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Lungenärzte fordern EU-Grenzwerte für Luftschadstoffe weiter zu senken

Dienstag, 27. November 2018

/dpa

Berlin – Eine weitere deutliche Reduktion der Luftschadstoffelastung sei geboten und eine Absenkung der gesetzlichen EU-Grenzwerte – diese und drei weitere Forderungen präsentierte die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) heute in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin. Mit ihrem neuen Positionspapier will die Fachgesellschaft Politik, Industrie und Bevölkerung zum Umdenken bewegen.

Regierungen, Länder und Kommunen sollen Regularien und Anreize zur Schadstoffvermeidung schaffen. Denn auch unterhalb der derzeit in Deutschland gültigen europäischen Grenzwerte könnten erhebliche Gesundheitseffekte auftreten, heißt es im Positionspapier, in dem zahlreiche Studien als Quellen aufgeführt werden. Die DGP fordert daher, dass auch Deutschland die von der WHO empfohlenen Richtwerte für die Luftschadstoffbelastung einhält. Derzeit liegen die EU-Grenzwerte für Feinstaub (PM2,5 und PM10) und Ozon unter den Richtwerten der Weltgesundheitsor­ganisation (WHO) (siehe Kasten).

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WHO-Richtwerte versus EU-Grenzwerte

PM2,5
WHO:
10 μg/m3 Jahresmittelwert
25 μg/m3 24-h-Maximum (maximal 3 Überschreitungen [ÜS])
EU: 25 μg/m3 Jahresmittelwert

PM10
WHO: 20 μg/m3 Jahresmittelwert
50 μg/m3 Tagesmittelwert (max. 3 ÜS)
EU: 40 μg/m3 Jahresmittelwert
50 μg/m3 Tagesmittelwert (max. 35 ÜS)

NO2
WHO: 40 μg/m3 Jahresmittelwert
200 μg/m3 1-h-Maximum 
EU: 40 μg/m3 Jahresmittelwert
200 μg/m3 1-h-Maximum (max. 18 ÜS)

O3
WHO: 100 μg/m3 8-h-Maximum
EU: 120 μg/m3 8-h-Mittelwert (max. 25 ÜS)

Eine Studie aus dem Jahr 2013 zeigt in 25 europäischen Städten, dass jeder Bewohner durchschnittlich sechs Monate länger leben könnte, wenn die WHO-Grenzwerte dort eingehalten würden. Ab welchem Schwellenwert von Schadstoffkonzentrationen keine Gesundheitseffekte mehr auftreten sei noch unklar. „Bisher konnten Experten keine Grenzwerte ermitteln, die eine Gefährdung der Gesundheit ausschließen“, erklärt Barbara Hoffmann von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf.

Obwohl der Schadstoffausstoß in den letzten Jahrzehnten bereits stark gesenkt wurde, sind die gesundheitlichen Auswirkungen nach wie vor hoch. Laut der WHO ist Luftverschmutzung der wichtigste umweltbedingte Risikofaktor für Erkrankungen. Studien zeigen, dass Feinstaub, Stickoxide und andere Schmutzpartikel nicht nur der Lunge schaden – auch für Herzinfarkt und Schlaganfall, Diabetes Typ 2 und Schwan­ger­schaftsdiabetes, Demenz und weitere Erkrankungen haben Wissenschaftler einen Zusammenhang mit Luftschadstoffen entdeckt. „Selbst wenn die gemessenen Effekte relativ klein sind, haben wir es doch mit einem enormen Gesundheitsproblem zu tun, dem sich niemand entziehen kann“, sagt Holger Schulz vom Helmholtz Zentrum München für Gesundheit und Umwelt.

Fahrverbote als Option

Zu den Maßnahmen, die die Politik jetzt ergreifen sollte gehören nach Meinung der DGP die Förderung alternativer Mobilität zum PKW, wie der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, die Schaffung der notwendigen Voraussetzungen für eine umfassende Fahrradmobilität sowie die Förderung von Elektroautos und Carsharing-Modellen und durchaus auch Fahrverbote. Neben dem Verkehr sind auch andere Quellen von Bedeutung, wie die zunehmend beliebter werdenden Kaminöfen, bei denen eine Schadstoffreduktion geboten ist. Darüber hinaus empfiehlt die DGP, in die Entwicklung „sauberer“ Technologien für Industrie, Energieproduktion und Landwirtschaft zu investieren und diese zeitnah anzubieten. © gie/aerzteblatt.de

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Avatar #747495
JohnR
am Dienstag, 27. November 2018, 23:13

Technologien ändern Richtung "grün" verbessert die Luft SOFORT !

Hybrid-Autos und Elektroautos sollten nur dann gefördert werden, wenn die Stromquelle ökologisch sprich emissionsfrei ist, nachzuweisen mit zertifiziertem Stromtarif. Dieselmotoren sollten nur mit Bluetec zugelassen werden, die mit Harnsäure-Additiv (z.B. Ad Blue) ganz erhebliche Emissions-Reduktion aufweisen. Die Konzentration der Politik und Industrie auf CO2-Reduktion ist Unsinn, da
nicht CO2 für den Klimawandel verantwortlich ist sondern Wärme-Emissionen und die Vernichtung
der Regenwälder. (Pflanzen fressen CO2 und produzieren Sauerstoff.) Heizen mit Ökostrom ist eine
Wärme-Emission und damit klimaschädlich, aber das lässt sich nicht verhindern, aber reduzieren.
LNS

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