NewsÄrzteschaftBei Hüftprothesen ist Implantatmodell wichtiger als OP-Methode
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Bei Hüftprothesen ist Implantatmodell wichtiger als OP-Methode

Mittwoch, 21. November 2018

/dpa

Berlin – Das Implantatmodell spielt für ein gutes Langzeitergebnis nach einem Hüftgelenksersatz eine größere Rolle als die Wahl der OP-Methode zwischen einem offenen Verfahren und einer minimalinvasiven Operation. Darauf weist die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik hin und rät, der Wahl des optimal geeigneten Implantats den Vorrang vor einer OP-Methode zu geben.

Hintergrund ist, dass viele Patienten für die Implantation ihres künstlichen Hüftgelenks einen minimalinvasiven Eingriff wünschen. Tatsächlich zeigten Studien Vorteile des Verfahrens, vor allem in den ersten sechs Wochen nach der Operation. Positiv für den Patienten seien dabei das geringere Muskeltrauma und der kleinere Schnitt, sodass die Heilung zügiger verlaufen und der Patient dementsprechend früher mit der Rehabilitation beginnen könne, hieß es aus der Fachgesellschaft.

Anzeige

Aber dieses Verfahren passt nicht immer: „Die Hüftgelenksgeometrie muss passen, der Patient sollte nicht zu kräftig bemuskelt und auch nicht zu adipös sein“, erläuterte Dieter Wirtz aus dem Präsidum der Fachgesellschaft.

Bei den minimalinvasiven Verfahren nutzten Operateure die natürlichen Lücken zwischen den Muskeln, um zum Hüftgelenk zu gelangen: „Wir schieben Muskeln, Sehnen, Gefäße und Nerven weitestmöglich zur Seite, anstatt sie, wie sonst üblich, zu durchtrennen und nachher wieder zu vernähen“, erläutert der Ärztliche Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Bonn. Dies schone auch wichtige Nervenrezeptoren, die am Sehnen-Knochen- sowie am Sehnen-Muskel-Übergang sitzen.

„Die sogenannten Mechanorezeptoren sorgen für die Tiefensensibilität und damit für Gangstabilität und Gleichgewichtsgefühl. Bleiben diese Strukturen bei der Prothesenimplantation intakt, können die Patienten nach dem Eingriff früher mit ihrer Rehabilitation beginnen,“ so Wirtz. Nach spätestens einem Jahr jedoch zeigten Untersuchungen keine Unterschiede mehr zwischen minimalinvasivem und klassisch offenem Eingriff, so der Orthopäde und Unfallchirurg. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Juni 2019
Berlin – Beim kommenden Implantateregister darf der medizinische Sachverstand nicht zu kurz kommen. Darauf hat der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter
Medizinische Fachgesellschaften sollten Sachverstand beim Implantateregister einbringen
30. Mai 2019
Oslo – Eine Zufuhr der Vitamine B6 und B12 weit über den Bedarf hinaus hat bei den postmenopausalen Teilnehmerinnen der Nurses' Health Study das Risiko auf eine Hüftfraktur erhöht, wie eine Auswertung
Studie: Vitamine B6 und B12 über Bedarf erhöhen Risiko auf Hüftfrakturen nach der Menopause
17. Mai 2019
Berlin – Der Bundesrat hat heute grünes Licht für E-Scooter gegeben. Künftig dürfen diese mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 20 km/h am Straßenverkehr teilnehmen. Die Deutsche Gesellschaft für
Unfallchirurgen warnen vor Gefahren durch E-Scooter
29. April 2019
Berlin – Ärzte und nicht Ökonomen müssen darüber entscheiden, welche Implantatmodelle welcher Hersteller in einer Klinik zum Einsatz kommen. Das fordern die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und
Implantatauswahl muss laut Fachgesellschaft in ärztlicher Hand bleiben
29. April 2019
London – Der Versuch, die hohe Mortalität nach Notfalloperationen in der Darmchirurgie durch ein Bündel von Maßnahmen zu senken, auf die sich britische Chirurgen verständigt hatten, ist in einer
Notfalllaparotomie: 37 Maßnahmen zur Qualitätssicherung bleiben ohne Wirkung
25. März 2019
München – Die Chirurgen in Deutschland warnen vor Nachwuchsmangel. Gerade auf dem Land fehle es längst nicht mehr nur an Hausärzten, sondern auch an Chirurgen, sagte der Präsident der Deutschen
Fachgesellschaft warnt vor Chirurgenmangel auf dem Land
15. März 2019
Pretoria – Erneut haben Ärzte in Südafrika Medizingeschichte geschrieben: Wie die Universität von Pretoria gestern mitteilte, sei es einem Ärzteteam erstmalig gelungen, ein Mittelohr aus dem
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER