NewsMedizinMammakarzinom: Trastuzumab-Konjugat verhindert Rezidive
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Mammakarzinom: Trastuzumab-Konjugat verhindert Rezidive

Donnerstag, 6. Dezember 2018

/dpa

Neu-Isenburg – Das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Trastuzumab-Emtansin kann Patientinnen mit HER2-positivem Mammakarzinom, bei denen nach einer neoad­juvanten Chemotherapie noch Tumorzellen nachweisbar sind, länger vor Rezidiven schützen als der alleinige Antikörper Trastuzumab. Dies zeigen die Ergebnisse einer Phase-3-Studie, die auf einer Tagung der American Association for Cancer Research in San Antonio vorgestellt und im New England Journal of Medicine (2018; doi: 10.1056/NEJMoa1814017) publiziert wurden.

Die chemische Verbindung des HER2-Antikörpers Trastuzumab mit dem Zytostatikum Mertansin (DM2), einem Mikrotubuli-Inhibitor, ist seit 2014 zur Zweitlinientherapie des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten HER2-positiven Mammakarzinoms bei Patientinnen zugelassen, wenn zuvor erfolglos mit Trastuzumab und/oder einem Taxan behandelt wurde.

Anzeige

Die KATHERINE-Studie hat die Wirksamkeit des Trastuzumab-Konjugats jetzt bei Patientinnen mit nichtmetastasiertem HER2-positivem Mammakarzinom untersucht, die zuvor eine neoadjuvante Therapie erhalten hatten, deren Ziel die Vernichtung von Krebszellen vor der Entfernung des Tumors ist. Die neoadjuvante Therapie bestand dabei aus einer taxanbasierten Chemotherapie plus einer Therapie mit Trastuzumab. An der Studie nahmen nur Patientinnen teil, bei denen nach der Operation noch Krebszellen im entfernten Primärtumor oder in den entfernten Lymphknoten nachweisbar waren.

Nach der Operation erhielten die Patientinnen im Verlauf eines Jahres 14 Zyklen einer Behandlung mit Trastuzumab oder mit Trastuzumab-Emtansin. Primärer Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben.

An der vom Hersteller gesponserten Studie nahmen an 273 Zentren in 28 Ländern insgesamt 1.486 Patientinnen mit HER2-positivem Mammakarzinom teil, bei denen der Nachweis von Tumorzellen in den Resektaten ein erhöhtes Risiko auf ein späteres Rezidiv anzeigte. Bereits in der geplanten Zwischenauswertung stellte sich heraus, dass Trastuzumab-Emtansin ein Rezidiv häufiger verhindern kann als Trastuzumab.

3 Jahre nach der Operation waren 88,3 % der Patientinnen, die mit Trastuzumab-Emtansin behandelt wurden, noch ohne Rezidiv gegenüber 77,0 % in der Trastuzumab-Gruppe. Gunter von Minckwitz von der German Breast Group in München und Mitarbeiter ermitteln eine Hazard Ratio auf eine invasive Erkrankung oder den Tod der Patientin von 0,50, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,39 bis 0,64 hochsignifikant war. Auch der Anteil der Patientinnen, bei denen es zu Fernmetastasen kam, wurde von 15,9 auf 10,5 % gesenkt, sodass die Aussicht besteht, dass Trastuzumab-Emtansin auch das Gesamtüberleben der Patientinnen verbessert, was jedoch bisher nicht nachweisbar war. In der Trastuzumab-Emtansin-Gruppe sind erst 42 Patientinnen (5,7 %) und in der Trastuzumab-Gruppe 56 Frauen gestorben (Hazard Ratio 0,70; 0,47 bis 1,05).

Die Verbesserung des rezidivfreien Überlebens wurde in allen Untergruppen beobachtet. Die Patientinnen profitierten unabhängig vom Hormonrezeptorstatus, Lymphknotenstatus oder den zur neoadjuvanten Therapie eingesetzten Wirkstoffen von der Behandlung.

Das Sicherheitsprofil von Trastuzumab-Konjugat entsprach den Erfahrungen aus früheren Studien: Bei 138 Patienten (18,6 %) gegenüber 50 Patienten (6,9 %) in der Kontrollgruppe kam es zu einer peripheren sensorischen Neuropathie, die bei 10 Patientinnen (1,4 %) als schwerwiegend (Grad 3) eingestuft wurde.  103 der 138 Patientinnen erholten sich nach dem Abschluss der Therapie. Trotz einer höheren Rate von Thrombozytopenien kam es nicht häufiger als in der Kontrollgruppe zu Blutungen. Eine Frau im Trastuzumab-Konjugat-Arm starb allerdings nach einem Sturz an einer Hirnblutung. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. März 2019
Basel – Ein Schweizer Forscherteam hat in den Metastasen des Mammakarzinoms Rezeptoren für Glukokortikoide entdeckt. Ihre tierexperimentellen Befunde in Nature (2019; doi: 10.1038/s41586-019-1019-4)
Wie Glukokortikoide die Metastasierung des Mammakarzinoms fördern könnten
12. März 2019
Paris – Eine einzelne Schwangerschaft erhöht bei Frauen mit dem Krebsgen BRCA1 das Brustkrebsrisiko, bei weiteren Schwangerschaften sinkt das Risiko wieder. Auch lange Stillzeiten könnten nach den
Schwangerschaften und lange Stillzeiten senken Brustkrebsrisiko bei BRCA1- und BRCA2-Trägerinnen unterschiedlich
27. Februar 2019
Berlin – Auf die besondere Bedeutung sportlicher Aktivität bei einer Brustkrebserkrankung hat die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) hingewiesen. Eine moderne Strahlentherapie trage zwar
Sport steigert Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen auch während der Behandlung
25. Februar 2019
Triangle Park/North Carolina – Nicht nur das chronologische, sondern auch das biologische Alter beeinflusst das Krebsrisiko. In einer prospektiven Studie im Journal of the National Cancer Institute
Studie: Epigenetische Uhr beeinflusst Brustkrebsrisiko
22. Februar 2019
Berlin – Eine sogenannte innere Strahlentherapie (Brachytherapie) kann Vorteile gegenüber einer äußeren perkutanen Bestrahlung bieten: Die Therapiedauer ist kürzer und das Verfahren ist gewebe- und
Innere Strahlentherapie Option bei Brustkrebspatientinnen mit niedrigem Risiko für einen örtlichen Rückfall
22. Februar 2019
New York – Das Antikörperkonjugat Sacituzumab-Govitecan, das Krebszellen mit dem Zytostatikum Irinotecan gezielt abtötet, hat in einer ersten klinischen Studie bei jeder dritten Patientin mit mehrfach
„Bewaffneter“ Antikörper erzielt Remissionen bei triple-negativem Mammakarzinom
21. Februar 2019
Heidelberg – Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen in Deutschland, Zehntausende erkranken jedes Jahr daran. Umso wichtiger ist ein frühes Aufspüren der Krankheit. Heidelberger Forscher
VG WortLNS
NEWSLETTER