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Medizin

Studie: Aggressiver Prostatakrebs erfordert sofortige kombinierte Therapie

Freitag, 16. November 2018

/Sebastian Kaulitzki, stockadobecom

Boston – Eine Operation oder eine Strahlentherapie allein können ein aggressives Prostatakarzinom mit einem Gleason-Score von 9 oder 10 in der Regel kurieren. Eine deutsch-amerikanische Arbeitsgruppe plädiert in JAMA Oncology (2018; doi: 10.1001/jamaoncol.2018.4836) für eine frühzeitige Kombination mit einer Hormontherapie, die ihrer Erfahrung nach die Überlebenszeiten der Patienten verlängern kann.

Obwohl aggressive Tumore mit einem Gleason-Score von 9 oder 10 für die meisten Todesfälle am Prostatakarzinom verantwortlich sind, erfolgt an vielen Zentren eine zurückhaltende Therapie. Bei den Patienten wird zunächst nur eine radikale Prostatektomie oder eine externe Radiotherapie durchgeführt. Weitere Behandlungen erfolgen erst, wenn es erneut zu einer Tumorprogression gekommen ist.

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Am Chicago Prostate Cancer Center wird die externe Radiotherapie mit einer Brachy­therapie kombiniert. Im Anschluss erhalten die Patienten eine Hormontherapie (Androgendeprivation). Diese Behandlung wird als MaxTR bezeichnet.

An der Martini-Klinik am UKE in Hamburg ist die radikale Prostatektomie die Basis vieler Behandlungen. In einer MaxRP-Strategie erhalten die Patienten im Anschluss eine adjuvante Radiotherapie und eine Hormontherapie. 

Ein Team um Anthony d’Amico vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston hat die Langzeitergebnisse beider Strategien verglichen: 5 Jahre nach Beginn der Behandlung waren die prostatakrebsspezifische Mortalität (PCSM) und die Gesamtmortalität (ACM) vergleichbar. Die adjustierte Hazard-Ratio für den Vergleich MaxRP versus MaxRT betrug für das PCSM 1,33 (95-%-Konfidenzintervall 0,49 bis 3,64) und für das ACM 0,80; 0,36-1,81), waren also beide nicht signifikant.

Auch die Plausibilitätsindizes für eine Äquivalenz von 76,75 % für den Endpunkt PCSM und von 77,97 % für den Endpunkt ACM sprechen dafür, dass beide Strategien gleichwertig sind. Die Ergebnisse sprechen nach Ansicht von d’Amico dafür, die Bestrahlung und die Hormontherapie nicht auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. © rme/aerzteblatt.de

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