiter­zubildende systematisch einordnen und erklären soll, sowie Fertigkeiten, die der Weiterzubildende unter Anleitung erfüllt, und solche, die der Weiterzubildende selbstverantwortlich durchführt.

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Die MWBO ist die Grundlage für die rechtlich verbindlichen Weiter­bildungs­ordnungen der Lan­des­ärz­te­kam­mern. Bereits im Mai dieses Jahres hatte der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt die strukturellen Vorgaben für die neue MWBO einstimmig beschlossen. Im Anschluss berieten Bundes­ärzte­kammer und Lan­des­ärz­te­kam­mern die konkrete Ausgestaltung der 61 Facharzt-, zehn Schwerpunkt- und 56 Zusatz-Weiter­bildungen. Der BÄK-Vorstand empfahl den Ländern, die jetzt von ihm verabschiedete Gesamtnovelle in Landesrecht umzusetzen.

Marburger Bund drängt auf schnelle Umsetzung

Der Marburger Bund (MB) forderte nach Bekanntgabe des Beschlusses die rasche Umsetzung der neuen MWBO. „Es ist unabdingbar, dass nun die neuen Strukturen schnell und bundeseinheitlich umgesetzt werden", sagte der MB-Vorsitzender Rudolf Henke. Er betonte zudem die zentrale Bedeutung, die ein E-Logbuch zukünftig hätte.

Nur so ließen sich ihm zufolge die kognitiven und Methodenkompetenzen sowie die Handlungskompetenzen der sich in Weiterbildung befindlichen Ärzte einwandfrei belegen. „Mit dem E-Logbuch entsteht die Chance, die Unterstützungsprozesse der Kammern für die Ärztinnen und Ärzte in der Phase ihrer Weiterbildung ganz neu aufzustellen und mehr Verbindlichkeit zu schaffen“, so Henke.  © hil/sb/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Mittwoch, 21. November 2018, 14:32

#Björn Bendig

Wofür fordern Sie denn da "Evidenz"? Die fehlt ja vor allem bei den ganzen Früherkennungsuntersuchungen bei Erwachsenen und sonstige "Kassen-IGeL" Und natürlich für den vertragsärztlichen Alltag: Nutzen von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, Schmerzmittel bei Schmerzen im Bewegungsapparat, Ruhe- und Belastungs-EKG, nicht mal die Routinemessung des Blutdrucks ist "evidenzbasiert"
Bei Homöopathie und Akupunktur fehlt ja schon eine plausible Erklärung dafür, auf welche Weise die beanspruchte Wirkung erzielt werden kann, ohne den anerkannten Stand der Naturwissenschaften zu verletzen. Es gibt kein "Qi", das irgendwo fließen könnte, keine Meridiane, keine haltbare Erklärung für die beanspruchte "Potenzierung" - abgesehen von einer missbräuchlichen Verwendung von Begriffen aus der Quantenphysik. Lieschen-Müller-Vorstellungen von Quantenfluktuation, Information, "Wassergedächtnis"...
Avatar #754602
Björn Bendig
am Mittwoch, 21. November 2018, 11:18

Homöopathie und die drei Säulen der evidenzbasierten Medizin

Die moderne Evidenzbasierte Medizin (EbM) stützt sich per Definition von David Sackett, dem Begründer der EbM, auf drei Säulen: auf die klinische Erfahrung der Ärzte, die Werte und Wünsche des Patienten und den aktuellen Stand der klinischen Forschung. Homöopathische Ärzte wehren sich gegen den einseitigen Evidenzbegriff der Kritiker, der Evidenz allein auf die Säule der klinischen Forschung bzw. hier ausschließlich auf RCT verengen möchte und die anderen beiden Säulen ausblendet. Experten schätzen, dass bei einer solchen Auffassung von EbM rund 70 Prozent der Leistungen der GKV nicht evidenzbasiert sind. Nötiger als eine Homöopathie-Debatte hat die deutsche Ärzteschaft eine klare Verständigung darüber, welcher Evidenzbegriff gilt.
Mehr dazu in diesem Artikel der Deutschen Apothekerzeitung:
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/09/17/dav-und-aerzteverein-globuli-gehoeren-in-die-apotheke/chapter:all
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Samstag, 17. November 2018, 09:10

Unglaubwürdig

macht sich mit dieser Musterweiterbildungsordnung die Bundesärztekammer. Wer offizielle Zusatzweiterbildungen zu Akupunktur und Homöopathie gestattet, kann nicht bei den anderen Fachrichtungen und Zusatzweiterbildungen wissenschaftliches Handeln und evidenzbasierte Medizin einfordern. Beides zusammen in einer Weiter­bildungs­ordnung geht nicht! Kollege Practicus hat mit seiner Bemerkung absolut recht.
Avatar #79783
Practicus
am Freitag, 16. November 2018, 23:45

Unfassbar

Dass sich in der WBO weiterhin "Weiterbildungen" finden, deren Inhalt so nutzbringend ist wie das Auswendiglernen eines Telefonbuchs!
Akupuntur hilft, egal, wo gestochen wird, und Homöopathie wirkt unabhängig davon, ob das mühsam repertorisierte Mittel jetzt verabreicht wird oder nicht.
Diese WBO mit Akupunktur und Homöopathie ist eine Blamage für die deutsche wissenschaftliche Medizin.
SCHÄMT EUCH
LNS

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