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Medizin

Britische Gesundheitsfachleute warnen vor Brexit und fordern zweites Referendum

Mittwoch, 21. November 2018

/dpa

London – Die Gesundheitsberufe in Großbritannien sollten sich für eine Volksab­stimmung über das endgültige Brexit-Abkommen einsetzen. Das fordern Vertreter der Medizin- und Pflegebranche im British Medical Journal (BMJ). Grund dafür sei, dass der Brexit und das Abkommen für den Ablauf desselben die Gesundheitsversorgung im Land deutlich beeinträchtigen könnte. Mit „Brexit will damage health“ ist ihr Editorial überschrieben (2018; doi: 10.1136/bmj.k4804).

„Es ist inzwischen weithin akzeptiert, dass die britische Wirtschaft vom Brexit stark betroffen sein wird, mit unvermeidlichen Kürzungen bei der Finanzierung von Gesundheits- und Sozialfürsorge“, schreiben Fiona Godlee, Chefredakteurin des BMJ, Donna Kinnair, stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Generalsekretärin des Royal College of Nursing, und Chaand Nagpaul, Ratsvorsitzender des British Medical Association, in dem Beitrag.

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Sie warnen davor, dass ein harter Brexit „auch die Lieferung von Medikamenten und Geräten, das Personal für Gesundheit und soziale Versorgung, die Forschungs­finanzierung und -zusammenarbeit sowie die öffentliche Gesundheit ernsthaft gefährdet“.

„Es gibt keine Version von Brexit, die dem National Health Service, der Sozialfürsorge, dem Gesundheitswesen oder unserem Biowissenschaftssektor zugute kommt – nur ein unterschiedlicher Grad an Schaden“, argumentieren die Abgeordneten Sarah Wollaston und Paul Williams in einem verlinkten Meinungsartikel.

Dies, zusammen mit den breiteren wirtschaftlichen Auswirkungen des Brexit, „wird die schwersten Auswirkungen auf die am stärksten benachteiligten Menschen in der Gesellschaft haben“, schreiben sie. Sie halten es für an der Zeit, darauf zu bestehen, dass die Politiker den Austritt aus der EU von einem zweiten Referendum abhängig machen. © hil/aerzteblatt.de

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