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Darmkrebs-Screening: Stuhltest senkt Sterberate nur bei Männern mit linksseitigem Darmkrebs

Montag, 26. November 2018

/ dpa

Helsinki – Das Screening mit einem Guajak-basierten Stuhlbluttest hat in Finnland zur häufigeren Diagnose von Darmkrebserkrankungen im linken Kolon geführt. Der Vorteil war laut einer randomisierten bevölkerungsweiten Studie im British Journal of Surgery (BJS 2018; doi: 10.1002/bjs.11011) jedoch nur bei Männern erkennbar.

Finnland hatte im Jahr 2004 eine Darm­krebs­früh­erken­nung mit einem Guajak-basierten Stuhlbluttest eingeführt. Die Zielgruppe umfasste alle Personen im Alter von 60 bis 69 Jahren. Bei einem positiven Ergebnis erhielten die Betroffenen eine Einladung zu einer Koloskopie. Um die Effektivität des Screenings zu prüfen, erhielt nur die Hälfte der Altersgruppe alle zwei Jahre einen Stuhlbluttest mit der Post zugeschickt. Endpunkt war die Anzahl der Krebserkrankungen, die anhand der Meldungen an das landesweite Krebsregister ermittelt wurde.

Die Akzeptanz des Screenings war hoch. 7 von 10 Finnen sandten die Testpäckchen zurück und bei einem positiven Ergebnis nahmen 95 % an der Koloskopie teil. Bis zum Abschluss der Studie im Jahr 2011 hatten 321.311 Personen an der randomisierten Studie teilgenommen.

Screeing reduziert nur bei bestimmten Männern die Sterblichkeit

Die Ergebnisse waren insgesamt enttäuschend. Der erhoffte Rückgang der Darm­krebssterblichkeit blieb aus, und im Jahr 2016 wurde das landesweite Screening mit dem Stuhlbluttests beendet.

In einer detaillierten Analyse können Laura Koskenvuo von der Universität Helsinki und Mitarbeiter jetzt jedoch zeigen, dass es eine Gruppe gab, die vom Screening profitierte. Dies waren Männer mit Krebserkrankungen im linksseitigen Dickdarm. In dieser Gruppe wurden die Krebserkrankungen früher entdeckt und die Patienten hatten höhere Chancen, den Krebs zu überleben.

Die frühere Diagnose führte zu einem selteneren Befall von Lymphknoten (relatives Risiko RR für Nichtbefall von 1,23; 95-%-Konfidenzintervall 1,02-1,48) und das häufigere Fehlen von Metastasen (RR 1,57; 1,14-2,17). In der Kontrollgruppe kam es häufiger zu inkompletten Resektionen (26,2 gegenüber 15,7 %; RR 1,67; 1,22-2,30), und es wurde häufiger eine postoperative Chemotherapie durchgeführt (61,6 versus 48,2 %; RR 1,28; 1,10-1,48).

Männer mit linksseitigem Darmkrebs waren auch die einzige Gruppe, für die ein Überlebensvorteil durch das Screening nachgewiesen werden konnte: Die Sterblichkeit in der Kontrollgruppe war signifikant höher (Hazard Ratio HR 1,37; 1,06-1,77). Für Männer mit Tumoren im rechten Kolon und bei Frauen insgesamt wurde kein Vorteil gefunden.

Die 5-Jahres-Überlebensrate betrug für Männer mit einem Krebs im linken Kolon in der Screening-Gruppe 70,0 % gegenüber 62,1 % in der Kontrollgruppe.

Koskenvuo erklärt den Erfolg des Screenings bei linksseitigen Tumoren mit der geringeren Distanz vom Darmausgang, was bei einer Blutung aus dem Tumor einen Verdünnungseffekt vermeidet. Der geschlechtsspezifische Unterschied könnte damit zusammen hängen, dass Männer bei Beschwerden später zum Arzt gehen. Dies zeigte sich darin, dass Frauen bei der Diagnose seltener asymptomatisch waren (RR 0,76; 0,61-0,93). Frauen gaben zum Zeitpunkt der Diagnose häufiger Bauchschmerzen an (RR 1,36; 1,12-1,67).

© rme/aerzteblatt.de

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