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Medizin

Meditation unterstützt Traumatherapie

Montag, 19. November 2018

/Photographee.eu, stockadobecom

Fairfield – Meditation könnte dazu beitragen, den Schweregrad einer post­trauma­tischen Belastungsstörung (PTBS) zu verringern. Das berichten Wissenschaftler um Sanford Nidich in der Fachzeitschrift The Lancet Psychiatry (2018; doi: 10.1016/S2215-0366(18)30384-5).

Aktuelle evidenzbasierte Behandlungen für PTBS umfassen laut den Autoren kognitive Verhaltenstherapie, Gruppentherapie, Medikamente und traumabasierte Psycho­therapie oder eine Kombination aus diesen Maßnahmen.

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An der randomisierten kontrollierten Studie nahmen 203 US-Veteranen teil. Die meisten Teilnehmer der Studie hatten sehr schwere PTBS-Symptome, überwiegend aus kampfbedingten Traumata, mit hohen Komorbiditätsraten. 68 % der Teilnehmer nahmen während der Studie weiterhin Medikamente gegen PTBS ein. 

Die Forscher randomisierten die Teilnehmer in 3 Gruppen: für transzendentale Meditation (68 Veteranen), für eine verlängerte Expositionstherapie (68 Veteranen) und für eine Kontrollgruppe, die Gesundheitsinformationen erhielt (67 Veteranen).

Nach 3 Monaten Behandlung stellte sich heraus, dass Meditation genauso effektiv war, um Symptome zu reduzieren, wie eine verlängerte Expositionstherapie und besser als Gesundheitserziehungskurse. Die Abbrecherquoten waren zwischen den 3 Gruppen nicht signifikant unterschiedlich.

„PTBS ist eine ernste und behindernde Erkrankung, von der schätzungsweise 14 % der US-Veteranen betroffen sind, die in Afghanistan und im Irak eingesetzt werden oder aus dem Kampf zurückkehren“, sagte Nidich.

Eine der am häufigsten verwendeten Behandlungen für PTBS sei die Langzeit-Psychotherapie, die sich auf die Wiedererfahrung des traumatischen Ereignisses durch Erinnerung und Beschäftigung mit Erinnerungen an das Trauma konzentriert, anstatt sie zu vermeiden.

Während eine Psychotherapie mit längerer Exposition für viele von Vorteil ist, zeigten laut den Autoren 30 bis 50 % der teilnehmenden Veteranen keine klinisch signifikanten Verbesserungen. Daher seien neue Behandlungen notwendig, einschließlich Optionen, die keine Exposition gegenüber der traumatischen Erfahrung beinhalten. 

Die Studie könnte nach Hoffnung der Autoren den Ansatz für eine neue, nicht traumafokussierte Behandlung für Veteranen bieten, die eine hilfreiche Ergänzung zu anderen verfügbaren Behandlungen wie Medikamenten sein könnte. Allerdings seien dazu noch größere, standortübergreifende Studien erforderlich, so die Autoren. © hil/aerzteblatt.de

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