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Entscheidungs­coaching für Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko

Mittwoch, 28. November 2018

/asawinklabma, stockadobecom

Köln – Ein Forschungskonsortium unter Leitung der Universitätsklinik Köln untersucht, inwieweit eine strukturierte Beratung Frauen unterstützen kann, die ein erhöhtes genetisches Risiko für Brust- und Eierstockkrebs tragen. Der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesauschusses fördert das Vorhaben mit rund 2,1 Millionen Euro.

In Deutschland erkranken jährlich rund 70.000 Frauen an Brustkrebs sowie knapp 7.800 an Eierstockkrebs. Bei rund 30 Prozent der Patientinnen tritt die Krebserkrankung familiär gehäuft auf. Ein Viertel dieser Frauen tragen eine BRCA1- oder BRCA2-Genmutation, die ihr Erkrankungsrisiko deutlich erhöht.

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Ist die Genmutation bekannt, haben die Frauen die Möglichkeit, verschiedene präventive Maßnahmen zu ergreifen – vom intensivierten Früherkennungsprogramm für Brustkrebs bis hin zur prophylaktischen Entfernung des gesunden Brustdrüsengewebes und der Eierstöcke sowie Eileiter. 

Im Rahmen des Forschungsprojekts „EDCP-BRCA – Evaluation eines Decision Coaching Programms zur Entscheidungsunterstützung im Rahmen der Prävention bei BRCA1/2-Mutationsträgerinnen“ erhalten betroffene Frauen ein strukturiertes und bedarfs­adaptiertes Coaching. Ziel ist ein besseres Verständnis für Nutzen und Risiken der verschiedenen Präventionsstrategien. Damit sollen betroffene Frauen eine bewusste und informierte Entscheidung treffen können. „Eine wissenschaftsbasierte Beratung der Betroffenen ist essenziell, um die Frauen in ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen“, hieß es aus dem Forschungskonsortium.

Die Evaluation des Coachings erfolgt unter Federführung der Universitätsklinik Köln bundesweit in sechs Zentren für Familiären Brust- und Eierstockkrebs des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs. An der multizentrischen, rando­misierten, kontrollierten Studie sollen etwa 400 Frauen teilnehmen. Zeigt das Projekt, dass das Entscheidungscoaching für die Betroffenen hilfreich ist, kann es in die bereits bestehenden Beratungsabläufe aller spezialisierten Zentren für Familiären Brust- und Eierstockkrebs des Deutschen Konsortiums integriert werden.

Die Leitung des Projektes liegt beim Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie gemeinsam mit dem Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs der Universitätsklinik Köln. Weitere Partner sind die Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Uniklinik Köln sowie das Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die Bergische Universität Wuppertal. © hil/aerzteblatt.de

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