NewsMedizinVentrikuläre Tachykardie: Stereotaktische Strahlentherapie erstmals in Deutschland durchgeführt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Ventrikuläre Tachykardie: Stereotaktische Strahlentherapie erstmals in Deutschland durchgeführt

Freitag, 7. Dezember 2018

/Thomas Hecker, stockadobecom

Lübeck – Eine stereotaktische Bestrahlung kann gezielt die Entstehungsorte von ventrikulären Arrhythmien beseitigen. Die Behandlung, die ein hochauflösendes EKG-Mapping voraussetzt, wurde jetzt erstmals auch in Deutschland durchgeführt.

Wie ein Team um Hendrik Bonnemeier, Leiter der Abteilung für Elektrophysiologie und Rhythmologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), berichtet, wurde ein 79-jähriger Patient erfolgreich behandelt, der an einer therapierefraktären ventrikulären Tachykardie litt.

Anzeige

Die Behandlung wurde an der Klinik für Strahlentherapie des UKSH durchgeführt. Zuvor war mit einem Mappingsystem, das mit mehr als 10.000 Datenpunkten eine hochauflösende Darstellung der linken Herzkammer ermöglicht, der Fokus der ventrikulären Arrhythmie lokalisiert worden. Danach wurde die Region durch eine Hochpräzisionsbestrahlung („Strahlenchirurgie“) zerstört. Verwendet wurde ein Gerät, das normalerweise zur Behandlung von Hirntumoren eingesetzt wird.

Die Behandlung fand am 30. November statt. Der Patient hatte zuvor trotz einer maximalen medikamentösen Therapie unter rezidivierenden ventrikulären Tachykardien gelitten. Diese hätten fast täglich eine Schockabgabe eines implantierten Defibrillators (ICD) ausgelöst, berichtet Bonnemeier. Seit der Behandlung seien die Herzrhythmusstörungen nicht wieder aufgetreten.

Die Klinik plant jetzt eine prospektive Studie, um die Effektivität und Sicherheit genauer zu untersuchen. Die Behandlungsmethode war vor einem Jahr von US-Medizinern im New England Journal of Medicine (2017; 377: 2325-36) vorgestellt worden. Ein Team um Phillip Cuculich von der Washington University School of Medicine in St. Louis hatte 5 Patienten erfolgreich behandelt. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Februar 2019
Berlin – Eine sogenannte innere Strahlentherapie (Brachytherapie) kann Vorteile gegenüber einer äußeren perkutanen Bestrahlung bieten: Die Therapiedauer ist kürzer und das Verfahren ist gewebe- und
Innere Strahlentherapie Option bei Brustkrebspatientinnen mit niedrigem Risiko für einen örtlichen Rückfall
14. Februar 2019
Heidelberg/Mannheim – Ein für die USA entwickelter Score sagt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse auch für die deutsche Bevölkerung am besten vorher. Zu diesem Schluss kommen Forscher der
Herz-Kreislauf-Erkrankungen: US-Risikoscore ist deutschen Risikorechnern überlegen
12. Februar 2019
Dresden – Die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden ist jetzt Referenzzentrum für die strahlentherapeutischen Versorgung von Kindern und
Dresdener Uniklinik berät bei strahlentherapeutischer Versorgung von Kindern mit Gliom
7. Februar 2019
Berlin – In Deutschland sterben immer weniger Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Erkrankungen bleiben aber weiterhin vor Krebs mit Abstand die Todesursache Nummer eins in Deutschland, wie
Immer mehr Patienten mit Herzerkrankungen in Deutschland
7. Februar 2019
Berlin – Künstliche Intelligenz (KI) erleichtert es, Gesundheitsrisiken bei erwachsenen Patienten mit angeborenen Herzfehlern früher zu erkennen und zu behandeln. Dieses Fazit zieht das Kompetenznetz
Künstliche Intelligenz soll Versorgung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern verbessern
31. Januar 2019
Albany/New York – Zu den Folgen der Klimaerwärmung könnte eine Zunahme von angeborenen Herzfehlern gehören, wie Umweltmediziner in JAHA: Journal of the American Heart Association (2019; 8: e010995)
Klimawandel könnte Zahl der angeborenen Herzfehler erhöhen
31. Januar 2019
Potsdam – Das Protein Chemerin könnte künftig dazu genutzt werden, das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere kardiovaskuläre Erkrankungen früher und präziser zu bestimmen. Das berichten
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER