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Politik

Spahn kündigt Umbau der gematik an

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Jens Spahn /dpa

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) ist unzufrieden mit der Arbeit der gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte. Das wird nicht ohne Konsequenzen bleiben, machte er heute beim Fraktionskongress „Zukunft E-Health – Chancen für die digitale Gesundheitsversorgung“ der Unionsfraktion im Bundestag unmissverständlich deutlich.

Auf dem Reformplan für das kommende Jahr stehe „ohne Frage die Struktur der gematik“. „Die gematik kann aus meiner Sicht nicht so bleiben, wie sie ist“, sagte Spahn. Er kritisierte, dass es derzeit offenbar möglich sei, dass einzelne Entscheider im System der gematik wichtige Entscheidungen grundsätzlicher Art aufhalten könnten.

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Diese Tage habe die gematik dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) 1.200 Seiten zu Standards vorgelegt, sagte der Minister. Das sei „nicht unbedingt das, was ich erwartet hätte“, so Spahn. Aber offensichtlich führe die bestehende Struktur der gematik dazu, dass Entscheidungen nicht immer nur sachgerecht und zudem auch verzögert als Kompromiss erfolgten. Konkrete Details nannte er nicht. Spahn dürfte sich bei seinen Äußerungen allerdings auf die Spezifikationen der gematik für die elektronische Patientenakte beziehen, die dem BMG im Dezember vorgelegt werden sollten.

Spahn kündigte als weitere Themen für das kommende Jahr an, sich um die Zulassung von Apps als Medizinprodukte, telemedizinische Anwendungen sowie die Fragen der Datennutzung und Datenspende zu kümmern. Dem Minister zufolge liegen Datenschätze in Deutschland noch zu sehr ungenutzt herum. Die Daten müsse man für die Versorgungsforschung nutzbar machen, sagte er. Dafür könne eine einfache Art der Datenspende möglich sein. Dafür wolle man einen Rahmen setzen.

Die Junge Gruppe, die heute zum Fraktionskongress ein zweiseitiges Papier zum Thema E-Health in Deutschland vorlegte, begrüßte die Ankündigungen von Spahn. „Die smarte Datenverarbeitung bietet enormes Potenzial für ein effizienteres und nachhaltigeres Gesundheitssystem“, sagte der Vorsitzende der Jungen Gruppe, Mark Hauptmann.

Versicherte und Patienten sollten die Möglichkeit erhalten, ihre eigenen Daten anonymisiert und pseudonymisiert für Forschungszwecke spenden zu können. Die elektronische Patientenakte sowie das elektronische Rezept sollten zeitnah eingeführt werden, wünscht sich die Junge Gruppe zudem. © may/aerzteblatt.de

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Avatar #756760
Nach_denken
am Donnerstag, 13. Dezember 2018, 17:38

Jugend träumt-IT Industrie greift Daten ab-Spahn zurück an Bankschalter

Eine der wichtigsten Erkenntnisse, die durch Edward Snowden gewonnen werden konnte, ist die Einsicht, dass die IT-Systeme von Deutschen nicht mehr ausreichend kontrolliert und gesichert werden können. Die Herstellerfirmen der Hardware, mit denen wir unsere Infrastruktur aufgebaut haben, kommen aus den USA und wir müssen davon ausgehen, dass in Hardware- und Software-Komponenten sog. Backdoors (Hintertüren) eingebaut werden, um jederzeit einen Zugriff ermöglichen zu können. Dies trifft natürlich auch für die Telematik-Infrastruktur zu.
Avatar #88767
fjmvw
am Donnerstag, 13. Dezember 2018, 09:22

Interessante Ankündigung von Spahn

Sieht man sich an, wer die Gematik bildet, GKV-SV, KBV, BÄK, BZÄK, DAV, DKG sowie KZBV, und schaut, welche Position beispielsweise KBV und BÄK in Sachen Telematik vertreten, könnte man die Ausführungen von Spahn auch gleich als eine Ansage an alle Gesellschafter der Gematik verstehen.

Bis heute sind die Gesellschafter der Gematik davon überzeugt, einen guten Job gemacht zu haben. Spahn sieht das offensichtlich anders.

Vielleicht kommt Spahn bei der Gematik auf den Geschmack und macht bei den Gesellschaftern der Gematik weiter.
LNS

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