NewsÄrzteschaftBayerische Lan­des­ärz­te­kam­mer will schlankeres Entlassmanagement
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Bayerische Lan­des­ärz­te­kam­mer will schlankeres Entlassmanagement

Dienstag, 27. November 2018

/thodonal, stockadobecom

München - Als „viel zu kompliziert und nicht zielführend“ hat der Präsident der Bayerischen Lan­des­ärz­te­kam­mer (BLÄK), Gerald Quitterer, die seit Oktober 2017 geltenden Regeln für das Entlassmanagement aus der Klinik bezeichnet. Die Regelungen hätten einen gesetzlich verordneten bürokratischen Ballast statt einer gut funktionierenden Kommunikation erbracht: Ein Mehrwert für die Patienten sei das nicht, sagte der Kammerpräsident in München.

Alle Beteiligten wüssten, dass ein gut organisierter und strukturierter Übergang beispielsweise von der stationären in die ambulante Versorgungsebene unverzichtbar sei. „Der vom Gesetzgeber festgelegte Prozess eines strukturiertes Entlassmanagement schießt jedoch weit über das Ziel hinaus, ist zu umfassend und zu bürokratisch“, so Quitterer.

Anzeige

Entlassmanagement muss individuell am Patienten orientieren

Er wünsche sich „eine patientenfreundliche Lösung, die vorsieht, dass jeder Patient im Krankenhaus Anspruch auf das Entlassmanagement hat“. Der tatsächliche Umfang des Entlassmanagements sollte aber abhängig von der individuellen Patientensituation sein, so der BLÄK-Präsident.

Bereits kurz nach der Einführung des neuen Entlassmanagements im Herbst des vergangenen Jahres kritisierten der Marburger Bund (MB) und andere die Regeln als zu bürokratisch: Die Ärztegewerkschaft bemängelte unter anderem, dass Krankenhaus­ärzte nun in formalen Konferenzen mit Pflegenden und dem Sozialdienst über jeden Patienten vor seiner Entlassung nochmals sprechen müssten. 

Grundlage des Entlassmanagements ist der Rahmenvertrag zwischen dem Spitzen­verband der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung, der Kassenärztlichen Bundesver­einigung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Diesem Vertrag zufolge müssen die Krankenhäuser ein standardisiertes Entlassmanagement in multidis­ziplinärer Zusammenarbeit sicherstellen. Eine Verbesserung des Entlassmanagements hatte der Gesetzgeber im sogenannten Versorgungsstärkungsgesetz von 2015 festge­schrie­ben.

Laut einer Berechnung der DKG vom Herbst 2017 erfordert die Regelung bundesweit jährlich 100.000 ärztliche Arbeitstage mehr. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #93082
Narkoleptiker
am Mittwoch, 24. April 2019, 10:42

Entlassmanagement?

Das Entlassmanagement gibt es bis heute nach wie vor in vielen Kliniken nicht. Man geht weiterhin mit 3 Tabletten im Tütchen und einem meist vorläufigen Arztbrief heim. Dann Patient, lauf.
LNS

Nachrichten zum Thema

13. Mai 2019
Kiel – Patienten des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein können ihre Daten bei ihrer Entlassung digital über das Online-Gesundheitskonto, eine elektronische Patientenakte, „mitnehmen“. Der
Uniklinik Schleswig-Holstein nutzt Online-Gesundheitskonto
23. April 2019
Düsseldorf – Unverständliche Arztbriefe aus dem Krankenhaus über Zustand und Therapie von Patienten bereiten vielen Hausärzten Kopfzerbrechen. Die Entlassungsbriefe sind häufig unstrukturiert,
Arztbriefe häufig unverständlich
25. März 2019
Düsseldorf – Die rheinische Ärzteschaft wehrt sich gegen das geplante Ärzteregister, das für das neue Entlassmanagement aus der Klinik entstehen soll. „Die Führung von Ärzteverzeichnissen ist im
Ärztekammer Nordrhein wehrt sich gegen Doppelstrukturen beim Entlassmanagement
19. März 2019
Magdeburg – Für Schlaganfall- und Herzinfarktpatienten werden derzeit in Sachsen-Anhalt reibungslosere Übergänge vom Krankenhaus zur Reha und bis nach Hause erprobt. Die IKK gesund plus hat nach
Netzwerk will Übergang von Klinik nach Hause erleichtern
5. Februar 2019
Köln – Die elektronische Gesundheitsakte hat Einzug in die stationäre Rehabilitation gehalten. Die Dr.-Becker-Klinikgruppe integriert derzeit die Gesundheitsakte Vivy in den Rehaprozess der
Elektronische Patientenakte hält Einzug in Rehaklinik
21. Januar 2019
Berlin – GKV-Spitzenverband, Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und elf für die Erbringung von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation maßgebliche Verbände auf Bundesebene haben sich unter
Rahmenvertrag zum Entlassmanagement in der medizinischen Rehabilitation festgelegt
22. August 2018
Calgary – Intensivstationen in Kanada entlassen Patienten immer häufiger direkt nach Hause. Nach einer Kohortenstudie in JAMA Internal Medicine (2018; doi: 10.1001/jamainternmed.2018.3675) hat sich
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER