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Vermischtes

Bayer veröffentlicht Studien zu Glyphosat

Freitag, 7. Dezember 2018

/dpa

Leverkusen – Bayer hat heute die Zusammenfassung von mehr als 300 Studien zu dem umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat online gestellt. Die Veröffent­lichung ist Teil der Transparenz-Initiative des Konzerns, wie Bayer mitteilte. „Das Vertrauen in die wissenschaftliche Integrität des Pflanzenschutzes ist für uns von zentraler Bedeutung“, erklärte Vorstandsmitglied Liam Condon.

Bayer konzentriere sich bei der Veröffentlichung der Studien zu Glyphosat auf Sicherheitsstudien, die im Rahmen des Zulassungsverfahrens für Pflanzenschutzmittel der EU eingereicht worden seien, erklärte der Konzern.

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Auf der Seite cropscience-transparency.bayer sind auf Englisch Zusammenfassungen von Studien zu den Themen Rückstände, Umweltverhalten, Toxikologie und Ökotoxikologie zu finden. Auf Deutsch sollen sie kommendes Jahr zugänglich sein, wie ein Sprecher sagte. Dann will Bayer auch deutlich umfangreichere Studien veröffentlichen.

Bayer hat den US-Saatgutkonzern Monsanto für rund 54 Milliarden Euro gekauft, der in den USA in einem Zivilprozess in erster Instanz zu einer Schadenersatzzahlung verurteilt wurde. Die Jury urteilte, glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel wie Roundup und RangerPro hätten „wesentlich“ zur Krebserkrankung des Klägers beigetragen, eines früheren Hausmeisters. Bayer legte Berufung ein. Weitere 9.300 Klagen gegen Monsanto sind in den USA anhängig.

Bayer betont stets, der Konzern sei „davon überzeugt, dass Glyphosat bei sachgerechter Anwendung ein wirklich sicheres Präparat ist“. Im Geschäftsbericht zum dritten Quartal änderte der Konzern seine Angaben zu dazu vorliegenden Studien leicht ab – nach Angaben eines Sprechers, um auszuschließen, dass der betreffende Satz anders interpretiert werden könnte.

Der Konzern erklärt aktuell, „mehr als 800 Zulassungsstudien für die US-Umwelt­schutzbehörde (EPA) sowie für europäische und andere Aufsichtsbehörden kommen zu dem Ergebnis, dass diese Produkte bei sachgerechter Anwendung sicher sind“. Im Bericht zum zweiten Quartal hieß es noch, mehr als 800 wissenschaftliche Studien sowie Aufsichtsbehörden weltweit hätten bestätigt, dass Glyphosat nicht krebserregend und dass die bestimmungsgemäße Anwendung sicher sei.

Der Unternehmenssprecher stellte klar, dass bei der EPA mehr als 800 Studien eingereicht worden seien, die sich auf die Gesundheit von Menschen oder Säugetieren beziehen. Darüber hinaus sei die EPA 2017 in einer Bewertung des Krebsrisikos, in der 121 Studien geprüft worden seien, zu dem Schluss gekommen, dass Glyphosat „für Menschen wahrscheinlich nicht krebserregend“ sei. Die Tageszeitung hatte Bayer falsche Angaben vorgeworfen; tatsächlich gebe es nur rund 50 Studien zum Krebsrisiko. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #88255
doc.nemo
am Montag, 10. Dezember 2018, 08:19

Aha, so ist das also

Wenn Bayer eine Studie vorlegt, bei der Glyphosat gut weg kommt, ist sie natürlich falsch, gefälscht, missinterpretiert und Ausdruck einer Verschwörung von Big Pharma gegen naturliebende Menschen. Wenn Greenpeace, Foodwatch oder andere einschlägige Organisationen eine Studie veröffentlichen, die Glyphosat als krebserregend bezeichnet, ist diese Studie selbstverständlich richtig und über jeden Zweifel erhaben. Dumm nur, dass die Realität sich weder von Bayer noch von Greenpeace vorschreiben lässt, wie sie zu sein hat. Wenn über einen vermeintlich schädlichen (oder auch nützlichen) Effekt so vehement gestritten werden kann, dann lässt sich daraus schließen, dass der Effekt allenfalls nur sehr gering sein kann - denn sonst wäre er nicht strittig.
Avatar #687997
Pro-Natur
am Montag, 10. Dezember 2018, 00:57

