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Politik

Hessen fördert Telemedizinprojekte

Montag, 10. Dezember 2018

/dpa

Wiesbaden – Der Hessische Ge­sund­heits­mi­nis­ter Stefan Grüttner (CDU) hat heute die ersten fünf Innovationsprojekte vorgestellt, die das Land im Rahmen der E-Health-Initiative Hessen fördert. Bei den Projekten geht es um Epilepsieversorgung, Rettungsdienst, Intensivmedizin, Stottertherapie und Wartezeiten.

Ziel sei es, mit den Projekten die Digitalisierung des Gesundheitswesens voran­zubringen, um auch weiterhin eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen, erklärte der Minister. Mit dem Landesprogramm zur Förderung von Innovationsprojekten in Telemedizin und E-Health stelle die Landesregierung seit diesem Jahr mit rund sechs Millionen Euro so viel Geld wie noch nie für die Digitalisierung des Gesundheitswesens zur Verfügung.

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Epilepsieversorgung

Seit 2017 fördert das Land ein Projekt der Universität Frankfurt am Main zur „Etab­lierung und gesundheitsökonomischen Evaluation einer telemedizinischen Epilep­sieversorgung in Hessen“. Mit dem Projekt soll die im Epilepsiezentrum Frankfurt verfügbare Expertise durch telemedizinische Konsile flächendeckend bereitgestellt werden.

Das Projekt erhält von 2017 bis 2020 circa 380.000 Euro Fördermittel. Ab 2019 soll das Projekt durch Einbindung der Neuropädiatrie sowie des Universitätsklinikums Gießen und Marburg ausgeweitet werden. Dafür werden die Fördermittel auf etwa 730.000 Euro aufgestockt.

Telemedizin im Rettungsdienst Mittelhessen

Mit dem Projekt der Landkreise Marburg-Biedenkopf und Gießen sollen die Abläufe des Rettungsdienstes mittels Informations- und Kommunikationstechnologie modernisiert werden.

Bei nicht lebensbedrohlich erkrankten oder verletzten Notfallpatienten sollen die Notfallsanitäter dabei durch einen Telenotarzt per Videokonsultation unterstützt werden. Das Land fördert das Projekt von 2018 bis 2021 mit rund 580.000 Euro.

Stottertherapie

Die international anerkannte Onlinetherapie des Instituts der Kasseler Stottertherapie für stotternde Kinder ab 13 Jahren soll auf die bisher qualitativ schlecht versorgte Altersgruppe der Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren ausgedehnt werden. Hierfür stellt das Land in den Jahren 2018 bis 2020 rund 490.000 Euro bereit.

Tele-Intensivmedizin Hessen

Um die Versorgung von Intensivpatienten zu verbessern, entwickeln Forscher des Universitätsklinikums Frankfurt und des Klinikums Kassel definierte Schnittstellen für ein mobiles Telemedizinsystem. Geplant ist, Patientendaten, Bilddaten und Laborergebnisse in Echtzeit datenschutzgerecht auszutauschen.

Über Telemedizin wollen die beiden Klinika ihre Expertise künftig mit zuweisenden Krankenhäusern und Rehakliniken teilen. Für dieses Projekt stellt das Land Hessen von 2018 bis 2020 rund 900.000 Euro zur Verfügung.

Smartphone-App Warts-Ab

Mit einer App, die die Technische Hochschule Mittelhessen entwickelt, sollen lange Wartezeiten in Gesundheitseinrichtungen künftig der Vergangenheit angehören. Die Patienten können per App mittels eines von der Arztpraxis vergebenen Barcodes ihren Wartestatus abrufen. Das Land fördert das Projekt gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse von 2019 bis 2020 mit circa 319.000 Euro.

23 Millionen Euro für Telemedizin vom Bund

Dass telemedizinische Anwendungen allgemein an Bedeutung für die Versorgung gewinnen, hatte zuletzt auch der Haushaltsplan des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums für das Jahr 2019 gezeigt, den der Bundestag am 22. November verabschiedet hat.

Darin stehen acht Millionen Euro für „Modellprojekte zur telemedizinischen inte­grierten Versorgung und Förderung von Testregionen“ bereit. Für die Jahre von 2020 bis 2022 sind nochmals 15 Millionen Euro dafür vorgesehen.

Hinzu kommen fünf Millionen Euro, die für den Aufbau und Betrieb eines „Daten­kompetenz­zentrums Gesundheitsversorgung“ aufgewendet werden sollen. Bis ein­schließlich 2022 sind zudem weitere sechs Millionen Euro zusätzlich für das Projekt eingeplant. © KBr/aerzteblatt.de

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