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Neuer Abwehrmechanismus gegen Herpesviren beschrieben

Montag, 26. November 2018

Medizin Pathologie Infektionskrankheiten Virusinfektion Gürtelrose Herpes zoster Gewebsschnitt Mikroaufnahme Vergrößerung 400:1 medicine herpes zoster/dpa
/dpa

Erlangen/Chicago – Eine neue Abwehrreaktion des menschlichen Immunsystems gegen Herpesviren hat eine Forschergruppe um Florian Full und Armin Ensser vom virologischen Institut des Universitätsklinikums Erlangen entdeckt. Sie veröffentlichte ihre Ergebnisse in Nature Microbiology (2018; doi: 10.1038/s41564-018-0285-5).

Die meisten Menschen erwerben Herpesviren bereits in der frühen Kindheit. Nach einmaliger Infektion bleiben die Viren lebenslang im Körper. Zu den bekannten menschlichen Herpesviren gehören unter anderen das Herpes-simplex-Virus, das die bekannten Bläschen im Mundbereich verursacht, das Varizella-Zoster-Virus, das Windpocken und Gürtelrose hervorruft, und das Epstein-Barr-Virus, das das Pfeiffersche Drüsenfieber auslöst und zudem an der Entstehung zahlreicher Krebserkrankungen beteiligt ist. 

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„Wir interessieren uns für die intrinsische Immunantwort, also Eiweißmoleküle, die die Vermehrung von Viren direkt in den Zellen verhindern können“, erklärt Full. Fündig wurde das Forscherteam bei TRIM-Proteinen. TRIM steht für „tripartite motif“, ein dreiteiliges Proteinmotiv, das andere Proteine binden und deren Abbau veranlassen kann. Die Forscher konnten zeigen, dass eines der TRIM-Proteine namens „TRIM43“ den Abbau eines anderen zellulären Proteins namens Perizentrin hervorruft. Der Abbau von Perizentrin führt zu Veränderungen in der Architektur des Zellkerns und hemmt so die Vermehrung der Herpesviren. TRIM43 war gegen alle in der Studie getesteten Herpesviren aktiv.

„In normalen Zellen ist TRIM43 fast nicht nachweisbar, aber nach einer Virusinfektion ist die Zelle voll mit dem Protein“, erläutert Full. In Zusammenarbeit mit Klaus Korn, Leiter der Virusdiagnostik am virologischen Institut, und Michael Stürzl, Leiter der molekularen und experimentellen Chirurgie an der Chirurgischen Klinik des Uni-Klinikums Erlangen, konnte das Forscherteam zeigen, dass ein Anstieg des TRIM43-Proteins auch in Patientenproben mit akuter Herpesvirusinfektion nachweisbar ist sowie in Tumorzellen, die ein Herpesvirus tragen.

„Das beweist, dass TRIM43 bei der Infektion im Menschen eine Rolle spielt, und weckt die Hoffnung, dass es möglich sein könnte, auf Basis der Ergebnisse neue Therapien gegen Herpesviren zu entwickeln“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.  

Full hat die Arbeit im Labor von Michaela Gack, Harvard University, Boston, und University of Chicago, begonnen und am virologischen Institut des Uni-Klinikums Erlangen im Labor von Armin Ensser fortgeführt.  © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #760376
Xx85xx
am Montag, 11. Februar 2019, 14:25

Genauere Info bezüglich biophysikalisch

Hallo Kapka und weitere.
Ich hatte vor 5 Monaten meinen ersten heftigen Ausbruch von Genitialherpes.
Bei einer speziellen Untersuchung wurden bei mir viererlei herpestypen der high du so klasse diagnostiziert. Seither habe ich im 2 Wochen Takt erneute Ausbrüche die mich sehr belasten. Daher würde ich gerne mehr über die biophysikalische Methode die sie angesprochen haben erfahren oder andere Methoden um die wiederkehrenden Ausbrüche zu verhindern oder zumindest zu minimieren. Wäre über jegliche Hilfe unendlich dankbar.
Avatar #757060
Proton
am Mittwoch, 26. Dezember 2018, 11:09

Warum nicht mal biophysikalisch vorgehen ...

Hallo kapka, deine erwähnte Methode würde mich sehr interessieren. Bitte um Zustellung von Detailinformationen. LG
Avatar #756649
xIQx
am Dienstag, 11. Dezember 2018, 01:30

Warum nicht mal biophysikalisch vorgehen ...

Hallo kapka,
deine erwähnte Methode würde mich sehr interessieren.
Wo könnte ich mehr darüber erfahren ?
LG
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Sonntag, 2. Dezember 2018, 23:54

Biophysik oder Metaphysik?

Es ist die Aufgabe des Labors reproduzierbare und messbare Antworten auf konkrete Fragen zu stellen. Der Hinweis auf das fehlende menschliche Gewebe als „Resonanzraum“ ist überflüssig, wenn Viren wirklich eine derartige Resonanzfrequenz hätten, dann müsste es zumindest auch im Tierversuch funktionieren. Der einzige Effekt, den man mit einer derartigen Laboranordnung mit Geweben oder Versuchstieren nicht reproduzieren kann, ist der Placeboeffekt.

