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Ärzteschaft

Mezis kritisiert Korruption im Gesundheitswesen

Freitag, 7. Dezember 2018

/daizuoxin, stockadobecom

Leimen – Die Pharmaindustrie hat nach Ansicht der Ärzteinitiative Mezis nach wie vor einen zu großen Einfluss auf das Gesundheitswesen. Beispiele seien etwa gesponserte Fortbildungen, Leitlinienautoren mit finanziellen Verflechtungen zur Industrie, Anwen­dungsbeobachtungen sowie gezielte Marketingkampagnen, bemängelte Mezis heute anlässlich des Weltantikorruptionstags am 9. Dezember.

„Die Organe der ärztlichen Selbstverwaltung und die medizinischen Fachgesellschaften müssen endlich wirksame Maßnahmen ergreifen, um unserer berufsrechtlichen Pflicht zur Wahrung der heilberuflichen Unabhängigkeit Geltung zu verschaffen“, forderte Christiane Fischer, Ärztliche Geschäftsführerin von Mezis.

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Dazu gehöre auch eine Anpassung der Fortbildungsordnungen, die aktuell gesponserte Ärztefortbildungen nicht verböten. „Gesponserte Fortbildungen dienen dem Marketing der Industrie – und nicht der objektiven Information von Ärzten“, kritisierte Fischer. Stattdessen würden sie eine gute Patientenversorgung verhindern sowie zu Fehlversorgung und nachweislich höheren Arzneimittelausgaben führen.

Die Initiative begrüßte zugleich die Bemühungen einiger Lan­des­ärz­te­kam­mern, Regelungen für Transparenz und zur Begrenzung von Sponsoring zu formulieren und durchzusetzen. So habe beispielsweise die Ärztekammer Baden-Württemberg kürzlich einem führenden Anbieter gesponserter Fortbildungen die Anerkennung verwehrt.

„Wir sehen dies als Schritt in die richtige Richtung, dass nun die Richtlinie zur Vergabe von Fortbildungspunkten auch um inhaltliche Kriterien erweitert wurde“, lobte Mezis-Vorstandsmitglied Niklas Schurig.

Mit dem im Frühjahr 2018 gestarteten Aktionsbündnis „Ärztliche Fortbildung 2020“ will die Initiative unabhängige ärztliche Fortbildungen fördern und hat dazu gemein­sam mit den bisher gewonnenen Partnern strenge Regeln für die Finanzierung von Fortbildungsveranstaltungen sowie für die Unabhängigkeit der Referenten und der vermittelten Inhalte formuliert. © hil/sb/aerzteblatt.de

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