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Patienten bewerten Tinnitus-App positiv

Dienstag, 11. Dezember 2018

/beeboys, stockadobecom

Frankfurt am Main – Tinnitus-Patienten können von der Behandlung mit einer Smartphone-Applikation (App) profitieren, die speziell auf ihr Hörgeräusch zugeschnitten ist. Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) nach einer Befragung von Nutzern der App „Tinnitracks“. Danach gaben rund ein Drittel der befragten Patienten an, das Hörgeräusch habe sich im Verlauf der App-Nutzung verbessert. Die Kasse hatte 1.029 Patienten befragt, 742 von ihnen nutzten „Tinnitracks“ seit zwölf Monaten, die übrigen seit rund sechs Monaten.

Mittels der Tinnitracks-App können Patienten ihr Ohrgeräusch mit der eigenen Lieblingsmusik bekämpfen. Für dieses Hörtraining bestimmt ein HNO-Arzt zunächst gemeinsam mit dem Patienten die Frequenz seines Störtones. Einmal in die App auf dem Smartphone des Versicherten eingegeben, schaltet sie in dessen Lieblingsmusik genau diesen Ton aus. Die Aufgabe besteht für die Patienten darin, ein Jahr lang für 90 Minuten täglich Musik zu hören, in der die betreffende Frequenz gefiltert wird.

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„Durch das veränderte Klangbild kann sich die Aktivität der überaktiven Nervenzellen, die für den Tinnitus verantwortlich sind, reduzieren, sodass die Lautstärke des störenden Tons nach einer zwölfmonatigen Behandlungsdauer abnimmt“, erläuterte die Frankfurter Hals-Nasen-Ohren-Ärztin Christiane Kannengießer. 

Die TK bietet Versicherten in fünf Bundesländern seit Mitte November im Rahmen eines Pilotprojekts zudem ein weiteres Modul an: Die „Tinni­tracks Basisthe­rapie“. „Die Akzeptanz und auch die Erwartungshaltung unserer Versicherten an die digitalen Gesundheitsangebote nehmen in hohem Tempo zu. Daher bieten wir unseren Versicherten jetzt einen weiteren Baustein unserer digitalen Versorgung über die App an“, sagte Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen.

Dafür hat die Krankenkasse gemeinsam mit dem Start-up-Unternehmen Sonormed, dem Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte und der Schön-Klinik Vereinbarungen zur „Besonderen Versorgung“ geschlossen. Das Angebot umfasst neben der Behandlung über die App ein online basiertes Schulungsprogramm und die Möglichkeit, sich per Videosprechstunde beraten zu lassen. Die Basistherapie ist im Augenblick in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen verfügbar. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #546845
webdoc
am Mittwoch, 12. Dezember 2018, 14:59

Erfolgreiche Tinnitustherapie?

Die Besserung bei 1/3 der Patienten entspricht noch nicht einmal der Spontanheilungsrate und es kann auch aufgrund der neuesten Studien sehr angezweifelt werden, ob überhaupt eine Wirkung oberhalb der Placeboschwelle stattfindet. Die wissenschaftlichen Leitlinien jedenfalls sehen keine Evidenz für das Verfahren und raten ab. Wirksam ist demnach nur eine kognitive Verhaltenstherapie und ggf. eine Hörverbesserung bei Hörschäden. Warum die TK an einem erfolglosen Konzept festhält und das ganze mit Beratungsleistungen, die Teil des EBM sind, aufhübscht, ist nciht nachvollziehbar. Den Patienten werden hier Hoffnungen gemacht, die nicht eingelöst werden können und von der eigentlich notwendigen Akzeptanzentwicklung sogar abhalten.
LNS

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