Im Übrigen haben Wellen (sowohl Schallwellen als auch elektromagnetische Wellen) die Fähigkeit mit Makromolekülen in Wechselwirkung zu treten. Für die Stärke der jeweiligen Wechselwirkung gibt es den Begriff Wirkungsquerschnitt. Um Viren abzutöten sollte der Wirkungsquerschnitt der jeweiligen Wellen für Viren um mehrere Größenordnungen höher sein als für menschliches Gewebe. Und da Viren nicht nur auf der Oberfläche haften sondern tief im Gewebe versteckt sind (dies gilt zumindest für die latente Infektion durch Herpesviren) dürfte die Suche nach einer derartigen Resonanzfrequenz schwierig bis unmöglich sein. Noch kurioser wird es beim Umgang mit Resistenzen. Das Messverfahren für die Feststellung und Anpassung bei Resistenzen wäre schon hoch interessant, vor Allem wenn bei der Anwendung am Menschen zwischen spezifischem Virussignal und unspezifischen menschlichen Störsignalen unterschieden werden muss. Wie gesagt, behaupten kann man viel, aber ohne reproduzierbare Daten und ohne nachvollziehbaren Wirkmechanismus ist dies Alles keine Physik oder Biophysik sondern nur reine Metaphysik.

Die Behauptung, es gebe kein Interesse der Ärzte für neue Therapien ist einfach nur eine böswillige Unterstellung. Ich habe in meinem Berufsleben genügend Patienten an einer Staphylococcus aureus Sepsis sterben sehen, obwohl diese eine passende Antibiotikatherapie bekommen haben. Wenn es wirklich eine alternative seriöse Heilmethode für schwere Infektionen geben würde, dann wäre ich der letzte, der sie einem Patienten verweigern würde. Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt aber nur der mühselige und „langweilige“ Weg nach brauchbaren Angriffspunkten zu suchen wie im obigen Artikel beschrieben.
Avatar #755495
kapka
am Mittwoch, 28. November 2018, 01:49

Hinweis an die Arbeitsgruppen ...

Ach ja, falls jemand von den Arbeitsgruppen im Artikel etwas von dieser Methode wissen will, die ich gerade im ersten Kommentar genannt habe, einfach hier eine email-Adresse als Kommentar posten - ich melde mich.
Avatar #755495
kapka
am Mittwoch, 28. November 2018, 01:47

Warum nicht mal biophysikalisch vorgehen ...

Die Suche nach neuen Therapien gegen Herpes-Viren orientiert sich noch immer (biochemischen) Wirkstoffen, die über verschiedene Mechanismen die Viren an der Ausbreitung hindern sollen. Dabei übersieht man offenbar völlig die "biophysikalische" Variante: Zerstörung durch Resonanz! Forscher haben diese Methode, die unter verschiedenen Begriffen zu finden ist, bereits im Labor getestet, an Viren (oder Bakterien) in Petrischalen. Das funktionierte nicht, was nicht verwundert, denn es fehlte sozusagen der "Resonanzraum" des menschlichen Gewebes. Ich kann hier versichern - es funktioniert!!! Bisher wurden mit dieser Methode unter anderem SICHER und VOLLSTÄNDIG beseitigt: Herpes-Simplex, -Zoster, EBV und neben diesen Herpes-Vertretern auch Erreger wie Nocardia, Streptokokken, Staphylokokken, Borrelia Burgdorferie, Leberegel und etliche weitere.
Man muss es einfach nur begreifen, jede Art von Materie, auch Parasiten (als Oberbegriff) haben eine Resonanzfrequenz, mit der man sie zerstören kann, so wie man Nierensteine mit Ultraschall zerstören kann. Nur gibt es an einer solchen Therapie kein wirtschaftliches INteresse seitens der Ärzte, der Krankenkassen oder der Pharmaindustrie, denn da muss man nichts lebenslang einnehmen, sondern die Parasiten werden einmal beseitigt und sind für immer weg (es sei denn, man infiziert sich neu, das versteht sich von selbst), also kann man daran nicht viel verdienen.
Das Beste an dieser Methode ist, dass auf etwaige Resistenzen (der Parasit verändert seine Resonanzfrequenz) binnen Minuten eine Antwort gefunden werden kann, also die neue Resonanzfrequenz, wie bei einem Autoradio, wo der Empfang langsam schlechter wird und das Autoradio nur die neue passende Empfangsfrequenz braucht (was beim Autoradio bereits automatisch erfolgt). Jahrelange Suche im Labor nach neuen Wirkstoffen gegen Resitenzen? Unnötig! :-)

Und glauben sie mir, es ist so toll, endlich ohne die ganzen Herpesviren, nie mehr die blöden, schmerzhaften Bläschen usw. Einfach herrlich.

Jetzt bin ich sehr gespannt, ob das hier eine Grundgesetz-treue Plattform ist (Art. 5, "Zensur findet nicht statt.") oder eine Interessen-gesteuerte Plattform, die Hinweise auf solche Methoden zensiert.
LNS

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