NewsMedizinBrustkrebsrisiko in den ersten Jahren nach einer Geburt erhöht
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Brustkrebsrisiko in den ersten Jahren nach einer Geburt erhöht

Mittwoch, 12. Dezember 2018

/kieferpix, stockadobecom

Chapel Hill/North Carolina – Schwangerschaften schützen vor Brustkrebs, doch die protektive Wirkung setzt laut einer Studie in den Annals of Internal Medicine (2018; doi: 10.7326/M18-1323) erst nach vielen Jahren ein. In den ersten Jahren haben junge Mütter ein erhöhtes Brustkrebsrisiko.

Bislang gingen Epidemiologen davon aus, dass Schwangerschaften das Brustkrebs­risiko senken. Dies mag für die Zeit nach der Menopause zutreffen, in der die meisten Brustkrebserkrankungen auftreten. Das Durchschnittsalter der Patientinnen liegt heute bei über 60 Jahren.

Anzeige

In den ersten Jahren nach der Geburt kommt es bei Frauen überdurchschnittlich häufig zu Brustkrebs. Dies hat jetzt die „Premenopausal Breast Cancer Collaborative Group“ herausgefunden. Hazel Nichols vom Lineberger Comprehensive Cancer Center in Chapel Hill und Mitarbeiter haben die Daten aus 15 prospektiven Kohortenstudien ausgewertet. Dort war es während einer Nachbeobachtung von 9,6 Millionen Personenjahren zu 18.826 Brustkrebserkrankungen gekommen. Die Zahl der Erkrankungen war so niedrig, da Brustkrebserkrankungen im gebärfähigen Alter insgesamt selten sind.

Dass das Brustkrebsrisiko nach einer Geburt erhöht ist, konnte nur dank der hohen Teilnehmerzahl der Studie bewiesen werden. Laut den von Nichols vorgestellten Daten steigt es nach der Geburt an und erreicht nach etwa 5 Jahren einen Gipfel. Die Hazard Ratio von 1,80 war zu diesem Zeitpunkt mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,63 bis 1,99 signifikant. Nach dem fünften Jahr geht das Risiko langsam zurück. Etwa 34 Jahre nach der Geburt erkranken Frauen dann zu 23 % seltener als Frauen ohne Kinder an Brustkrebs. Die Hazard Ratio betrug dann 0,77 mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,67 bis 0,88.

Der Anstieg des Brustkrebsrisikos dürfte auf die vermehrte Östrogenproduktion während der Schwangerschaft zurückzuführen sein. Ein erhöhtes Risiko war denn auch nur für östrogenrezeptorpositive Mammakarzinome nachweisbar.

Allzu große Sorgen sollten sich junge Mütter jedoch nicht machen. Da Brustkrebs vor der Menopause selten ist, ist der absolute Anstieg des Brustkrebsrisikos gering. Zwischen dem 41. und 45. Lebensjahr kommt es laut Nichols infolge einer Schwanger­schaft nur zu 41 zusätzlichen Brustkrebserkrankungen auf 100.000 Frauen, die in den vorangegangenen 3 bis 7 Jahren geboren haben. Bei spätgebärenden Frauen ist das Risiko etwas höher: Im Alter von 50 Jahren gab es in der Gruppe der nicht mehr ganz so jungen Mütter 247 zusätzliche Brustkrebserkrankungen auf 100.000 Frauen. Bei Frauen, die ihre Kinder vor dem 25. Lebensjahr bekamen, war kein erhöhtes Risiko nachweisbar. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

23. Januar 2019
Greifswald/Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern (MV) kommen immer mehr Kinder als Mehrlinge auf die Welt. Die Ursachen lägen zum einen in den Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin, zum anderen auch
Immer mehr Mehrlingsgeburten in Mecklenburg-Vorpommern
18. Januar 2019
Ann Arbor/Michigan – 2 unterschiedliche Varianten der Selbst-Akupressur haben in einer randomisierten klinischen Studie in JNCI Cancer Spectrum (2018; 2: pky0642019) Frauen, die nach einer
Selbst-Akupressur hilft Brustkrebsüberlebenden
18. Januar 2019
Frankfurt am Main – Die rechtzeitige Diagnose einer Schwangerschafts-Kardiomyopathie kann Leben retten. Darauf hat die Deutsche Herzstiftung hingewiesen. Schätzungen zufolge entwickelt sich bei einer
Bei Herz-Kreislauf-Symptomen um die Geburt herum an Schwangerschafts-Kardiomyopathie denken
18. Januar 2019
Freiburg – Migrantinnen und geflüchtete Frauen bilden die größte Gruppe, die sich an die katholischen Schwangerenberatungsstellen in Deutschland wenden. Insgesamt kamen laut der jüngsten
Viele schwangere Ausländerinnen nutzen katholische Beratungsstellen
16. Januar 2019
Berlin – Auch ein geringer Alkoholkonsum von Müttern während und direkt nach der Schwangerschaft kann nach Angaben der Bundesregierung zu gravierenden Schäden beim Kind führen. „Punktnüchternheit in
Bundesregierung warnt vor Alkohol in der Schwangerschaft
15. Januar 2019
Rostock – Die höhere Rate von Früh- und Mangelgeburten, zu denen es nach einer künstlichen Befruchtung (In-Vitro-Fertilisation, IVF) kommt, ist laut einer Vergleichsstudie mit Geschwisterkindern im
In-Vitro-Fertilisation: Geschwisterstudie findet keine erhöhten Geburtsrisiken
10. Januar 2019
Hamburg – Die Zahl der Geburten in Hamburg bleibt auf hohem Niveau. Insgesamt seien im vergangenen Jahr in den Geburtskliniken und dem Geburtshaus bei 25.077 Geburten 25.576 Kinder zur Welt gekommen,
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER