NewsMedizin„Methylscape“-Test weist Krebszellen in zehn Minuten durch Farbumschlag nach
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

„Methylscape“-Test weist Krebszellen in zehn Minuten durch Farbumschlag nach

Donnerstag, 6. Dezember 2018

/catalin, stockadobecom

Brisbane – Unterschiede in der DNA-Methylierung zwischen gesunden Zellen und Krebszellen könnten einen überraschend einfachen und schnellen Früherkennungstest für Krebserkrankungen ermöglichen, den australische Forscher jetzt in Nature Communications (2018; doi: 10.1038/s41467-018-07214-w) vorstellen.

Im Verlauf von Krebserkrankungen kommt es immer wieder zum Absterben von Tumorzellen. Ihr Inhalt wird ins Blut geschwemmt, darunter auch die DNA. Der Nachweis von zellfreier Tumor-DNA ermöglicht im Prinzip eine Früherkennung. Doch die Unterscheidung von der zellfreien DNA aus gesunden Zellen ist schwierig. Die bisherigen Konzepte setzen auf den Nachweis von Mutationen, die für Krebs­erkrankungen spezifisch sind. Die Zahl der Mutationen ist jedoch hoch. Und nicht jeder Tumor enthält dieselben Mutationen. Bei jeder Zellteilung können neue hinzukommen und andere verschwinden.

Anzeige

Ein Team um Laura Carrascosa und Matt Trau von der Universität von Queensland in Brisbane hat jetzt einen anderen Nachweistest für zellfreie Tumor-DNA entwickelt. Er beruht auf den epigenetischen Veränderungen. Hier gibt es ebenfalls Unterschiede zwischen gesunden Zellen und Krebszellen. Chemisch handelt es sich um Methyl­gruppen, die an die DNA-Moleküle gehängt werden, um einzelne Gene permanent aus- oder anzuschalten.

Die australischen Forscher haben entdeckt, dass die Unterschiede so groß sind, dass sie das Lösungsverhalten der DNA beeinflussen. Die DNA von Tumorzellen bildet in Flüssigkeiten spontan dreidimensionale Nanostrukturen, die Verbindungen mit Metallen eingehen. 

Carrascosa und Trau entwickelten einen Test zum Nachweis der „Methylscape“ (für „methylation landscape“). Ein einziger Tropfen Flüssigkeit, beispielsweise Blutserum, reicht aus, um Tumor-DNA in einer Probe nachzuweisen. Der Test kann aber auch an Gewebeproben durchgeführt werden, etwa befallenen Lymphknoten. Der Nachweis erfolgt entweder durch Bestimmung der elektrochemischen Eigenschaften oder durch einen Farbumschlag, der mit bloßem Auge nach etwa 10 Minuten zu erkennen ist.

Die Forscher haben den Test an Proben von Krebspatienten getestet. Sie berichten über erstaunlich gute Werte. Der elektrochemische Assay erzielte an Gewebeproben eine Genauigkeit von 89,32 % (AUC 0,909). In Plasmaproben betrug sie 83,45 % (AUC 0,887).

Der Farbtest erreichte bei den Lymphknoten eine Genauigkeit von 77,08 % (AUC 0,761) und in Plasmaproben eine Genauigkeit von 73,10 % (AUC 0,785).

Ob der Test sich für die klinische Praxis eignet, müssen weitere Studien zeigen. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. April 2019
Vancouver – Ein absoluter Mangel an Vitamin D ist eigentlich nicht mit dem Leben vereinbar. Bei einer 58-jährigen Frau mit Spondylitis ankylosans lag die Vitamin-D-Konzentration jedoch über viele
Frau lebt seit Jahrzehnten ohne (nachweisbares) Vitamin D im Blut
10. April 2019
Berlin – Vor der morgigen Debatte um die nichtinvasiven Pränataltests (NIPT) hat der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach klar Stellung bezogen. „Aus ärztlicher Sicht bin ich für eine Erstattung des
Lauterbach fordert neues Gremium für künftige Testverfahren
10. April 2019
Berlin – Morgen wollen die Abgeordneten im Bundestag in einer Orientierungsdebatte über nichtinvasive molekulargenetische Tests (NIPT) zur Bestimmung des Risikos autosomaler Trisomien 13, 18 und 21
Demonstration gegen nichtinvasive molekulargenetische Tests
9. April 2019
Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat den Bundestag aufgefordert, Voraussetzungen und Grenzen der nichtinvasiven Pränataldiagnostik (NIPD) klar zu definieren. Vor der morgen anstehenden
Bundesärztekammer sieht Politik bei nichtinvasiver Pränataldiagnostik gefragt
8. April 2019
Silver Spring/Maryland – In den letzten Jahren wurden zahlreiche Genvarianten entdeckt, die die Metabolisierung von Wirkstoffen in der Leber beeinflussen. Aus dem Nachweis der Genvarianten allein
FDA verwarnt Internetanbieter von Gentests zur Pharmakokinetik
5. April 2019
Berlin – Das organisierte Darmkrebsscreening kann am 19. April starten. Der Bewertungsausschuss hat dafür jetzt den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) angepasst, wie die Kassenärztliche
Der Weg für das organisierte Darmkrebsscreening ist frei
5. April 2019
Heidelberg – Nach einer umstrittenen PR-Kampagne zu einem potenziellen Bluttest auf Brustkrebs hat das Universitätsklinikum Heidelberg jetzt Strafanzeige gegen unbekannt gestellt. Es gebe Anzeichen
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER