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Medizin

Grippeimpfung könnte Sterberisiko von Patienten mit Herzinsuffizienz senken

Montag, 10. Dezember 2018

/dpa

Kopenhagen – Dänische Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, die an der jährlichen Grippeimpfung teilnahmen, hatten in einer landesweiten Kohortenstudie in Circulation (2018; doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.118.036788) ein vermindertes kardiovaskuläres Sterberisiko. Die Schutzwirkung war am stärksten, wenn die Patienten sich frühzeitig in der Grippesaison impfen ließen und regelmäßig an den Impfterminen teilnahmen.

Eine Influenza kann für die zumeist älteren Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz schnell tödlich enden, weil der geschwächte Herzmuskel oft nicht mehr in der Lage ist, die bei einer schweren Infektion notwendige zusätzliche Pumpleistung zu erbringen. Die europäischen und US-amerikanischen Fachgesellschaften ermutigen Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz deshalb, an den jährlichen Grippeimpfungen teilzu­nehmen. Ob die Impfungen die Patienten tatsächlich schützen, ist jedoch nicht belegt. Die Ergebnisse einer hierzu derzeit laufenden randomisierten Studie (INVESTED) werden erst in einigen Jahren vorliegen.

Daniel Modin und Mitarbeiter von der Universität Kopenhagen haben jetzt die Daten von 134.048 Patienten ausgewertet, bei denen im Zeitrum zwischen 2003 und 2015 eine chronische Herzinsuffizienz diagnostiziert wurde. Die Analyse der Abrechnungs­daten der Hausärzte ergaben, dass zwischen 16 und 52 % der Patienten an den jährlichen Grippeschutzimpfungen teilnahmen. Der Abgleich mit dem Sterberegister ergab, dass 77.956 (58 %) der Patienten inzwischen gestorben sind, davon 47.966 (36 %) an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Patienten, die nach der Diagnose an wenigstens einer Grippeimpfung teilnahmen, hatten ein um 18 % vermindertes Sterberisiko (Hazard Ratio 0,82; 95-%-Konfidenzintervall 0,81 bis 0,84). In gleichem Maße war auch das Risiko auf einen Herz-Kreislauf-Tod vermindert (Hazard Ratio 0,82; 0,81–0,84). Die Schutzwirkung nahm mit der Zahl der Impfungen zu: Eine Impfung senkte das Sterberisiko um 11 %, bei mehr als 3 Impfungen war es um 28 % reduziert. Eine solche Dosis-Wirkungs-Beziehung ist in epidemiologischen Studien ein Hinweis auf eine Kausalität.

Eine Schutzwirkung war bei allen Grippesaisons nachweisbar, außer in 2007/2008 und 2015/2016. In diesem beiden Wintern wurden laut Modin die meisten Erkrankungen durch Influenza-B-Viren ausgelöst, vor denen der Impfstoff nicht geschützt hatte.

Interessanterweise hatte eine Impfung im September, also im größten zeitlichen Abstand zu einer möglichen Grippeerkrankung, die beste Schutzwirkung, die allerdings auch im Dezember noch signifikant war. © rme/aerzteblatt.de

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