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Ärzteschaft

Smartphone wird laut Fachgesellschaft künftig Schlüsselrolle in der Diabetestherapie zufallen

Dienstag, 27. November 2018

/Piotr Adamowicz, stockadobecom

Düsseldorf - Gravierende Veränderungen in der Versorgung von Zuckerkranken erwartet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) von der Digitalisierung im Gesundheitswesen. „Diese wird nicht nur Behandlung und Früherkennung des Diabetes revolutionieren, sondern auch das Verhältnis zwischen Arzt und Patient stark verändern“, sagte der Präsident der Fachgesellschaft, Dirk Müller-Wieland, bei der Vorstellung des „Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2019“. 

Smartphone als hilfreicher Begleiter

Wie der Gesundheitsbericht darlegt, dürfte dem Handy künftig eine Schlüsselrolle in der Diabetestherapie zufallen. „Patienten vergessen gerne, ihr Tagebuch mit Angaben zu den Blutglukosewerten und therapeutischen Aktivitäten zum Arzt mitzubringen“, berichtet Lutz Heinemann, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Diabetes und Technologie der DDG. Apps fürs Smartphone, die alle Daten sammelten, könnten diese Informationslücke schließen. „Sogar die Abschätzung des Kohlenhydratanteils einer Mahlzeit basierend auf Handy-Fotos wird bald möglich sein“, so Heinemann.

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Auch bei der Insulingabe böten die neuen Technologien große Möglichkeiten: Bereits verfügbar sind laut der DGG Sensoren, die unter die Haut implantiert werden, Glukosewerte kontinuierlich über 180 Tage hinweg messen und an ein Diabetesteam übermitteln. „Diese Sensoren ermöglichen eine Messung rund um die Uhr“, so Müller-Wieland. Bestehe Handlungsbedarf, könnte das Smartphone den Patienten unverzüglich Empfehlungen zustellen. 

Risiken frühzeitig erkennen

Die Digitalisierung generiere außerdem neue Erkenntnisse in der Forschung. „Die Analyse von Datenmustern wird dazu führen, Individuen mit gewissen Risiken frühzeitig und präzise zu erkennen und zugleich auch zu identifizieren, welche Patienten ganz besonders von einer bestimmten Therapie oder Lebensstiländerung profitieren“, so die DDG-Geschäftsführerin Barbara Bitzer. Dies verbessere die Behandlungsqualität der Patienten, was wiederum Folgeerkrankungen und Komplikationen minimiere. 

Laut dem Gesundheitsbericht erhalten bis zu 500.000 gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland jedes Jahr die Diagnose Diabetes Typ 2. Jeder zehnte Euro der deutschen Gesundheitsausgaben entfalle auf die Therapie von Patienten mit Typ-2-Diabetes. Nach Schätzungen der AOK belaufen sich die Ausgaben für die Behandlung - also die sogenannten direkten Kosten - hierzulande auf jährlich rund 21 Milliarden Euro.

Hinzu kämen indirekte Kosten etwa durch Arbeitsunfähigkeit oder mangelnde soziale Teilhabe. „Indem wir die Therapien verbessern, auch im Zuge der Digitalisierung, erhöhen wir zugleich die soziale Teilhabe“, hofft Müller-Wieland. © hil/aerzteblatt.de

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