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Suchtprävention muss früher beginnen

Montag, 26. November 2018

/monticellllo, stock.adobe.com

Hannover – Suchtprävention müsste nach Ansicht von Experten schon viel früher einsetzen als bisher. Arztpraxen, Kitas oder Sportvereine sollten dabei besser einbezogen werden, heißt es in einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, die heute in Hannover vorgestellt wurde.

Regelmäßig könnten Hausärzte ihre Patienten nach ihrem Verhalten zu Alkohol oder Computerspielen abfragen, sagte Studienleiter Florian Rehbein. „Wir wissen, dass Ärzte in einem Gespräch dazu motivieren können, Verhalten zu ändern“, sagte er im Vorfeld. Dieses Potenzial werde viel zu wenig genutzt, obwohl eine medizinische Leitlinie das Abfragen empfehle. Wenn problematisches Konsumverhalten erkannt werde, könne frühzeitig an eine Beratungsstelle verwiesen werden.

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Kinder von suchtkranken Eltern seien besonders gefährdet, im Laufe ihres Lebens ebenfalls süchtig zu werden. Obwohl dies bekannt sei, werde noch zu wenig vorgebeugt. „Die für die Studie befragten Akteure benannten das als ein Riesen­problem“, sagte Rehbein. Er empfiehlt, Hilfen etwa schon bei Frauenarztbesuchen, durch Familienhebammen oder in Kitas zu vermitteln.

In Niedersachsen ist nach Schätzungen des Sozialministeriums jeder 20. süchtig nach Stoffen wie Alkohol oder Drogen. Jeder 100. ist abhängig von Glücks- oder Computerspielen. „Die Dunkelziffer ist hoch“, sagte eine Ministeriumssprecherin. Experten gehen davon aus, dass Betroffene erst nach über zehn Jahren Hilfe suchen. „Und das, obwohl wir in Niedersachsen ein gut ausgebautes Netz an Hilfen haben“, sagte die Sprecherin. Nicht jeder könne sich seine Sucht überhaupt eingestehen. © dpa/aerzteblatt.de

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