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Medizin

PET/CT-Scanner liefert erstmals 3-D-Filme des gesamten Körpers

Freitag, 23. November 2018

Der Screenshot aus einem Video zeigt das Glukosemetabolismus im gesamten menschlichen Körper, aufgenommen mit einem Ganzkörper-3D-Scanner. /UC Davis and Zhongshan Hospital,/Shanghai/dpa

Davis/Kalifornien – US-Forscher haben zusammen mit einer chinesischen Firma einen PET/CT-Scanner entwickelt, der erstmals 3-D-Videos des gesamten menschlichen Körpers ermöglicht. Das Gerät soll dieser Tage auf der Jahrestagung der Radiological Society of North America in Chicago vorgestellt werden. Ein erstes Video wurde ins Netz gestellt.

Die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) zeigt die Verteilung von schwach radioaktiv markierten Substanzen (Tracern) im Körper an, die den Patienten zuvor in eine Vene injiziert werden. Das Verfahren wird vor allem in der Krebsdiagnostik eingesetzt, da es Metastasen an der vermehrten Aufnahme des Tracers 18F-Fluordesoxyglucose (FDG) erkennt. Die Auflösung ist relativ gering, weshalb die PET heute in der Regel zusammen mit einer Computertomografie (CT) oder auch mit einer Magnetresonanz­tomografie (MRT) eingesetzt wird, was die Lokalisierung der Metastasen deutlich erleichtert.

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Die Generierung der einzelnen Bilder war bisher relativ langsam, weshalb keine Echtzeitaufnahmen in Folge möglich sind, wie sie beispielsweise bei der Kardio-MRT zur Diagnostik von Herzerkrankungen eingesetzt werden.

Der erste PET/CT-Scanner, der Filmaufnahmen ermöglicht, ist der Explorer von United Imaging Healthcare aus Shanghai. Der Scanner erstellt pro Sekunde eine Aufnahme, die den gesamten Körper abbilden kann. Der PET/CT-Scanner ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts, das ein Team um Simon Cherry und Ramsey Badawi von der Universität von Kalifornien in Davis seit einigen Jahren verfolgt. Es wurde im Wesentlichen von den US-Institutes of Health finanziert.

Die Forscher haben vor der Radiologentagung eine kurze Videosequenz ins Netz gestellt. Sie zeigt, wie der Radiotracer FDG nach der Injektion in die Leiste innerhalb weniger Sekunden das Herz erreicht und von dort aus über die Arterien im Körper verteilt wird. Lungen, Nieren und Milz werden als erste sichtbar. Später lässt der Tracer Gehirn und Leber „aufleuchten“. Nach etwa 5 Minuten füllt sich die Blase mit dem über die Nieren ausgeschiedenen Tracer.

Der neue Scanner soll 40-mal schneller sein als ein konventioneller PET-Scanner. Eine Untersuchung des gesamten Körpers ist nach 20 bis 30 Sekunden abgeschlossen.

Explorer Dynamic Total Body Scan /youtube, simonrcherry
© rme/aerzteblatt.de

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