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Mehr als eine Million Inder an Luftverschmutzung gestorben

Freitag, 7. Dezember 2018

/dpa

London/Neu Delhi – Luftverschmutzung hat in Indien 2017 laut einer Studie rund 1,2 Millionen Menschen das Leben gekostet. Das sei jeder achte Todesfall in Indien, heißt es im Lancet Planetary Health (2018; doi: 10.1016/S2542-5196(18)30261-4).

670.000 Todesfälle gingen unmittelbar auf verschmutzte Luft zurück, schreiben die Forscher der Public Health Foundation of India. 470.000 Menschen habe Vergiftung durch Kochen auf offenen Feuerstellen in geschlossenen Räumen das Leben gekostet.

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Knapp 77 Prozent der indischen Bevölkerung sind der Studie zufolge einem jährlichen Feinstaubdurchschnittswert von mehr als 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft ausgesetzt, dem von den indischen Behörden festgesetzten Grenzwert. Die Studie wurde von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung sowie der indischen Regierung finanziert.

Laut der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO sind die weltweit 14 Städte mit der schlechtesten Luftqualität allesamt in Indien. In den Herbst- und Wintermonaten liegt das Land unter einer „atmosphärischen braunen Wolke“. Sie entsteht in den kühlen Monaten durch den Rauch aus Hunderttausenden offenen Kochstellen, also dem Verbrennen von fossilen Brennstoffen oder Biomasse.

Letzteres passiert, wenn in Delhis Nachbarstaaten Haryana und Punjab die Bauern nach der Ernte geschätzte 35 Millionen Tonnen Stoppeln von ihren Weizen- und Reisfeldern abfackeln. Die braune Schmutzwolke reicht in der winterlichen Trockenzeit vom Himalaya im Norden des Subkontinents bis zum Indischen Ozean. © kna/aerzteblatt.de

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