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Medizin

Masturbation könnte Rehabilitation nach Prostatektomie verbessern

Freitag, 7. Dezember 2018

Mann in Boxershorts /paulinquua, adobe.stock.com
Ob Masturbation, als nichtmedikamentöser Ansatz, mit einem besseren funktionellen Outcome nach einer radikalen Prostatektomie assoziiert ist, wurde erstmals in vorliegender Studie untersucht. /paulinquua, adobe.stock.com

München/Gießen – Nach einer nervschonenden radikalen Prostatektomie (nsRP) kann eine penile Rehabilitation die erektile Funktion und Kontinenz positiv beeinflussen. Bisher kommen vor allem Medikamente und Hilfsmittel zum Einsatz. Auch Mastur­bation könnte helfen, vermuten Ärzte von der Urologie am Universitätsklinikum der Technischen Universität München. Eine Beobachtungsstudie dazu mit mehr als 300 potenten Männern ohne neo- oder adjuvante Therapie stellten sie letzte Woche bei der 30. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Andrologie (DGA) in Gießen vor.

Nach der Operation zeigte sich nach 24 und 36 Monaten bei den Patienten, die angaben zu masturbieren, eine um mehr als 10 % bessere erektile Funktion im Vergleich zu den Patienten, die dies nicht taten (24 Monate: 47,5 % versus 37,5 %; 36 Monate: 47,7 % versus 35,7 %). Darüber hinaus hatten masturbierende Patienten häufiger morgendliche Erektionen (24 Monate: 54,6 % versus 34,9 %; 36 Monate: 52,2 % versus 35,7 %). Ein klinisch relevanter Vorteil zeigte sich auch bei der Kontinenz.

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Das Ergebnis erklärt sich Kathleen Herkommer von der Klinik und Poliklinik für Urologie wie folgt: „Durch die vermehrte Durchblutung und Oxygenierung des penilen Gewebes kommt es zur penilen Rehabilitation, die zu einer Verbesserung der erektilen Funktion und Kontinenz führt.“ Aufgrund der Assoziation zwischen postoperativer Masturbation und einer verbesserten erektilen Funktion und Kontinenz würde Herkommer ihren Patienten daher zur Masturbation raten.

Ob die Masturbation selbst zu einer besseren erektilen Funktion und Kontinenz führen oder ob das bessere Ergebnis zu vermehrter Masturbation führt, lässt sich anhand der erhobenen Daten jedoch nicht eindeutig belegen. Die Autorengruppe will das Thema weiter untersuchen und erwägt eine prospektive Studie. Eine randomisierte kontrollierte Studie wäre aus ethischen Aspekten nicht möglich, sagt die Urologin Herkommer, da sie der Kontrollgruppe das Masturbieren dafür untersagen müsste. © gie/aerzteblatt.de

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