NewsAuslandSamsung entschuldigt sich für Todes- und Krankheitsfälle
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Samsung entschuldigt sich für Todes- und Krankheitsfälle

Freitag, 23. November 2018

Kim Ki Nam (links), Präsident und CEO von Samsung Electronics entschuldigt sich bei Opfern und dessen Familienangehörigen für Todes- und Krankheitsfälle unter den Beschäftigten in den Chip- und Display-Fabriken. /dpa

Seoul – Nach Krebserkrankungen und Todesfällen unter hunderten Arbeitern in seinen Chip- und Display-Fabriken hat sich der Technologieriese Samsung heute offiziell entschuldigt. Firmenpräsident Kim Ki Nam äußerte laut südkoreanischen TV-Sendern sein Bedauern darüber, nicht „genug gegen potenzielle Gesundheitsrisiken in den Produktionslinien für Chips und LCD-Bildschirme“ getan zu haben. „Wir entschuldigen uns aufrichtig bei denen, die unter Krankheiten gelitten haben, sowie bei den Familien.“ Samsung stimmte einer Regelung über Schmerzensgeldzahlungen zu.

Der Schritt des Marktführers bei Speicherchips, Smartphones und TV-Geräten folgte einem jahrelangen Streit mit Vertretern der Opfer-Familien. Beide Seiten hatten in diesem Monat zugestimmt, den Entscheidungen eines Schlichtungskomitees zu folgen und den Streit beizulegen. Samsung erklärte sich unter anderem dazu bereit, in den nächsten zehn Jahren bis zu 116.000 Euro (150 Millionen Won) Schmerzensgeld an ehemalige und jetzige Mitarbeiter zu zahlen, wenn deren Erkrankung auf den Umgang mit Chemikalien am Arbeitsplatz zurückgeführt werden kann.

Anzeige

Die Regelung gilt für alle, die seit Mai 1984 in den Halbleiter- und LCD-Anlagen gearbeitet haben. Samsung hatte sich schon einmal im Mai 2014 bei Beschäftigten und ihren Familien entschuldigt, die an Leukämie oder anderen Krebsarten erkrankt waren, aber auch betont, der Konzern erkenne keinen Zusammenhang an.

Die Gruppe Unterstützer für die Gesundheit und Rechte der Menschen in der Halb­leiter­industrie (Sharps) hat 320 arbeitsbedingte Krankheitsfälle unter Arbeitern in Samsung-Fabriken dokumentiert (Stand: Juni 2018). Von den Opfern seien 118 gestorben. Die Zahlen wurden von Samsung nicht bestätigt. Der Konzern will zudem einen Fonds im Volumen von knapp 39 Millionen Euro für die industrielle Sicherheit und Gesundheit einrichten.

Der Skandal geht auf das Jahr 2007 zurück, nachdem eine Arbeiterin bei Samsung an den Folgen von Leukämie gestorben war. Ihr Vater Hwang Sang Gi setzte sich seitdem für die betroffenen Arbeiter und deren Familien ein. Er werde die Entschuldigung von Samsung akzeptieren, sagte Hwang im Fernsehen. „Schadenersatz ist wichtig, doch wichtiger ist Prävention.“ Hwangs Gruppe fordert unter anderem von Samsung, offenzulegen, welche Chemikalien beim Produktionsprozess benutzt werden. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Mai 2019
Berlin – Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH, Az.: C-55/18) zur Arbeitszeiterfassung vor zusätzlicher Bürokratie für Arbeitnehmer und
Nach Urteil zur Arbeitszeit: Altmaier will nicht zurück zur Stechuhr
16. Mai 2019
Providence/Rhode Island – Der Stress des ersten Berufsjahres, in dem US-Ärzte häufig 65 Wochenstunden oder länger in der Klinik verbringen, hinterlässt offenbar Spuren im Erbgut. In einer
Chromosomen von Ärzten altern im ersten Berufsjahr schneller
16. Mai 2019
Berlin – Unter dem Motto „Kein Alkohol am Arbeitsplatz“ beginnt übermorgen die bundesweite Aktionswoche Alkohol. Zehn Prozent der Beschäftigten konsumierten zu viel Alkohol – von der Aushilfskraft bis
Aktionswoche beleuchtet Alkoholproblematik am Arbeitsplatz
15. Mai 2019
Berlin – Digitalisierung im Krankenhaus soll Ärzte im Idealfall dabei unterstützen, ihre Arbeitsprozesse zu optimieren. Doch wo eine Klinik auch im Vergleich zu anderen steht, ist kaum zu erkennen.
Checkliste soll Digitalisierungsgrad im Krankenhaus aufzeigen
14. Mai 2019
Berlin – Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) müssen Arbeitgeber in ihrem Land verpflichten, ein objektives, verlässliches und zugängliches System einzurichten, mit dem die tägliche
Europäischer Gerichtshof: Arbeitgeber müssen Arbeitszeit systematisch erfassen
10. Mai 2019
Berlin – Die Prävention von Verletzungen kommt im Leistungssport bei Training und Wettkampf zu kurz. Das berichteten die Vorstände der Stiftung Sicherheit im Sport, David Schulz und Claus Weingärtner,
Verletzungsprävention im Leistungssport zu wenig verankert
26. April 2019
Houston – Das Fusionsprotein Tagraxofusp, das gezielt Blutzellen mit dem Rezeptor CD123 abtötet, hat in einer ersten klinischen Studie bei 90 % der Patienten mit blastischer plasmozytoider
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER