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Politik

Spahn kompromissbereit bei umstrittener Neuregelung für Psychotherapien

Mittwoch, 12. Dezember 2018

/dpa

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat sich nach heftiger Kritik an seinen Plänen zur Neuregelung bei psychotherapeutischen Behandlungen kom­promissbereit gezeigt. „Ich schließe nicht aus, dass wir andere Regelungen finden“, sagte der Minister heute im ARD-Morgenmagazin.

Spahns Entwurf für das Terminservice- und Versorgungsgestez (TSVG) sieht eine „gestufte Steuerung“ von Hilfesuchenden vor. Ausgesuchte Ärzte und Therapeuten sollen in Voruntersuchungen entscheiden, welchem Hilfs- oder Therapieangebot die Betroffenen zugeführt werden sollen. Vertreter der Psychotherapeuten sehen darin eine zu große Hürde, die Patienten abschrecken könnte, eine Behandlung aufzunehmen.

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Zugleich verteidigte Spahn heute in der ARD grundsätzlich seine Pläne. Es sei wichtig, dass Menschen mit Erkrankungen wie Schizophrenie oder Depression schnell eine Behandlung erhielten. Oft müssten die Betroffenen bislang aber darauf zu lange warten. Allerdings seien die Wartezeiten dort mit am längsten, wo es auch die meisten Therapeuten gebe.

Deshalb müsse die Terminvergabe besser koordiniert und gesteuert werden. Es reiche nicht aus, lediglich mehr Psychotherapeuten für die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung zuzulassen, sagte Spahn weiter. Er äußerte die Hoffnung, im Januar eine Lösung zu finden.

Das vom Bundeskabinett Ende September gebilligte TSVG soll die Wartezeiten auf einen Arzttermin verkürzen. Vorgesehen ist die Erhöhung der wöchentlichen Mindestsprechstundenzahl von derzeit 20 auf 25. Zudem sollen bestimmte Arztgruppen fünf Stunden anbieten, für die Versicherte keine Termine benötigen. © afp/kna/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 12. Dezember 2018, 19:21

Dilettanten olé?

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) belegt mit seinen Plänen zur Neuregelung bei psychotherapeutischen Behandlungen, dass er und seine Medizin-bildungsfernen Einflüsterer keine Ahnung vom bisherigen Procedere zwischen Haus- und Familienärztinnen/ärzten bzw. psychologischen Psychotherapeuten/-innen hat. Im primärmedizinischen Bereich gibt es ein abgestuftes Verfahren doch schon längst!

Überweisung an einen Vertragsarzt zur Abklärung somatischer Ursachen vor Aufnahme einer Psychotherapie (Muster 7) und der Konsiliarbericht vor Aufnahme einer Psychotherapie (Muster 22). http://www.kbv.de/html/27068.php

Als Haus- und Familien-Mediziner fülle ich Muster 22 fast täglich aus. Die Überweisung nach Muster 7 kommt selten vor, weil meine Patientinnen und Patienten vor Aufnahme einer Psychotherapie grundsätzlich körperlich komplett durchuntersucht und differenzialdiagnostisch abgeklärt wurden.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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