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Medizin

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa erhöhen Risiko auf Prostatakrebs

Montag, 10. Dezember 2018

/dpa

Chicago – Männer mit chronisch entzündlichen Darm­er­krank­ungen haben ein 4- bis 5-fach höheres Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Dies ergab eine Kohortenstudie in European Urology (2018; doi: 10.1016/j.eururo.2018.11.039).

Bekannt ist, dass Patienten mit Morbus Crohn, vor allem aber mit Colitis ulcerosa ein erhöhtes Risiko auf gastrointestinale Karzinome haben. Eine Assoziation mit Krebs­erkrankungen des Urogenitaltraktes wurde bisher nicht beschrieben. Einem Team um Shilajit Kundu von der Feinberg School of Medicine in Chicago war jedoch aufgefallen, dass männliche Patienten mit entzündlichen Darm­er­krank­ungen häufig erhöhte PSA-Werte haben. 

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Die Forscher analysierten deshalb die administrativen Daten der Universität, um den Zusammenhang näher zu untersuchen. 1.033 Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa wurden jeweils 9 Kontrollen gegenübergestellt, die nicht an chronisch entzündlichen Darm­er­krank­ungen litten. In beiden Gruppen war aus Altersgründen mindestens ein PSA-Test durchgeführt worden. 

Nach 5 Jahren war bei 2,8 % der Patienten mit chronisch entzündlichen Darm­erkrankungen ein Prostatakarzinom diagnostiziert worden. In der Kontrollgruppe erkrankten nur 0,25 % der Männer an dem Tumor. Nach 10 Jahren betrugen die Inzidenzen 4,4 und 0,65 %. Kundu ermittelt eine Hazard Ratio von 4,84, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 3,34 bis 7,02 hochsignifikant war.

Insgesamt 2,4 % der Patienten mit chronisch-entzündlichen Darm­er­krank­ungen und 0,42 % der Kontrollen waren an einem klinisch signifikanten Prostatakarzinom (Gleason Score 7 oder höher) erkrankt. Auch hier war die Hazard Ratio von 4,04 mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 2,52 bis 6,48 klinisch signifikant. Die Rate der metastasierten Prostatakarzinome betrug 0,19 und 0,03 %. Der Unterschied war jedoch nicht signifikant (erst 9 Männer waren an einem metastasierten Prostatakarzinom erkrankt).

Es handelt sich zwar um eine retrospektive Datenanalyse, die keine Kausalität belegen kann. Die Hazard Ratios waren jedoch so eindeutig, dass ein Zufallsergebnis unwahrscheinlich erscheint. Die Forscher vermuten, dass eine systemische Entzündungsreaktion infolge der Darm­er­krank­ung sich negativ auf die Prostata auswirkt. © rme/aerzteblatt.de

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