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Malariawelle, Ebola, Hunger und Kämpfe belasten den Kongo

Donnerstag, 29. November 2018

/dpa

Beni – Im Kongo häufen sich die Probleme. Neben Hunger, Krieg und Ebola wird das ostafrikanische Land derzeit zudem von einer starken Malariawelle heimgesucht. Zur Entlastung der überforderten Gesundheitseinrichtungen im Ebola-Gebiet führen die Behörden eine großangelegte Malaria-Kampagne durch. Bis zu 450.000 Menschen sollten in der Provinz Nord-Kivu präventiv Malaria-Medikamente und mit Insektiziden behandelte Moskitonetze bekommen, erklärte die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) gestern.

„Der Malaria-Ausbruch in Nord-Kivu hat die Ebola-Helfer überfordert“, teilte die WHO mit. Die Zahl der Infektionen sei im September im Vergleich zum Vorjahr um das Achtfache auf rund 2.000 Fälle pro Woche angestiegen. Etwa die Hälfte der Patienten, die mit Verdacht auf Ebola in Gesundheitszentren kommen, leidet demnach an Malaria. Ebola und Malaria können anfangs zu ähnlichen Symptomen führen, wie hohes Fieber und Erbrechen.

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Die Malaria-Kampagne wird von den kongolesischen Behörden durchgeführt, unterstützt unter anderem von der WHO und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef. Der Kongo ist mit Millionen Infektionen und Tausenden Toten pro Jahr hinter Nigeria das weltweit am meisten von Malaria betroffene Land.

Der Ebola-Ausbruch rund um die Großstadt Beni ist die zehnte und inzwischen folgenschwerste Epidemie im zentralafrikanischen Kongo. Seit August haben sich den Behörden zufolge 421 Menschen mit Ebola infiziert, 241 Menschen starben an den Folgen der Erkrankung. Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheits­erregern der Welt. Bei einer Epidemie 2014/2015 starben in Westafrika mehr als 11.000 Menschen. Infizierte können das Virus leicht übertragen.

Die Welthungerhilfe wies heute darauf hin, dass derzeit rund 13 Millionen Menschen im Kongo humanitäre Hilfe benötigen. Die Hälfte aller kongolesischen Kinder unter fünf Jahren sei unterernährt. Besonders betroffen seien dabei Menschen in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri im Osten des Landes.

Die Kämpfe verschiedener Rebellengruppen führten darüber hinaus dazu, dass sich die Bauern nicht mehr trauten, ihre Felder zu bewirtschaften, so die Welthungerhilfe. Daher herrsche Hunger im Kongo. Zudem verhinderten die Kämpfe, dass Helfer gegen Ebola die Dörfer erreichten. „Der jahrzehntelange Bürgerkrieg hat zu einem totalen Vertrauensverlust in der Bevölkerung geführt.

Im Vorfeld der Wahlen steigt dieses Misstrauen auch gegenüber Impfkampagnen und medizinischen Helfern weiter an“, sagte der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Mathias Mogge. Die Menschen benötigten „dringend internationale Unterstützung“.

Die Präsidentschaftswahlen im Kongo sind für den 23. Dezember geplant. Präsident Joseph Kabila hatte die Wahlen zuvor verzögert und damit für Unruhen in der Bevölkerung gesorgt. Kabila ist seit 2001 im Amt, er wird nicht mehr antreten. © dpa/aerzteblatt.de

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