Wenn die Felle davon schwimmen

Dass Bayer Monsanto aufkaufte, war eine große Dummheit. Nun haftet Bayer für alle Schäden, also für das, was mit Glyphosat anrichtet wurde. Was nun? Die fehlerhaften Studien werden vorgeführt, Bayer macht auf unschuldig und aufrichtig. Wir wollen keine amerikanische Zustände in Europa. Hier soll der Mensch an erster Stelle sein, nicht die Wirtschaft.
Avatar #79783
Practicus
am Sonntag, 9. Dezember 2018, 22:18

Kaum ein Pestizid

wurde so umfangreich untersucht wie Glyphosat....
Es wird immer vergessen, dass es grundsätzlich unmöglich ist, eine Substanz als "sicher nicht krebsauslösend" zu qualifizieren!
Kurios, wenn sich Menschen darüber empören, dass ihr sicher krebserregendes Lieblingsgenussmittel (Bier, enthält immer Alkohol und Nitrosamine) mit einem vielleicht krebseregenden Mitte wie Glyphosat verunreinigt ist.
Ein Glyphosateffekt muss jedenfalls so schwach sein, das er sich von den alltäglich konsumierten krebserregenden Stoffen nicht abgrenzen laäßt. Alkohol, Tabak, frittierte Speisen, gegrilltes Fleisch, "rotes" Fleisch, Kartoffelchips... Luftschadstoffe, Lösungsmitteldämpfe, Haushaltsreiniger...
Und nicht vergessen: Wird Glyphosat verboten, werden andere Substanzen verwendet, die noch nicht so gut erforscht und möglicherweise viel giftiger sind
Avatar #728167
Robberta
am Samstag, 8. Dezember 2018, 23:46

Diese Pseudo-Transparenz von Bayer gefährdet unsere Gesundheit

Auf der Transparenz! Seite von Bayer findet man natürlich nur Zusammenfassungen von Studien, die die Glyphosathersteller selber in Auftrag gegeben, finanziert oder erstellt haben. Und das BfD hat damals auch einfach ein paar Kapitel der Zusammenfasungen der Studien der Glyphosathersteller für ihre eigene Risikoanalyse kopiert. Das waren zwar nur 60 kopierte Seiten in einem 1000 Seiten Bericht, aber zufälligerweise genau die 3 wichtigsten Kapitel über die krebserregende, DNA- und zellschädigende sowie reproduktionstoxischen Wirkung von Glyphosat für Mensch und Tier, wie man hier nachlesen kann: https://www.global2000.at/bfr-kopiert-monsanto Und in den Monsanto Papers, also den internen Emails, die auch dem US Gericht bei ihrem Krebs-Urteil gegen Monsanto vorgelegt haben, kann man nachlesen, dass Monsanto Mitarbeiter diese Studien oft selber vorgeschrieben haben. Dann haben sie "unabhängigen" Wissenschaftlern Geld dafür bezahlt, damit sie diese unterschreiben. Ich kann daher jedem Mediziner empfehlen in die internen Emails selber hineinzuschauen. Denn die Monsanto Wissenschaftler schreiben dort auch, dass sie echte Schwierigkeiten hatten, die Genotoxizität von Glyphosat zu vertuschen. Zitat: „After they (Kier et.al.) got all the (glyphosate) studies amassed into a draft manuscript, it unfortunately turned into such a large mess of studies reporting genetoxic effects, that the story as written stretched the limits of credibility among less sophisticated audiences.“ (Monsanto Emails, Page 8 of 14) https://www.courthousenews.com/wp-content/uploads/2017/03/Monsanto-Exhibit-Emails.pdf Und so kam es dann, dass die WHO / IARC Krebsforscher auch mindestens 8 Originalstudien gefunden haben, die belegen, dass Glyphosat in Tierversuchen krebserregend ist. Das kann man, inklusive der der Studien, in Prof Dr. Christoph Portier's offenen Brief an die EU Kommission nachlesen. https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170529_OTS0116/glyphosat-eu-behoerden-uebersahen-8-krebsbefunde-in-industrie-studien Und laut EU Gesetzgebung für die Zulassung von Pflanzenschutzmittel reichen schon 2 unabhängige Tierstudien aus, um einen Wirkstoff sofort vom Markt zu nehmen. Und nun versucht Bayer mit dieser Pseudo-Transparenz-Marketing-Aktion die Vertuschungen von Monsanto fortzuführen. Das ist nicht nur traurig und kriminell sondern auch höchst gefährlich für unsere Familien, Tiere und Umwelt.
LNS

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