NewsMedizinDiabetes: Insulinbedarf steigt weltweit
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Diabetes: Insulinbedarf steigt weltweit

Mittwoch, 21. November 2018

/skyfotostock, stock.adobe.com

Palo Alto – Die globale Diabetesepidemie steigert die Nachfrage von Insulin. Der Bedarf wird nach Berechnungen in Lancet Diabetes & Endocrinology (2018; doi: 10.1016/S2213-8587(18)30303-6) bis zum Jahr 2030 um etwa 20 % zunehmen.

Alle Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen Insulin injizieren, wenn sie überleben wollen. Menschen mit Typ-2-Diabetes werden zunächst mit anderen Medikamenten versorgt. Bei fortgeschrittener Erkrankung ist jedoch Insulin häufig das einzige Mittel, mit dem zufriedenstellende langfristige Blutzuckerwerte (HbA1c) erreicht werden.

Anzeige

Insulin war vor 40 Jahren das erste gentechnisch hergestellte Medikament. Es kann deshalb theoretisch in unbegrenzter Menge hergestellt werden. Die Preise sind allerdings relativ hoch. Weltweit gibt es nur 3 Hersteller (Novo Nordisk, Sanofi und Eli Lilly). In ärmeren Ländern können sich deshalb viele Patienten eine Behandlung nicht leisten.

Am ausgeprägtesten ist die Unterversorgung derzeit in Afrika. Um dort alle Patienten, die Insulin benötigen, behandeln zu können, müsste die Produktion um den Faktor 7 erhöht werden, rechnet ein Team um Sanjay Basu von der Stanford University in Palo Alto/Kalifornien vor: Statt derzeit 718.000 Phiolen würden bis zum Jahr 2030 etwa 5,1 Millionen benötigt.

Auch in Asien werde der Bedarf bis zum Jahr 2030 stark ansteigen. Basu rechnet mit einer Zunahme um 26,5 Millionen Phiolen pro Jahr.

Derzeit gibt es weltweit schätzungsweise 406 Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes, im Jahr 2030 werden es vermutlich 511 Millionen sein. Mehr als die Hälfte davon leben dann in 3 Ländern: China (130 Millionen), Indien (98) Millionen) und den USA (32 Millionen).

Basu schätzt, dass der weltweite jährliche Insulinbedarf von 526 Millionen Phiolen im Jahr 2018 um etwa 20 % auf 634 Millionen im Jahr 2030 ansteigen wird.

Der Bedarf hängt davon ab, welche HbA1c-Zielwerte angestrebt werden. Nach heutigen Maßstäben werden 7,4 % aller Typ-2-Diabetiker mit Insulin behandelt. Bei einem (diabetologisch sinnvollen, aber anspruchsvollen) HbA1c-Zielwert von 7,0 % würden 15,5 % aller Menschen mit Typ-2-Diabetes Insulin benötigen.

Ein HbA1c-Wert von 7 % wird heute nur von wenigen Menschen mit Typ-2-Diabetes erreicht. Er könnte jedoch nach weiteren Berechnungen von Basu den Verlust von vielen krankheitsfreien Lebensjahren (DALY) verhindern. Derzeit gingen 262.884 DALY verloren, weil Diabetiker die Zielwerte nicht erreichen. Im Jahr 2030 könnten es 331.101 sein, wenn Insulin nicht ausreichender Menge und zu vertretbaren Preisen verfügbar wäre. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. April 2019
Brüssel – Das Europäische Parlament hat heute das neue EU-Forschungsprogramm Horizon Europe und neue Regeln für generische Arzneimittel beschlossen. Darauf haben EVP-Christdemokraten und
Weg frei für mehr Krebsforschung bei Kindern und schnelle Generikaeinführung
16. April 2019
Sydney – Der SGLT2-Hemmer Canagliflozin, der den Blutzucker durch Herabsetzen der Glukoseschwelle in den Nieren senkt, kann bei Typ-2-Diabetikern mit eingeschränkter Nierenfunktion das Fortschreiten
Canagliflozin verzögert Fortschreiten des Nierenversagens und senkt kardiovaskuläres Sterberisiko
15. April 2019
Edinburgh – Männer, die zur Behandlung einer benignen Prostatahyperplasie regelmäßig einen 5alpha-Reduktasehemmer (Dutasterid oder Finasterid) einnehmen, erkranken häufiger an einem Typ-2-Diabetes.
Prostatahyperplasie: Dutasterid und Finasterid erhöhen Diabetesrisiko
12. April 2019
Berlin – Der GLP-1-Rezeptoragonist Liraglutid wurde in das Disease-Management-Programm (DMP) Diabetes Typ 2 aufgenommen. Das hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gestern mitgeteilt. Bislang
DMP Diabetes Typ 2 um Liraglutid erweitert
9. April 2019
Glasgow – Wer bereits vor dem 40. Lebensjahr einen Typ-2-Diabetes entwickelt, hat nach einer Auswertung des schwedischen Diabetesregisters in Circulation (2019; doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.118.037885)
Typ-2-Diabetes: Herz-Kreislauf-Risiko bei frühem Krankheitsbeginn am höchsten
5. April 2019
Berlin – Eine Nationale Diabetesstrategie könnte noch vor der Sommerpause vorliegen. Das hat Dietrich Monstadt, Berichterstatter für Adipositas und Diabetes der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,
Diabetesstrategie könnte noch vor der Sommerpause vorliegen
4. April 2019
Toulouse – Ältere Bewohner von Pflegeheimen in Frankreich, die an einem Typ-2-Diabetes litten, erkrankten in einer prospektiven Beobachtungsstudie im Journal of American Geriatrics Society (2019; doi:
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER