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Gewinnwarnung bei Fresenius

Freitag, 7. Dezember 2018

/dpa

Bad Homburg – Beim Gesundheitskonzern Fresenius häufen sich die Probleme. Gestern Abend überraschte der Dax-Konzern zum zweiten Mal binnen weniger Wochen mit einer Gewinnwarnung. Das Unternehmen kappt wegen noch mehr Gegenwinds im laufenden Geschäft und hohen Investitionen seine mittelfristigen Ziele für Umsatz und Gewinn.

Vor allem in seinen Privatkliniken in Deutschland und im Geschäft mit Nieren­erkrankungen bei der Tochter Fresenius Medical Care (FMC) bekommt der Konzern Druck. An der Börse stürzten Fresenius-Aktien um 15 Prozent ab.

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Auf Basis der derzeitigen Erwartungen für 2018 und 2019 sei nicht mehr damit zu rechnen, dass die Ziele für 2020 erreicht würden, erklärte Fresenius in Bad Homburg. Ab 2020 sei ein Umsatzwachstum aus eigener Kraft im mittleren einstelligen Bereich zu erwarten. Das Konzernergebnis soll dann etwas stärker wachsen.

Erst Mitte Oktober hatte sich der Konzern skeptischer für das laufende Jahr gezeigt, FMC musste die Ziele sogar senken. Der Dialysespezialist leidet unter schwächelnden Geschäften mit Nierenerkrankungen im wichtigen US-Markt und den wirtschaftlichen Turbulenzen in Schwellenländern, wie die Hyperinflation in Argentinien. Und in den knapp 90 Privatkliniken von Fresenius Helios in Deutschland, darunter Berlin, Erfurt und Wiesbaden, belastet der Trend zu ambulanten Behandlungen.

Fresenius-Chef Stephan Sturm sprach heute in einer Telefonkonferenz von einem Übergangsjahr 2019. Lange war der Konzern stark gewachsen, Übernahmen wie die des spanischen Klinikbetreibers Quironsalud sorgten für immer neue Gewinn­bestmarken – 2018 winkt das 15. Rekordjahr in Folge. Zuletzt aber häuften sich die Probleme. Erst in letzter Sekunde konnte Sturm die geplante Übernahme des US-Konzerns Akorn abwenden, die als teurer Fehlschlag galt.

Für das kommende Jahr rechnet Sturm mit einer Stagnation des bereinigten Gewinns. Der Umsatz dürfte aus eigener Kraft im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Ursprünglich wollte Fresenius bis 2020 beim Umsatz jährlich um bis zu zehn Prozent und beim Konzernergebnis um bis zu 12,6 Prozent zulegen.

Um das Wachstum anzukurbeln, will der Konzern mehr Geld für die Forschung und Entwicklung ausgeben. „Wir bleiben sehr zuversichtlich für den mittel- und langfristigen Wachstumskurs“, sagte Sturm. Übernahmen seien in den mittelfristigen Erwartungen nicht enthalten, aber auch künftig „ein wesentlicher Treiber“. Ferner stellte Sturm steigende Dividenden in Aussicht.

Auch der Dialysespezialist FMC rechnet für 2019 mit einer Gewinnstagnation. Der Umsatz soll „solide“ wachsen. Mit der Übernahme des US-Unternehmens NxStage, das auf Blutwäsche zu Hause spezialisiert ist und dem Ausbau von Geschäften in Märkten wie China stünde „ein Jahr der Investitionen“ bevor, sagte Vorstandschef Rice Powell. © dpa/aerzteblatt.de

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