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Häusliche Gewalt: Hilfe durch Ärzte entscheidend

Freitag, 16. November 2018

/sandyche, stock.adobe.com

Düsseldorf – Experten haben auf die wichtige Rolle von Ärzten beim Schutz von Kindern und Frauen vor häuslicher Gewalt hingewiesen. Ziel ärztlicher Intervention sei es, den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen, sagte Susanne Schwalen, Geschäfts­führende Ärztin der Ärztekammer Nordrhein, auf dem Symposium „Häusliche Gewalt und Kindeswohl“, das heute in Düsseldorf stattfand.

„Ärzte nehmen eine zentrale Stellung ein, wenn es darum geht, Gewaltbelastungen bei Müttern und Kindern zu erkennen und Hilfestellung zu leisten“, so Schwalen. Sie betonte, dass Kinder mit Behinderung besonders vulnerabel seien. „Die Wahrschein­lichkeit, dass sie Gewalt erleben, ist für Kinder mit Behinderungen fast viermal so hoch wie für nicht behinderte Kinder.“ Die in der Betreuung involvierten Berufsgruppen müssten hier besonders sensibilisiert werden.

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Die teilnehmenden Experten aus Medizin und Wissenschaft und der Ministerien für Gesundheit und Familie des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) gehen bei häuslicher Gewalt von vielen Fällen aus, die nicht bekannt werden. Insgesamt verzeichnete die polizeiliche Kriminalstatistik im vergangenen Jahr 3.542 Fälle von Kindes­misshandlung. Da die Straftaten in erster Linie in der Familie verübt würden und die Opfer noch zu klein und zu hilflos seien, um auf sich aufmerksam zu machen, sei jedoch eine hohe Dunkelziffer nicht angezeigter Straftaten wahrscheinlich.

Für den Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein ist das frühzeitige Erkennen eines etwaigen Therapiebedarfs von großer Bedeutung. „Vor allem frühe Missbrauchs- und Misshandlungserfahrungen können im Erwachsenenalter zu Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen führen“, sagte Frank Bergmann. Wichtig sei dann eine zügig eingeleitete und strukturierte Therapie, die auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt sei.

Genau diesen Ansatz verfolge man mit dem im Rheinland gestarteten Projekt zur Verbesserung der neurologisch-psychiatrischen und psychotherapeutischen Versor­gung. Von dem Projekt profitierten vor allem Patienten mit hohem koordinativen Versorgungsbedarf, wie dies zum Beispiel bei komplexen Traumafolgestörungen der Fall sei, so Bergmann. © hil/sb/aerzteblatt.de

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