NewsPolitikKrankenhaus­gesellschaft betont Bedeutung von Medizinischen Versorgungs­zentren
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Krankenhaus­gesellschaft betont Bedeutung von Medizinischen Versorgungs­zentren

Donnerstag, 22. November 2018

aerztehaus - arztpraxis - mvz - dpa

Berlin – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DGK) befürchtet, dass Änderungsanträge des Bundesrates am Gesetzentwurf des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) die Gründung und den Betrieb von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) gefährden könnten. „Es wäre versorgungspolitisch schlecht und geradezu fahrlässig, diese Struktur zu zerschlagen“, sagte der DKG-Haupt­geschäftsführer Georg Baum. Die MVZ seien insbesondere als Bindeglied zwischen ambulanter und stationärer Versorgung wichtig, betonte er.

Der Bundesrat berät das TSVG am morgigen Freitag. Das Gesetz ist allerdings nicht zustimmungspflichtig. Dennoch kann der Gesetzgeber Anträge des Bundesrates noch in das Gesetz einbeziehen.

Anzeige

Grundsätzlich wünscht der Gesundheitsausschuss des Bundesrats von der Bundesre­gierung mehr Engagement im Kampf gegen monopolartige Strukturen durch Medizinische Versorgungszentren (MVZ). Die Bundesregierung solle zum Beispiel dafür sorgen, dass Anträge auf Zulassung eines MVZ sowie auf Genehmigung der Anstellung eines Arztes in einem zugelassenen MVZ abgelehnt werden müssen, wenn das MVZ „eine marktbeherrschende Stellung“ erlangt. Diese solle konkret dann angenommen werden, wenn ein oder mehrere MVZ unter gleicher Trägerschaft mehr als 50 Prozent der Arztsitze der jeweiligen Fachgruppe innerhalb des Planungsbereiches innehätten. Bei Unterversorgung könne es aber Ausnahmen geben.

Außerdem setzt sich der Bundesratsgesundheitsausschuss dafür ein, die Voraus­setzungen für die Gründung eines Krankenhaus-MVZ zu verschärfen. Es sollte einen fachlichen und räumlichen Bezug des Krankenhauses zum Versorgungsauftrag des MVZ geben, fordert der Ausschuss. Ebenso sollte es nicht mehr zulässig sein, ein Krankenhaus-MVZ in großer räumlicher Entfernung vom Sitz des Krankenhauses zu betreiben.

Hintergrund dieser Vorstöße ist, dass sich in immer mehr Bereichen der ambulanten ärztlichen Versorgung konzernartige Strukturen ausbildeten, die oft in der Hand renditeorientierter Unternehmen lägen. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #661708
Haiko
am Freitag, 23. November 2018, 19:11

Und es macht die Compliance zwischen Arzt und Patient kapput. Was zu dreimal höheren Kosten führt.

Die doppelte Facharztschiene hilft 16x höhere Kosten zu Vermeiden.
Avatar #88767
fjmvw
am Freitag, 23. November 2018, 12:21

Quadratur des Kreises!

Einerseits setzt die Politik im fachärztlichen Bereich auf die Krankenhäuser. Die ambulanten Fachärzte sind (so die Politiker) erstens eine Ressourcenverschwendung (Stichwort: Doppelte Facharztschiene) und zweitens eine aussterbende Spezies. Andererseits will man jetzt den Krankenhäusern verbieten, weiter in MVZ zu investieren, falls sie eine marktbeherrschende Stellung erreichten.

Logisch zu Ende gedacht:
Es werden künftig in der Fläche immer mehr Fachärzte ohne Nachfolger bleiben und die Kliniken dürfen keine MVZ mehr betreiben. Was wird passieren, wenn es außer den Kliniken niemanden mehr gibt, der ein MVZ betreiben will? Wird dann das ambulante Angebot ganz eingestellt und alles in den stationären Sektor verlagert – oder wie hat man sich das vorzustellen?
LNS

Nachrichten zum Thema

4. März 2020
Berlin – Angesichts anhaltend niedriger Zinsen auf den Finanzmärkten investieren Experten zufolge internationale Kapitalgesellschaften zunehmend in die ambulante ärztliche und zahnärztliche Versorgung
Gesundheitsexperten stehen Fremdinvestoren überwiegend kritisch gegenüber
9. Januar 2020
Düsseldorf – Neun Prozent aller vertragsärztlich tätigen Augenärzte arbeiteten im Jahr 2018 in einem der 18 Zentren des OcuNet Verbunds. Das geht aus einer internen Erhebung des Verbands von
Neun Prozent der Augenärzte arbeiten in Verbundzentren
13. Dezember 2019
Berlin – An der vertragsärztlichen Versorgung nehmen immer mehr Medizinische Versorgungszentren (MVZ) teil. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor.
Zahl bei Medizinischen Versorgungszentren steigt
28. November 2019
Hürup – Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) im Amt Hürup erhält rund 460.000 Euro aus dem Versorgungssicherungsfonds des Landes Schleswig-Holstein. Der entsprechende Förderbescheid ist gestern
Pflegeeinrichtung übernimmt Hausarztversorgung
13. November 2019
Berlin – Die Union hält Beteiligungen privater renditeorientierter Kapitalanlageunternehmen an Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) für unproblematisch. Der Koalitionspartner SPD sieht das anders.
Union hat keine Bedenken bei Beteiligungen renditeorientierter Kapitalanleger an MVZ
29. Juli 2019
Frankfurt am Main – Investitionsgesellschaften haben es auf den deutschen Gesundheitsmarkt abgesehen. Sie kaufen mittlerweile auch kleinere Arztpraxen auf. Für die Patienten müsse das keine schlechte
Unternehmensberatung sieht Vorteile bei Übernahme von Arztpraxen durch Investoren
16. Mai 2019
Kassel – Medizinische Versorgungszentren (MVZ), die nur ein Versorgungskonzept vorweisen, aber noch keinen konkreten Facharzt angestellt haben, der für die Versorgung bereitsteht, können bei einer
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER